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Von das Vorwort

Na, ihr Pimmler..

Das Vorwort steht.
Wer würde sich das Buch kaufen?

Vorwort

„Wenn ich dir mal einen Rat geben darf, nimm keine Ratschläge an!“

So oder ähnlich würde ich das Mantra dieses Buches definieren.

Dieses Buch ist kein Ratgeber dafür, mit deinem Leben besser umgehen zu können.
Kein 10 Schritte Programm für deine Selbstverwirklichung.
Dieses Buch kann Gefühle verletzen, zum Nachdenken anregen, als Untersatz dienen oder als Dekorationselement dein Zuhause verschönern.
Es eignet sich nicht zwingend dazu, deine Eltern oder Frauen zu beeindrucken.
Dieses Buch hilft dir nicht dabei, reich und berühmt zu werden.
Aber vielleicht uns.

Ist es autobiografisch?
Sind es Memoiren?
Jein.
Dieses Buch ist der Dauerlutscher, der auf den Boden gefallen ist, aufgehoben wird, mit der unlogischen Begründung: „war ja nur ganz kurz im Dreck.“ abgeleckt und zurück in den Kindermund gesteckt wird.
Mehr ist da nicht.

Vielen Dank für dein Geld.
Seid lieb!
Schönes Leben noch.

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Selfmade-Götter ..und niemand hält uns auf

Vor 70.000 Jahren war der Homo Sapiens ein unbedeutendes Tier, dass in einer abgelegen Ecke Afrikas seinem Leben nachging.
In den folgenden Jahrtausenden stieg es zum Herrscher des gesamten Planeten auf und wurde zum Schrecken des Ökosystems.
Heute steht es kurz davor, zum Gott zu werden und nicht nur die ewige Jugend zu gewinnen, sondern auch göttliche Macht über Leben und Tod.
Leider hat die Herrschaft des Sapiens wenig hinterlassen, auf das wir uneingeschränkt stolz sein könnten.
Wir haben uns die Umwelt Untertan gemacht, unsere Nahrungsproduktion gesteigert, Städte gebaut, Weltreiche gegründet und Handelsnetze ausgebaut.
Aber haben wir das Leid in der Welt gelindert?

Wieder und wieder bedeuteten die Machtzuwächse der Menschheit, keine Verbesserung für die einzelnen Menschen und immenses Leid für andere Lebewesen.

Trotz unserer erstaunlichen Leistungen haben wir nach wie vor keine Ahnung, wohin wir eigentlich wollen und sind so unzufrieden wie eh und je.

Von Kanus sind wir erst auf Galeeren, auf Dampfschiffe und schliesslich auf Raumschiffe umgestiegen.
Doch wir wissen immer noch nicht, wohin die Reise gehen soll.
Wir haben grössere Macht als je zuvor.
Aber wir haben noch immer keine Ahnung, was wir damit anfangen sollen.
Schlimmer noch.
Die Menschheit scheint verantwortungsloser denn je.

Wir sind Selfmade-Götter, die nur noch den Gesetzen der Physik gehorchen und niemandem mehr Rechenschaft schuldig sind.
Und so richten wir unter unseren Mitlebewesen und der Umwelt, Chaos und Vernichtung an, interessieren uns nur für unsere eigenen Annehmlichkeiten und unsere Unterhaltung und finden doch nie Zufriedenheit.

Gibt es etwas gefährlicheres, als unzufriedene und verantwortungslose Götter, die nicht wissen was sie wollen?

Yeti Parabellum

Er sitzt in der hintersten Ecke der Raucher Lounge und blickt hektisch umher.

„Du bist zu spät!“
, meint der Yeti leicht angepisst.
Ich erwidere: „Musste noch mein Einhorn parken.“

„Ja klar.. Einhorn..“

„Was?“

„Faule Ausrede. Einhörner gibt es nicht.“

„Yetis doch auch nicht.“

„Beweis mal, dass es keine gibt.“

„Beweis du mal, dass es keine Einhörner gibt.“

„Ich bin hier nicht in der Bring-Schuld.“

„Lassen wir das. Ich diskutiere nicht mit Yetis.“
Er wirkt verärgert.

„Was soll denn das nun wieder bedeuten?“

„Soll heissen, dass man mit dir nicht diskutieren kann. Du bist immer so gehässig.“

„Mit Grund! Egal worum es geht, es läuft immer darauf hinaus, dass ich der Verlierer bin.“

„Bullshit! Du bist einfach ein verkorkster Schwarzmaler, der jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.“

„Ich bin wohl näher an der Realität als du Einhornreiter!“

„Kein Grund hier so rumzubrüllen.“

„Grins nicht so behindert!“

„Ich grinse wann ich will.“

„Du willst mich doch nur weiter provozieren!“

„Will ich das? Oder projizierst du in die Situation lediglich das was du wahrnehmen möchtest? ..wie einfach es doch ist, dich zu triggern.“

„Halt die Fresse!“

„Ruhig Brauner! ..wo liegt eigentlich das Problem genau?“

Er starrt auf den Boden, atmet angestrengt tief ein und aus.
Nach seiner kurzen, meditativen Atemübung blickt er wieder hoch.


„Können wir nicht normal miteinander reden? Ich habe immer das Gefühl, du willst mich aus Prinzip nicht verstehen. Ich habe auch meine Gedanken und Gefühle. Nimm die doch auch einmal ernst.“

„Warum verpackst du die denn immer in Statements und verschweigst die Essenz aus der sie rühren?“

„Es hört dir doch niemand zu, wenn du nicht plakatierst.“

„..ich hör dir zu.“

„Das ist ein Puff“

„So.“ sage ich zu meinem 8 jährigen Sohn.
„So.“
Er schaut schief von unten hoch.
„So. Das ist ein Puff.“ beginne ich ihm die Gegebenheiten zu erklären.

Einige fragen sich jetzt vielleicht, was zu Hölle ich mit einem 8 jährigen im Puff mache?
Eine Frage die sich der Typ, der gerade auf uns zueilt, bestimmt auch stellt.
Das hat nichts mit Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht zu tun.
Im Gegenteil.
Ich will ihm doch nur die Welt erklären.
„Kinder haben hier nichts verloren! Raus mit euch!“
Sein gestreckter, rechter Arm deutet in Richtung Türe.
Was für ein unfreundlicher Kotzbrocken.

Vor der Tür fragt mich der Kleine, „Papa, wenn die Frauen da drin die Wirtschaft und die Männer die Landesregierungen sein sollen, was ist dann der wütende Onkel?“
„Das, mein Junge“ erkläre ich, während ich mich zu ihm runter knie und meine Hand auf seine Schulter lege. „das ist die europäische Flüchtlingspolitik.“
„Und warum hat er uns rausgeschickt?“
Ich schaue ihm tief in die Augen.
„Du bist doch schon ein grosser Junge. Ein kleiner Mann.“
Der kleine nickt.
„Die wollen halt nicht, dass der kleine Mann alles mitbekommt, was sich hinter dieser Türe abspielt.“

Er steckt die Hände in die Hosentasche und tritt gegen einen auf der Strasse liegenden Kieselstein.
Während er ihm nachsieht meint er trotzig „Das ist gemein.“
„Gemein ist der ehrbare Prinz, der zur Errettung der Jungfrau in Nöten auf seinem weissen Gaul angeritten kommt.“

Der kleine blickt mich fragend an.
„Wärst du ein Mädchen, würdest du das verstehen.“
„Warum ist der Prinz gemein?“
„Weil es ihn und seinen Schimmel nicht gibt. Der Prinz ist eher ein Lagerist im Fiat Punto. Und das einzige was einem Schimmel nahe kommt, ist höchsten der den Polyester-Socken zu verdankende Fusspilz.“

Der Kleine sieht leicht verwirrt zu mir.
Ich nehme ihn in den Arm und drücke ihn.
„Es ist nicht immer einfach.“
„Mammuts sind auch ausgestorben.“ Nuschelt er in meine Schulter.
„Vieles kommt. Vieles geht. Nichts ist von Ewigkeit.“

Woran kann man sich noch orientieren?
Verloren in einer Welt voller Reizüberflutung durch die Unbeständigkeit.

Funestus – Kurzgeschichte

Gewisse Beträge von Legolady und Hugobansi haben mich zum Entschluss gebracht, dass ich doch auch mal ein paar Kurzgeschichten auf diesem Blog veröffentlichen werde. Nicht dass ich den beiden jetzt einfach etwas nachmachen möchte, weil ich selber keine Ideen habe, aber vielleicht ja schon. Diese Entscheidung dürft ihr für euch selber treffen und behalten.

 

Wenn das Telefon zu dieser Uhrzeit, die drückende Stille zerberstet, bedeutet das für gewöhnlich nichts gutes.
Von Alkohol leicht sediert lag er auf seinem Bett, starrte die Decke an und fragte sich, wer und vor allen Dingen warum, man seine Nachtruhe stört?

Mit einer Trägheit, als wäre seine Muskulatur aus Blei gegossen, streckte er sich nach dem Hörer des Apparates.
Vergeblich. Das Klingeln setzte aus.
Da war sie wieder. Die Stille.
Seine Stille.

Nacht für Nacht liess er sich in die offenen Arme der Dunkelheit fallen.
Stets mit der Wärme des Vodkas in seiner Brust.
Und so lag er in seinem Morast aus Trauer und windete sich in diesem Sumpf aus Gefühlen.

Acht Wochen ist es her.
Acht Wochen voller Leiden.
Er dachte, es hätte eine Ende, wenn sie endlich die Qualen ihres irdischen Seins, ablegen könne.
Dass die Schmerzen auf ihn überspringen werden, damit hatte er nicht gerechnet.

Weggenommen hat man sie ihm.
Es war absehbar.
Dennoch wollte er es nicht wahrhaben.

Sein Herz zeigt ihm in langsamen, aber bestimmten Schlägen, dass er noch hier ist. Dass es noch weitergehen muss.
Nacht für Nacht holen ihn alle diese Fragen ein.
Nacht für Nacht besuchen ihn diese Vorwürfe.
Nacht für Nacht sucht ihn dieser Hass heim.

Der Hass ist es, der ihn wach hält.
Die fehlenden Antworten rauben ihm den Verstand.

Am Anfang war ihre Hoffnung noch stark. Sie glaubten daran, den Kampf zu gewinnen.
Von Woche zu Woche schmälerte sich ihre Zuversicht.
Die Therapie zeigte nicht die gewünschte Wirkung.
Sie ist in der Schlacht gefallen.
Nur sein Kampf geht weiter.