Tagged Zynismus

„Das ist ein Puff“

„So.“ sage ich zu meinem 8 jährigen Sohn.
„So.“
Er schaut schief von unten hoch.
„So. Das ist ein Puff.“ beginne ich ihm die Gegebenheiten zu erklären.

Einige fragen sich jetzt vielleicht, was zu Hölle ich mit einem 8 jährigen im Puff mache?
Eine Frage die sich der Typ, der gerade auf uns zueilt, bestimmt auch stellt.
Das hat nichts mit Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht zu tun.
Im Gegenteil.
Ich will ihm doch nur die Welt erklären.
„Kinder haben hier nichts verloren! Raus mit euch!“
Sein gestreckter, rechter Arm deutet in Richtung Türe.
Was für ein unfreundlicher Kotzbrocken.

Vor der Tür fragt mich der Kleine, „Papa, wenn die Frauen da drin die Wirtschaft und die Männer die Landesregierungen sein sollen, was ist dann der wütende Onkel?“
„Das, mein Junge“ erkläre ich, während ich mich zu ihm runter knie und meine Hand auf seine Schulter lege. „das ist die europäische Flüchtlingspolitik.“
„Und warum hat er uns rausgeschickt?“
Ich schaue ihm tief in die Augen.
„Du bist doch schon ein grosser Junge. Ein kleiner Mann.“
Der kleine nickt.
„Die wollen halt nicht, dass der kleine Mann alles mitbekommt, was sich hinter dieser Türe abspielt.“

Er steckt die Hände in die Hosentasche und tritt gegen einen auf der Strasse liegenden Kieselstein.
Während er ihm nachsieht meint er trotzig „Das ist gemein.“
„Gemein ist der ehrbare Prinz, der zur Errettung der Jungfrau in Nöten auf seinem weissen Gaul angeritten kommt.“

Der kleine blickt mich fragend an.
„Wärst du ein Mädchen, würdest du das verstehen.“
„Warum ist der Prinz gemein?“
„Weil es ihn und seinen Schimmel nicht gibt. Der Prinz ist eher ein Lagerist im Fiat Punto. Und das einzige was einem Schimmel nahe kommt, ist höchsten der den Polyester-Socken zu verdankende Fusspilz.“

Der Kleine sieht leicht verwirrt zu mir.
Ich nehme ihn in den Arm und drücke ihn.
„Es ist nicht immer einfach.“
„Mammuts sind auch ausgestorben.“ Nuschelt er in meine Schulter.
„Vieles kommt. Vieles geht. Nichts ist von Ewigkeit.“

Woran kann man sich noch orientieren?
Verloren in einer Welt voller Reizüberflutung durch die Unbeständigkeit.

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Think positive

Es ist früh am Morgen, du willst kurz an der Tanke Zigaretten holen, obwohl du eigentlich zu spät dran bist.
Ein Gedränge an der Kasse, weil die anderen ihr Zeitmanagement offensichtlich genauso wenig im Griff haben wie du.
Und *flup* hast du die Frau vor dir in der Schlage angezündet.
..kennt man ja.

Immer wenn man es eilig hat passieren solche Dinge.
Ich habe getan, was jeder normale Mensch getan hätte.
Habe mich unwissend gestellt und auffällig meinen Blick schweifen lassen um den vermeintlichen Täter zu suchen.
Dieses Theater immer.
Eine Unruhe war das.
Ich hasse Theater.
Und Unruhe.
Die Leute riefen durcheinander.
Die Fackel-Frau vor mir wälzte sich zuckend am Boden umher.
„Think positive“ sagt Maria immer.
Denke positive – mach das Beste daraus.
Da ich nun definitiv zu spät erscheinen werde, machte ich mich auf die Suche nach Marshmallows.

Ich fand aber keine.
Mach das Beste daraus.
Auf Wurst hatte ich aber keine Lust.
Ich griff nach einem Maiskolben.
Dachte mir, Popcorn für alle.
Schliesslich sitzen wir im selben Boot.
Man kann durchaus auch mal etwas selbstloses für die Gemeinschaft tun.

Ich streckte den Kolben über die Frau.
Ein Mann packte meinen Arm und riss mich von der brennenden Frau weg.
Sie lag noch immer am Boden und quiekte.
Undankbares Pack, dachte ich mir.
Ihr solltet mal auf Maria hören.

Die Tankstellenfachkraft kam aus einer Türe gerannt.
Sie hatte ein Zelt unter dem Arm.
Die hats kapiert, dachte ich.
Mach das Beste daraus – Camping am Lagerfeuer.

Sie warf die Zeltplache über die quietschende Frau am Boden.
Das war gar kein Zelt.
War eine Löschdecke.
Hatte ich die Tankstellenfachkraft wohl zu früh gelobt.
Das mit dem positiven Denken muss sie noch üben.

Kurz danach fuhr ein Rettungswagen zwischen die Zapfsäulen.
Diese Sirene machte einen Lärm. Unvorstellbar.
Ich hasse Lärm.

Die Sanitäter rannten rein, drängten den Pöbel zur Seite und knieten sich zu der Frau am Boden.
„Ich habe die Löschdecke geholt“, meinte die Tankstellenfachkraft.
Wie ein Hund, der einen Ball apportiert hatte, schien sie auf ein Leckerli zu warten.

Noch eine Sirene.
Der Notarzt kam in einem separaten PKW angerast.
Dieses asynchrone Blinken der Lichter von draussen, penetrierte meine Augen.
Ich hasse Blinklichter.

Mir wurde es zu bunt.
Ich warf den Maiskolben auf dem Boden und ging zum Ausgang.
Ich habe wenigstens probiert, das Beste daraus zu machen.
Think positive – klappt halt nicht immer.

Beim Rausgehen sah ich die Marshmallows im Regal.
Hätte ich die mal früher entdeckt.

Von wer behauptet, man könne von Nazis nichts lernen?

Na, ihr Pimmler..

Ich friere mir den Arsch ab, weil die Sonne nicht mehr scheint und der scheiss Regen macht aus meiner Zuckerwattenwelt einen eklig, klebrigen Klumpen.
Diese Anspielung werden wohl die wenigsten verstanden haben.
..mir aber egal.

DSI Ja…
DSI Nein…
Linkes Pack.
Faschos.
Gutmenschen.
Braunes Pack.
Ganz ehrlich? Die letzten Wochen mit der ganzen Debatte, welche scheinbar mehrheitlich über Facebook Comments und Kommentarspalten irgendwelcher Online News Portalen stattfindet, waren und sind echt anstrengend.
Während die Gegner langsam erschöpft wirken, sehen die Befürworter noch ziemlich ausgeruht aus.
Das hat mich auf eine Idee gebracht.
Ich mach es jetzt wie die!

Ich rede nicht davon, dass ich für die Initiative abstimmen möchte.
..ich bin ja nicht blöd.
Mein Nein bleibt bestehen.
Was sich ändern wird ist lediglich, dass ich keine Energie mehr für Diskussionen aufbringen werde.
Denn die ganze Auseinandersetzung und Reflexion mit der Thematik ist echt energieraubend und auch ein wenig zeitaufwendig.
Warum soll ich mir Gedanken und die Mühe machen um etwas zu vernetzen und Sinn und Unsinn abzuwägen?
Das spare ich mir jetzt.

Ich suche keinen Dialog mehr.
..wie sie.
Ich schmeiss nur noch ungefragt, mit völlig unreflektierten Phrasen um mich. Mit dem Risiko, dass sie halt auch öfters nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun haben.
..wie sie.
Ich bezeichne alle Befürworter einfach nur noch als Nazis.
Das ist viel einfacher.
Schon klar, dass vielleicht nicht alle von euch Nazis sind.
Ist mir aber egal.
Denn ich scheisse jetzt auf individuelle Beurteilung einzelner Situationen.
..wie ihr.

Empathie ist so verdammt anstrengend und fordert ein gewisses Mass an Intellekt.
Und ich könnte mich ohrfeigen dafür, dass ich nicht schon früher zu euren Methoden gegriffen habe.

Dumm sein ist so viel entspannter.
Danke euch Nazis.

Von ich vs. Religion

Zahlreiche Studien belegen rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Einrichtungen

Keine Angst, ich lege mich jetzt nicht mit den populären Glaubensrichtungen an. Ich will keinem den Glauben absprechen. Jedem das seine. Ich bin Agnostiker, mag sein ein zynischer, Nietzsche („Gott ist tot.“) mögender, aber ein Agnostiker.

Wer nicht wissen sollte was das ist;

„es handelt sich um eine Person, die zwar das Prinzip des Glaubens und somit auch von einem transzendenten Wesen kennt, aber selber nicht an diese übernatürliche Kraft glaubt. … Agnostiker bestreiten nicht die existent von Gott, sondern sehen diese nicht als bewiesen an, sodass sie nicht an ihn glauben können, aber auch keine Beweise gegen ihn vorbringen.“ 

Vielleicht denkt der eine oder andere jetzt, was läuft schief, dass der Typ einen Beitrag über Glauben verfasst?

Rein gar nichts läuft hier schief. Ich bin Momentan nur gezwungen, wegen einem Projekt, dass ich aufstellen soll, mich bisschen intensiver mit Religion auseinander zu setzten. Wer mich kennt, weiss aber auch, dass das kein Neuland für mich ist. Ich finde diese Thematik ziemlich spannend, aber vorwiegend äusserst amüsant.

Habt ihr euch schon mal gefragt was Religion eigentlich bedeutet?

Ich meine nicht die substantialistische Definition die uns Gläubige um die Ohren schmettern, sonder die etymologische Geschichte dahinter.  ..hey, ich war so nett und hab Agnostiker erklärt. Ich bin nicht der Erklärbär. Google it!

Das kommt vom lateinischen „religio“ – bedeutet soviel wie Gottesfurcht, Frömmigkeit, Heiligkeit, Rücksicht, und aber auch Bedenken, Skrupel, Pflicht, Gewissenhaftigkeit   ..und jetzt kommts!

Aberglaube.

Lasst euch das mal durch den Kopf gehen. Schön, nicht?

Was ich auch interessant finde, wieviele Religionen es gibt bzw. gab. Die Rede ist aber immer nur von den aktuellen „Weltreligionen“. <–So ein Igitt-Wort

Nur weil z.B. das Christentum populärer ist und mehr Anhänger gefunden hat, ist es legitim das als einzig wahre Glaubensrichtung anzusehen?

Nicht falsch verstehen, das gilt aus meiner Sicht auch für alle anderen, „grossen“ Religionen.

Übrigens, die Anhänger der Religionen wurden früher als „secta“ bezeichnet. Bedeutet soviel wie Gefolgschaft. Na, an was erinnert dieser Begriff? Dazu äussere ich mich jetzt nicht weiter..

Aber zurück zu den Popstars der Religionen. Nur weil sie sich besser „verkauft“ haben und eine Masse von Leuten den gleichen Kram labert, sind die jetzt belegbar oder was?

Sie haben sich halt im Ranking nur gegen z.B. diese durchgesetzt:

Religion der Veden
Brahmanismus
Wuismus
Fangshi
Griechische Religion
Etruskische Religion
Römische Religion
Gnosis
Manichäismus
Indogermanische Religion
Keltische Religion
Germanische Religion
Nordgermanische Religion
Angelsächsische Religion
Slawische Religion

Warum also soll überhaupt eine die „wahre“ sein, wenn es soviele gibt/gab?

Und egal ob es eine Antwort gibt und was immer die sein möge, Religionen bringen mich trotzdem nur zum schmunzeln.

So, ich wurde los, was ich loswerden wollte. Amen.

 

PS: Was haltet ihr von Religionen?