Funestus – Kurzgeschichte

Gewisse Beträge von Legolady und Hugobansi haben mich zum Entschluss gebracht, dass ich doch auch mal ein paar Kurzgeschichten auf diesem Blog veröffentlichen werde. Nicht dass ich den beiden jetzt einfach etwas nachmachen möchte, weil ich selber keine Ideen habe, aber vielleicht ja schon. Diese Entscheidung dürft ihr für euch selber treffen und behalten.

 

Wenn das Telefon zu dieser Uhrzeit, die drückende Stille zerberstet, bedeutet das für gewöhnlich nichts gutes.
Von Alkohol leicht sediert lag er auf seinem Bett, starrte die Decke an und fragte sich, wer und vor allen Dingen warum, man seine Nachtruhe stört?

Mit einer Trägheit, als wäre seine Muskulatur aus Blei gegossen, streckte er sich nach dem Hörer des Apparates.
Vergeblich. Das Klingeln setzte aus.
Da war sie wieder. Die Stille.
Seine Stille.

Nacht für Nacht liess er sich in die offenen Arme der Dunkelheit fallen.
Stets mit der Wärme des Vodkas in seiner Brust.
Und so lag er in seinem Morast aus Trauer und windete sich in diesem Sumpf aus Gefühlen.

Acht Wochen ist es her.
Acht Wochen voller Leiden.
Er dachte, es hätte eine Ende, wenn sie endlich die Qualen ihres irdischen Seins, ablegen könne.
Dass die Schmerzen auf ihn überspringen werden, damit hatte er nicht gerechnet.

Weggenommen hat man sie ihm.
Es war absehbar.
Dennoch wollte er es nicht wahrhaben.

Sein Herz zeigt ihm in langsamen, aber bestimmten Schlägen, dass er noch hier ist. Dass es noch weitergehen muss.
Nacht für Nacht holen ihn alle diese Fragen ein.
Nacht für Nacht besuchen ihn diese Vorwürfe.
Nacht für Nacht sucht ihn dieser Hass heim.

Der Hass ist es, der ihn wach hält.
Die fehlenden Antworten rauben ihm den Verstand.

Am Anfang war ihre Hoffnung noch stark. Sie glaubten daran, den Kampf zu gewinnen.
Von Woche zu Woche schmälerte sich ihre Zuversicht.
Die Therapie zeigte nicht die gewünschte Wirkung.
Sie ist in der Schlacht gefallen.
Nur sein Kampf geht weiter.

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