#41 knuffig

„Was machen wir hier eigentlich Ben?“, fragt Edona, während sie ihren Arm aus dem Bett Streckt und nach der Wasserflasche auf dem Boden greift.

Wir haben die ganze Nacht Filme gekuckt, getrunken, geraucht, rumgealbert und … ok, von den Filmen haben wir kaum was mitgekriegt. Sex ist halt einfach interessanter. Ich fahre ihr sanft über den Rücken, während sie sich hinsetzt, um etwas zu trinken. „Kuscheln?“ antworte ich ihr fragend. Sie setzt die Flasche ab, dreht sich zu mir und legt sich wieder hin. „Ach, was du nicht sagst.“ meint sie grinsend. Sie streichelt meinen Oberarm und schaut mir tief in die Augen. „Ich mein doch nicht, was wir jetzt gerade machen … mehr so … was ist das zwischen uns?“ „Ich … ich weiss nicht genau.“ stammle ich vor mich hin. Ich habe mir da noch nie so grossartig Gedanken darüber gemacht. Klar, ich mag es, wenn sie in meiner Nähe ist. Mit ihr ist einfach alles besser. Die Welt ist in Ordnung, wenn sie da ist. Sie ist einer der wichtigsten Menschen für mich. Bei ihr kann ich mich komplett entspannen und einfach ich sein. Ich muss mich nicht verstellen oder so. Sie stupst mich an. „Erde an Ben. Bitte kommen.“ sagt sie, während sie weiter stupst und lacht. „Sorry … ich hab gerade nachgedacht.“ Edona lächelt mich an. „Ja, das hab ich gemerkt … und? Irgendwas bei rausgekommen?“ Ich senke meinen Blick etwas ab. „Ich.. ich hab dich sehr fest lieb.. Ich liebe es mit dir Zeit zu verbringen.“ Edona hält mein Kinn und zieht meinen Kopf wieder hoch. „Kannst du mir dabei nicht in die Augen schauen? Da ist doch nichts dabei.“ Sie gibt mir einen Kuss auf die Nase und lächelt. „Weiss nicht.. ich habe Probleme damit … es ist, als wär ich komplett nackt, wenn ich jemandem versuch zu sagen, was ich fühle.“ Edona grinst. „Na, du bist ja auch komplett nackt.“ Ich muss lachen. „So mein ich das doch gar nicht. Weisst du, da ist so eine Schutzmauer um mich rum … und immer wenn ich mich mit meinen Gefühlen auseinandersetze ist die weg … ich weiss auch nicht, wie ich das genau erklären soll..“ „Ist schon gut Ben. Ich kenn dich doch.“ sie fährt mir mit ihrer Hand durch die Haare. „Ich verstehe dich. Ich hab schon kapiert, dass du mir gerade auf deine Art erklärt hast, dass du mich liebst.“ „Was?“ Sie gibt mir einen Schmatzer auf die Stirn, rollt sich zum Bettrand und steht auf. „Na, du liebst mich Ben. Warum auch nicht? Ich bin toll. Und es ist voll ok. Ich liebe dich ja auch.“ sagt sie grinsend, während sie vor dem Bett so einen komischen, kurzen Siegestanz aufführt, als hätte sie gerade einen Touchdown gelandet.

Irgendwie bin ich etwas überfordert. „Ich liebe dich? Und … und du liebst mich?“ Edona greift nach meiner Hand und versucht mich aus dem Bett zu ziehen. „Ja. Und jetzt komm. Duschen!“ Ich robbe mich aus dem Bett und trotte ihr nach ins Bad.

„Aber warum?“ Edona sieht mich leicht fragend an. „Na, ich hab seit gestern Morgen nicht mehr geduscht und ausserdem macht Duschen zu zweit spass.“ Sie grinst schelmisch. Ich muss auch grinsen. „Ja schon.. aber das meinte ich gar nicht … warum du mich liebst, frag ich mich. Ich bau doch dauernd Scheisse … das sagst du mir ja auch immer wieder.“ „Das ist ja auch so. Und genau deswegen bin ich auch hin und hergerissen was dich angeht. Ich wär gerne mit dir zusammen … so als fester Freund, weisst du? Aber ich denke nicht, dass ich das kann, solange ihr den ganzen, dummen Scheiss immer macht..“ Sie rückt nahe an mich ran, umarmt mich und legt ihren Kopf auf meine Brust. „Aber neben dem, bist du der beste Mensch, den ich kenne … du bist immer da für mich. Du beschützt mich, wenn ich es brauche und unterstützt mich immer, egal was ich mache … und du erwartest keine Gegenleistung. Du bist einfach bedingungslos lieb zu mir. Ich bin froh, dass ich dich habe.“ Ihr Stimme wird leicht zittrig. Ich senke meinen Kopf um ihr Gesicht zu sehen. „Weinst du?“ Sie wischt sich mit einer Hand durch ihr Gesicht. „Nein..“ sie schnieft kurz. „du weinst.“

„Danke Edona.“ Ich streichle ihr über den Rücken. „ich vergesse irgendwie oft, dass ich auch was gutes an mir hab … ich bin übrigens auch froh, dass ich dich hab … ich.. ich wüsste nicht, was ich ohne dich in meinem Leben machen würde … Du bist mir verdammt wichtig.“ Edona streckt sich an mir hoch und gibt mir einen Kuss, stellt sich wieder hin und sieht mich von unten mit ihren grossen Kulleraugen an.

„Weisst du was ich auch an dir mag?“ Ich schüttle den Kopf. „Du bist immer so knuffig, wenn du mal deine harte Schale ablegst. Ich würde dich dann am liebsten auffressen.“ Sie lacht und gibt mir einen Klaps auf den Arsch. „Ich bin knuffig?“ „Jaaa! Knuffiiig!“ sagt sie, setzt ihre Lippen an meiner Brust an, pustet los und macht diese komischen Furzgeräusche. Ich muss lachen. „Du hast doch nen Knall … Ich glaube du brauchst Schlaf.“ Sie schüttelt vehement den Kopf. „Nein, Nein, Nein. Ich brauch Dusche.“, erklärt sie mit erhobenem Zeigefinger. Sie schiebt den Duschvorhang zur Seite, steigt in die Wanne und streckt mir ihre Hand entgegen. „Jetzt komm endlich, du Schnecke!“