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Gott, Welt, diesdas..

Umbra Mundi

Na, ihr Pimmler

Ich schenke mir dieses Jahr meine EP zum Geburtstag!

..toll oder?

Pünktlich, sofern die digitalen Götter es zulassen, am 27.11.2021 erscheint meine erste Solo-EP.

..evtl. ist es auch ein Album. Ich habs da nicht so mit den genauen Definitionen.

Umbra Mundi heisst das Ding.

Das ist Latein und bedeutet soviel wie Schatten der Welt. Wirkt auf den ersten Blick jetz vielleicht eher etwas düster und melancholisch. Und um Missverständnissen vorzubeugen: ist es auch.

Aus irgendeinem Grund hatte ich das Bedürfnis, das Release zu visualisieren.

Ja, ich hätte ein Musikvideo machen können. ..hatte ich aber keine Lust zu.

Auch ein Snippet oder Vorabsingle habe ich mir gespart.

Stattdessen habe ich gemalt. Einen kurzen „Comic Strip“.

..weil ich male halt wirklich gern.

Er gefällt mir für sich stehend schon ziemlich gut, aber er zeigt für mich auch ziemlich schön die Thematiken der EP an.

Schau ihn dir doch nochmal an, wenn die Musik freigelassen wurde und sag mir, was du darüber denkst.

Ist aber auch ok, wenn dich das überhautp nicht juckt. Dann hör dir einfach die Songs an.

Die musst du dir nämlich anhören. Ob dir das jetzt passt oder nicht.

..ist schliesslich mein Geburtstag!

Auf der EP findest du 8 Songs.

..und bevor hier jemand anfängt rumzudödeln weil da 9 Titel stehen: Intro. Du Eumel!

Weil mich niemand mag, musste ich NATÜRLICH ALLES ALLEINE MACHEN!!!!

Beats: Ich*

Produktion: auch ich

Artwork: du weisst schon.. ich

Aufnahme und Master: Pat MC & wer wohl?

LIBER feat. Pat MC & CRF

GRAVIS & DOLOR feat. Amazing July

*DOLOR Instrumental: Pat MC & langsam nervts..

Ich gehe mal davon aus, dass du smart bist und mir da drübern folgst, um wirklich keine, überaus existenzielle Sachlichkeiten zu verpassen und dein Leben zu optimieren.

Danke. Habe fertig.

xoxo

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Gott, Welt, diesdas..

Hip Hop ist auch nur Wirtschaftspolitik

Na, ihr Pimmler..

Ich muss ganz kurz meinen Senf loswerden. Denn mir gehen mal wieder ganz viele auf die Nerven und mein Kopf platzt gleich. Bis dann..

Wann war die Hip Hop Szene denn als ganzes mal Love, Peace & Unity?

Sie bestand schon immer aus verschieden Camps. Und bei allem Guten, was Hip Hop für viele mitbrachte und bringt, war und ist auch immer viel Scheisse mitgeschwommen.

Die Szene ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Leider existieren Faschismus, Chauvinismus und viele andere Menschenverachtende „Ismen“ daher auch im Hip Hop.

Solche Dinge kleinzureden oder ins Lächerliche zu ziehen ist einfach nur erbärmlich und falsch.

Wer denkt, dass er die Szene supportet, indem er gewisses Verhalten und Einstellungen von gewissen Leuten verteidigt, hat wohl den Schuss nicht gehört.

Das ist nicht mehr Auflehnung gegen das System und die Missstände, die aufgezeigt werden wollten, zu denen sind wir geworden.

Hip Hop ist schon lange keine kleine, rebellische Subkultur mehr.

Hip Hop ist da oben angekommen, wo er hin wollte.

Leider wurde unterwegs aber vergessen, dass es ursprünglich gegen Unterdrückung und Benachteiligung ging.

Es ist verblüffend, wie Mensch es immer wieder schafft, alles kaputt zu machen.

Hip Hop wäre heute gross.

Hip Hop hätte heute die Macht um gewisse Dinge zu ändern.

Aber Hip Hop ist zu viel Politik.

Zu viele Parteien, die ihre Lobby nicht verlieren wollen.

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<3

Eumel Paradox

Na, ihr Pimmler..

Da war jetzt dieses gemeinsame Abendessen mit Nadine und dem Eumel.

Vorweg: die Lasagne war, wie ich das vorhergesagt hatte, übertrieben lecker!

Damit wäre der wichtigste Punkt von diesem Abend eigentlich auch schon abgehakt.

Aber eigentlich ging es ja nicht ums Essen. Der Eumel wollte mich ja kennenlernen und die beiden wollten mir was sagen. Das haben sie auch und … fangen wir aber bei meinem Schwerpunkt an: Eumelino.

Anm. des Autoren <- das bin übrigen ich.

Sollten im Folgenden despektierliche Äusserungen gemacht werden, ist das durchaus als Abschätzigkeit einzustufen. Denn der Autor <- das bin noch immer ich. kann den Eumel nicht sonderlich leiden und tut sich schwer damit, das nicht zu zeigen.

..Lüge! Ich könnte schon, will einfach nicht.

Zum Eumel an sich:

Der Eumel, ugs. auch Lappen oder Flachspaten genannt, ist im ausgewachsenen Zustand etwa 1.80 gross, hat ein kurzhaariges Fell, welches er sich, wohl gerne mit Haargel, zu harten Borsten zurechtlegt. Unklar ob dies der Einschüchterung seiner Rivalen dienen soll oder ob ihm in der Kindheit einfach mal jemand gesagt hat, wie süss er doch aussieht mit seiner verwegenen Igelfrisur.

Wenigsten lenkt sein Gucci Shirt, eins von diesen Billo Dingern mit dem riesen Schriftzug auf der Brust, die jeder Eumel hat, ab von seinem Haupthaar.   

Er fährt einen Audi, den er gerne bei jeder Möglichkeit erwähnt. Er findet Kiffen bzw. allgemein Drogen, gar nicht gut. Zischt allerdings wohl gerne ein Bier nach dem anderen rein, während er sich bei jedem neuen welches er öffnet, es sich nicht verkneifen kann, einen dummen Scherz darüber zu machen, dass ich keins trinken will.

Überhaupt ist sein Humor … wie erklärt ich das am besten? Er ist mindestens 2 Generationen zu jung für diese Art von Humor.

..aber das wichtigste ist ja, dass er was zu lachen hatte.

Vielleicht hat ihn das bisschen abgelenkt davon, dass ich nichts mit ihm zu tun haben will.

Das Einzige was wir gemeinsam haben ist Nadine.

Was sie genau an ihm findet, kann ich nicht wirklich sagen.

Mir kam auch schon der Gedanke, dass ich wohl beleidigt sein müsste, da sie ursprünglich ja mich eigentlich wollte, aber zu ihm gefunden hat, weil das mit uns so nicht funktioniert.

Habe mich aber dagegen entschieden.

Ich war eventuell etwas herablassen ihm gegenüber.

..und mit eventuell meine ich ganz bestimmt.

Nadine nahm mich auch mal kurz zur Seite und meinte, ich solle doch etwas netter zu ihm sein. Schliesslich sei er doch ganz ok. Ich bin allerdings nach wie vor überzeugt davon, dass er das alles nicht bemerkt hat. Ich hatte eher den Eindruck, dass er alles als freundschaftliche Neckerei oder sowas verstand.

Und ich habe und werde ..vielleicht. die Aussage, dass er nur ganz ok ist, ignorieren. Das ist ihre Angelegenheit.

Ja, ich weiss, dass du das vermutlich liest. Ja, alles sehr subversiv.

..man kennt ihn.

Mein Fazit, was ihn angeht: Er ist und bleibt ein Eumel.

Absolut nicht mein Fall und ich kann nichts mit ihm anfangen.

Müsste ich auch nicht, wenn ich ihr Angebot nicht annehmen würde.

Seine Eumligkeit mal beiseite, er hat mir angeboten, dass wir eine offene Beziehung versuchen könnten. Mit offen meint er bzw. sie beide, dass sie und ich uns weiterhin treffen können.

Er hätte gerne auch, dass wir uns ab und an vielleicht auch mal zu dritt treffen. Ich dachte kurz auch, dass er auf einen Dreier aus ist. Hat sich aber geklärt, dass er das nicht möchte. Aber er würde uns beide gerne mal beim Sex beobachten.

Ich weiss jetzt halt auch nicht.

Während dem Sex einen Eumel neben mir zu haben, weiss ich nicht, ob ich das so prickelnd finde.

Aber das andere ginge wohl schon in Ordnung.

Das ist ja quasi einfach die Weiterführung von dem, was wir ohnehin schon gemacht haben.

Je mehr ich hier aber schreibe und diesen Abend bzw. die Situation an sich reflektiere, wird mir bewusst, wie strange das ganze ist. Und ich bin mir noch unschlüssig, ob und wie das weitergehen soll.

Was denkt ihr über?

Würdet ihr damit umgehen können oder würdet ihr euch niemals auf sowas einlassen?

Das wars mal für den Moment.

Haut rein. Seid lieb!

xoxo

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Gott, Welt, diesdas..

Wie lernresistent können wir sein? ..Ja

Die Ursachen sind bekannt.

Die Wege, sie zu bekämpfen sind bekannt.

Reaktion der Menschheit: Rumheulen, kleinreden, leugnen, ablenken, ignorieren.

Ein paar Wenige haben zu viel.

Ganz viele haben zu wenig.

Wer eigentlich am längeren Hebel sitzen würde, um Dinge zu ändern, liegt eigentlich auf der Hand.

Aber wir beschäftigen uns lieber mit irgendwelchen, bescheuerten „Glaubenskriegen“ und bewerfen uns gegenseitig mit Kacke.

„Glauben“ verbindet nicht. Er spaltet.

Ideologien verbinden nicht. Sie spalten.

Evidenz verbindet. Fakten bieten eine Grundlage für Gemeinsamkeit, für ein kollektives Handeln, um Probleme zu lösen und Ursachen zu bekämpfen.

Aber ist ok, glaubt, denkt und meint halt lieber. Stecken wir eben weiter bis zum Hals in der Scheisse.

Aber heult gefälligst nicht rum und lasst uns unsere Erbärmlichkeit stillschweigend ertragen, bis alles ein Ende gefunden hat.

Wir. Die Krone der Schöpfung.

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<3

1 + 1 + Eumel

Na, ihr Pimmler..

Willkommen in der neuen Rubrik: Beziehungsstellungen und Sexlagen.

..oder so.

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Wenn du alle aufgegessen hast, ist sie leer

Mit meiner aktuellen Praline geht es gerade in ungewohntes Gefilde.

Und bevor hier irgendwer rumheult: Praline soll keine Herabwürdigung für Nadine sein ..die nicht Nadine heisst. Sondern bezieht sich auch die Einleitung ..duh.

Beschwerden bitte hier entlang

Pralinen bitte hier entlang

..obwohl Nadine schon oft sehr süss ist ..egal

Bis vor einer Weile, lief zwischen uns alles gut. Wir führten eine Beziehung, die für beide gepasst hat. Wir können uns beide ziemlich gut um uns selber kümmern, beide wissen was sie wollen und wir hatten beide kein Interesse daran, permanent aufeinander zu hocken und immer alles gemeinsam zu machen. Sie wollte keine «klassische» Beziehung. Ich wollte keine. Beide führten ihr Leben und die beiden Leben haben sich dann und wann mal überschnitten. Alle Beteiligten zufrieden ..Yay!

Doch dann wurde alles anders. ..ANDERS!

..tschuldigung

Eines Nachts wurde sie von Ausserirdischen entführt und seitdem ist sie einfach nicht mehr dieselbe.

Ja ok, das ist kompletter Bullshit. Aber sie hat sich wirklich verändert. Bzw. ihre Bedürfnisse haben mittlerweile neue Schwerpunkte.

Sie möchte doch lieber so eine «feste» Beziehung, mit aus zwei Leben eins machen, vielleicht sogar Kinder und so Gedöns. Und das alles gerne mit mir. Und das alles ist ja auch völlig in Ordnung. Wäre da nicht ein Problem.

Das Problem ist: Ich.

Ich habe da mal so gar kein Bedürfnis danach. Und mit gar kein Bedürfnis meine ich absolut so überhaupt gar nicht. Darüber nachgedacht habe ich aber natürlich.

Wirklich.

..schwör!

Jedenfalls hat ihr das was wir bis dahin hatten, nicht mehr die Zufriedenheit gegeben wie zuvor. Logische Konsequenz für uns beide: getrennte Wege.

Schliesslich sind wir erwachsen, vernünftig und lösen Probleme.

Das galt so zirka für 2 Wochen. Dann haben wir uns wieder getroffen. Und dann nochmal. Und eventuell dann nochmal.

Ja, ok. Wir haben keine Ahnung, wie das mit Trennung funktioniert, ok?

Darf ich vorstellen: Motte, Licht. Licht, Motte.  

Und dann kam der Eumel!

Sind datet den Eumel. Sie lernt den Eumel besser kennen. Sie mag den Eumel. Sie erklärt mir, dass sie jetzt mit ihm zusammen ist. Weil er halt ein guter ist und an einer festen Beziehung mit allem Drum und Dran interessiert ist.

Es schien so, als gäbe es jetzt einen Eum.. einen Grund, dass das mit der Trennung doch noch umgesetzt werden könnte.

Ich glaube, es sind 3 oder 4 Wochen vergangen, bis eine Nachricht kam von ihr. Eine kleine Unterhaltung per WhatsApp endete darin, dass ich zu ihr gegangen bin, wir eine Tüte geraucht haben und wieder in der Kiste gelandet sind.

Am nächsten Morgen, als wir uns verabschiedeten, hat sie sich bedankt bei mir.

Randnotiz: sie hat sich vorher nie bei mir so bedankt beim Verabschieden. Es war so, als hätte ich ihr gerade Essen geliefert oder den Kühlschrank repariert.

Mal unter uns. Hat sich bei euch schon mal jemand bedankt, weil ihr mit ihm/ihr/ihnen Sex hattet?

..Profis lassen wir mal aussen vor, ok?

Da ich durchaus auch höflich sein kann, habe ich natürlich Bitte gesagt. Wollte dann aber schon wissen, was das sollte und habe sie zu einem Kaffee überredet. Irgendwann erklärte sie mir, dass es der Eumel wohl nicht so ganz bringt in der Kiste. Natürlich verbuche ich das, mangels Empathie ihm gegenüber ..nach wie vor. auf meine Haben Seite.

Weil ich sie aber lieb hab und den Menschen, die ich mag soll es gefälligst gut gehen, habe ich getan was ich für richtig hielt. ..nachdem ich fertig war mit selbstgefälligem Lachen

Ich habe ihr nahegelegt, dass sie halt mit ihm darüber reden muss. Kommunikation ist wichtig auch oder gerade beim Sex. Lieber keinen Sex als schlechten Sex.

Ich weiss das. Ich hatte auch schon schlechten Sex

Sowohl als (Mit-)Verursacher, aber auch als «Leidtragender». Aber das ist ein anderes Themenfeld.

Zurück zu Eumel und Nadine ..und mir

Die letzten Wochen, wurde ich weiter sporadisch für «Besuche» angefordert. Für mich war das ok. Ich verbringe nach wie vor gerne Zeit mit ihr. Unsere Kompatibilität ist in vielen Dingen sehr, sehr gut. Und ein schlechtes Gewissen habe ich nicht wirklich. Warum sollte ich? Ist ihr Ding.

Und jetzt, jetzt macht sie wirklich ein Ding aus ihrem Ding.

Anscheinend hat sie mit Eumel geredet.

Anscheinend hat der wohl Verständnis für die Situation.

..frag mich nicht.

Anscheinend hat er kein Problem damit, dass sie sich ab und an mit mir trifft.

..frag mich nicht.

Aber ..und das wird eine grosses Aber.

ABER, er will mich kennenlernen. Deshalb haben wir demnächst ein Date zu dritt.

Natürlich. Absolut logischste Herangehensweise.

..hab ich bock drauf

Ich fasse kurz zusammen:

Erst: Sie, ich, Love, Peace and Happyness.

Dann: Meh.. weiss nicht so recht. Lass mal lieber nicht mehr machen.

Dann: Ne, warte. Geht doch nicht so ganz ohne.

Dann: Hallo Eumel! Sie & Eumel. Traumschiff.

Dann: Ist doch nur ein Schlauchboot – Einmal die Nummer 69 zum Mitnehmen, bitte.

Dann: Die Lösung! Lass uns zu dritt in den Urlaub fahren!

Ja, das mit dem Urlaub stimmt nicht. Nadine und Eumel haben mich „nur“ zum Essen eingeladen.

Und ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich von dem Ganzen halten soll.

Klar, ich gehe da hin. Nadine hat gesagt, sie macht Gemüselasagne. Ich mag ihre Lasagne. Nein, stimmt nicht. Ich liebe ihre Lasagne! Die lass ich mir nicht entgehen. Und wenn ich mich als Gegenleistung dafür mit Eumel abgeben muss, dann mach ich das halt.

Vielleicht bin ich ein bisschen nervös, weil ich keine Ahnung habe, wie das hier weitergeht bzw. worauf genau das alles hinausläuft. Mal kucken.

Soll ich euch auf dem Laufenden halten?

..rhetorische Frage. Mache ich ohnehin, falls ich Lust dazu habe

Aber wenn ihr das Bedürfnis habt, irgendwas loszuwerden: ihr kriegt schon raus, wie ihr mich kontaktieren könnt.

Also dann.

Haut rein, seid lieb und esst mehr Spinat!

xoxo

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Das Leben und Ben

#41 knuffig

„Was machen wir hier eigentlich Ben?“, fragt Edona, während sie ihren Arm aus dem Bett Streckt und nach der Wasserflasche auf dem Boden greift.

Wir haben die ganze Nacht Filme gekuckt, getrunken, geraucht, rumgealbert und … ok, von den Filmen haben wir kaum was mitgekriegt. Sex ist halt einfach interessanter. Ich fahre ihr sanft über den Rücken, während sie sich hinsetzt, um etwas zu trinken. „Kuscheln?“ antworte ich ihr fragend. Sie setzt die Flasche ab, dreht sich zu mir und legt sich wieder hin. „Ach, was du nicht sagst.“ meint sie grinsend. Sie streichelt meinen Oberarm und schaut mir tief in die Augen. „Ich mein doch nicht, was wir jetzt gerade machen … mehr so … was ist das zwischen uns?“ „Ich … ich weiss nicht genau.“ stammle ich vor mich hin. Ich habe mir da noch nie so grossartig Gedanken darüber gemacht. Klar, ich mag es, wenn sie in meiner Nähe ist. Mit ihr ist einfach alles besser. Die Welt ist in Ordnung, wenn sie da ist. Sie ist einer der wichtigsten Menschen für mich. Bei ihr kann ich mich komplett entspannen und einfach ich sein. Ich muss mich nicht verstellen oder so. Sie stupst mich an. „Erde an Ben. Bitte kommen.“ sagt sie, während sie weiter stupst und lacht. „Sorry … ich hab gerade nachgedacht.“ Edona lächelt mich an. „Ja, das hab ich gemerkt … und? Irgendwas bei rausgekommen?“ Ich senke meinen Blick etwas ab. „Ich.. ich hab dich sehr fest lieb.. Ich liebe es mit dir Zeit zu verbringen.“ Edona hält mein Kinn und zieht meinen Kopf wieder hoch. „Kannst du mir dabei nicht in die Augen schauen? Da ist doch nichts dabei.“ Sie gibt mir einen Kuss auf die Nase und lächelt. „Weiss nicht.. ich habe Probleme damit … es ist, als wär ich komplett nackt, wenn ich jemandem versuch zu sagen, was ich fühle.“ Edona grinst. „Na, du bist ja auch komplett nackt.“ Ich muss lachen. „So mein ich das doch gar nicht. Weisst du, da ist so eine Schutzmauer um mich rum … und immer wenn ich mich mit meinen Gefühlen auseinandersetze ist die weg … ich weiss auch nicht, wie ich das genau erklären soll..“ „Ist schon gut Ben. Ich kenn dich doch.“ sie fährt mir mit ihrer Hand durch die Haare. „Ich verstehe dich. Ich hab schon kapiert, dass du mir gerade auf deine Art erklärt hast, dass du mich liebst.“ „Was?“ Sie gibt mir einen Schmatzer auf die Stirn, rollt sich zum Bettrand und steht auf. „Na, du liebst mich Ben. Warum auch nicht? Ich bin toll. Und es ist voll ok. Ich liebe dich ja auch.“ sagt sie grinsend, während sie vor dem Bett so einen komischen, kurzen Siegestanz aufführt, als hätte sie gerade einen Touchdown gelandet.

Irgendwie bin ich etwas überfordert. „Ich liebe dich? Und … und du liebst mich?“ Edona greift nach meiner Hand und versucht mich aus dem Bett zu ziehen. „Ja. Und jetzt komm. Duschen!“ Ich robbe mich aus dem Bett und trotte ihr nach ins Bad.

„Aber warum?“ Edona sieht mich leicht fragend an. „Na, ich hab seit gestern Morgen nicht mehr geduscht und ausserdem macht Duschen zu zweit spass.“ Sie grinst schelmisch. Ich muss auch grinsen. „Ja schon.. aber das meinte ich gar nicht … warum du mich liebst, frag ich mich. Ich bau doch dauernd Scheisse … das sagst du mir ja auch immer wieder.“ „Das ist ja auch so. Und genau deswegen bin ich auch hin und hergerissen was dich angeht. Ich wär gerne mit dir zusammen … so als fester Freund, weisst du? Aber ich denke nicht, dass ich das kann, solange ihr den ganzen, dummen Scheiss immer macht..“ Sie rückt nahe an mich ran, umarmt mich und legt ihren Kopf auf meine Brust. „Aber neben dem, bist du der beste Mensch, den ich kenne … du bist immer da für mich. Du beschützt mich, wenn ich es brauche und unterstützt mich immer, egal was ich mache … und du erwartest keine Gegenleistung. Du bist einfach bedingungslos lieb zu mir. Ich bin froh, dass ich dich habe.“ Ihr Stimme wird leicht zittrig. Ich senke meinen Kopf um ihr Gesicht zu sehen. „Weinst du?“ Sie wischt sich mit einer Hand durch ihr Gesicht. „Nein..“ sie schnieft kurz. „du weinst.“

„Danke Edona.“ Ich streichle ihr über den Rücken. „ich vergesse irgendwie oft, dass ich auch was gutes an mir hab … ich bin übrigens auch froh, dass ich dich hab … ich.. ich wüsste nicht, was ich ohne dich in meinem Leben machen würde … Du bist mir verdammt wichtig.“ Edona streckt sich an mir hoch und gibt mir einen Kuss, stellt sich wieder hin und sieht mich von unten mit ihren grossen Kulleraugen an.

„Weisst du was ich auch an dir mag?“ Ich schüttle den Kopf. „Du bist immer so knuffig, wenn du mal deine harte Schale ablegst. Ich würde dich dann am liebsten auffressen.“ Sie lacht und gibt mir einen Klaps auf den Arsch. „Ich bin knuffig?“ „Jaaa! Knuffiiig!“ sagt sie, setzt ihre Lippen an meiner Brust an, pustet los und macht diese komischen Furzgeräusche. Ich muss lachen. „Du hast doch nen Knall … Ich glaube du brauchst Schlaf.“ Sie schüttelt vehement den Kopf. „Nein, Nein, Nein. Ich brauch Dusche.“, erklärt sie mit erhobenem Zeigefinger. Sie schiebt den Duschvorhang zur Seite, steigt in die Wanne und streckt mir ihre Hand entgegen. „Jetzt komm endlich, du Schnecke!“

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Gott, Welt, diesdas..

Online Kröten

Na, ihr Pimmler..

Ich mal wieder.

Kennst du den Unterschied zwischen Fröschen und Kröten?

Wenn ja, gut.

Wenn nicht, weisst du jetzt, was du heute noch machen könntest.

Apropos Kröten.. Online Dating.

Schwierig.

Ich gebe zu, meine Erfahrung damit beschränkt sich vorwiegend auf Tinder. Das Problem: ich kann das nicht ernst nehmen.

Ist bisschen wie online einen Fernseher kaufen.

Du kuckst dir verschiedene Modelle an, liest die Beschreibung, vergleichst und schränkst die Auswahl erst mal ein. Soll ja Menschen geben, denen sowas spass macht. Mir nicht. Ich schlendere lieber durch die Stadt, kuck mir die Sachen in den Schaufenster an und wenn etwas mein Interesse weckt, geh ich in den Laden und seh ich mir das ganze genauer an.

Für meinen Geschmack, fehlt ernsthaftem Online Dating jegliche Spontanität und hat sehr wenig Spassfaktor.

Geschmacksache. Klar. Aber ich finde viel lieber zufällig, als ewig nach etwas zu suchen.

Nicht, dass Tinder keinen Unterhaltungswert hat. Wenn mir mal wieder langweilig ist, spiel ich es ab und zu und wische mich durch die Verzweiflung, Torschlusspanik, Lebenskrisen, Verkorkst- und Humorlosigkeit, bis mal was sympathisches aufblitzt.

Unter uns; es gibt da tatsächlich Menschen, die erwarten, dass man erst mal ihre Emoticonanhäufung dechiffriert, welche angeblich ihre Person und ihre Interessen beschreiben.

..ja klar. Hab ich bock drauf.

Ich gehör da eigentlich nicht hin. Und das Konzept von Tinder ist es glaube ich nicht, dass ich mich über Profile von anderen lustig mache, die da ernsthaft nach Liebe, Beziehungen, Sex oder was auch immer suchen.

..aber ist jetzt halt mal so.

Mein Fazit: ich habe Frauen über Tinder kennengelernt. Ich habe mich auch auf Dates eingelassen. War alles nicht so meins. Nur mit J. habe ich noch Kontakt. Wie senden und gegenseitig Screenshots von Tinderprofilen und Nachrichten und machen uns zusammen darüber lustig. Gemein, aber ..leck mich!

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Gott, Welt, diesdas..

Wie man mit einem Anker niemanden umbringt

Na, ihr Pimmler..

Falls du das hier liest, weil dein nautisches Interesse getriggert wurde, muss ich dich leider enttäuschen. Es geht heute nicht um Schiffe und es wird auch keiner nass.

..im Idealfall.

Lass mal über Reiz-Reaktions-Kupplung reden.

Reiz was?

Reiz -> Reaktion -> Kuppeln.

Pawlow. Konditionierung. Wuff!

Du kennst das doch bestimmt auch, du riechst etwas und musst sofort an was bestimmtes denken. Oder du hörst einen Song und zack: schwelgst du in Erinnerungen. Ein bestimmter Reiz löst eine Reaktion aus.

Darum geht es. Bzw. diese „Funktion“ bewusst zu nutzen.

[Kleiner Disclaimer: Das alles ist kein wissenschaftliches Essay von mir, sondern rein persönliche Erfahrung und anhand dieser, möchte ich einfach Tipps weitergeben – für genauere, fundierte Angaben: google den Bums einfach]

Kennst du auch diese Momente, in denen du ausrasten könntest? Stresst dich etwas ungemein? Ist da diese Anspannung, die einfach nicht weg will? Klopft Anxiety wieder an der Türe?

Da kann dir Ankern vielleicht helfen.

Ich selber laufe durch mein Leben und bin sehr schnell reizüberflutet. Es gibt viele Situationen, die mich überfordern.

..Asperger ist halt schon was tolles.

Oft denke ich dann einfach an Pinguine und es geht wieder weiter.

..klingt komisch, ist aber so.

Das bedeutet jetzt nicht, dass du an Pinguine denken sollst, wenn du gestresst bist und dann bist du wieder völlig entspannt.

Obwohl.. vielleicht funktionierts ja bei dir auch.

Ich schweife ab.

Wollte dir ja Tipps geben. Darum lehn dich mal kurz zurück, atme tief durch und gönn dir meine Anleitung, damit auch du reich wirst.

Sorry. Falsches Thema.

Also..

1. Such dir etwas, was dir gefällt, woran du dich gerne erinnerst. Z.B. eine Erinnerung an den Strand vom letzten Urlaub oder sonst etwas schönes. Du findest schon was. Ideal für den Anfang ist, wenn du sogar einen kleinen Gegenstand hast, den du mit deiner Erinnerung assoziierst und den du ohne Probleme überall mitnehmen kannst. Wenn nicht, kein Weltuntergang. Geht auch anders.

Der Einfachheit halber, erkläre ich das Vorgehen mit der Stranderinnerung und einer Muschel.

2. Zieh dich zurück an einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist und machs dir gemütlich.

3. Schliess deine Augen und denke an den Strand. Versuch dich an jedes Detail zu erinnern. Die Farbtöne des Meeres, den Wellengang, was gibt es alles an diesem Ort usw. ..du weisst schon. Während du das tust, nimm die kleine Muschel in die Hand und spiel mit ihr rum. Nonstop. Wenn du keinen Gegenstand hast, kannst du auch die Spitzen von deinem Daumen und Zeigefinger fest zusammenpressen, nach einen Moment wieder lösen, wieder zusammenpressen usw. bis du die Session beendet hast.

4. Das machst du so 5 – 10 Minuten. Ohne Unterbrechung natürlich.

5. Wiederhol das ganze mal täglich für 1 – 2 Wochen. Am effektivsten ist es, wenn du den Ablauf immer gleich machst. Du siehst dir in Gedanken z.B. immer erst das Meer an, dann die Palme etc.

Nimm die Muschel ab sofort immer mit. Wenn du dich gestresst fühlst, schliess kurz die Augen und spiel mit ihr auf dieselbe Weise, wie du es bei deinen Sessions gemacht hast. Denke an deinen Strand, atme tief durch, öffne deine Augen wieder und weiter geht es.

Je intensiver und öfter du das in der „Anfangsphase“ machst, desto schneller und effektiver bekommst du dich entspannt mit der Zeit. Irgendwann wirst du es auch ohne den Gegenstand hinkriegen runterzufahren, mit sehr kurzen Zeitaufwand.

Easy oder?

..danken kannst du mir später.

Hauste rein.

xoxo

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Das Leben und Ben

#40 Wer ist Kafka?

Ich mache es mir gerade mit Kaffee und einem Buch, auf unserem kleinen Balkon gemütlich, als jemand an der Türe klingelt. Ich gehe zurück in die Wohnung, aktiviere die Entriegelung des Hauseingangs und öffne die Wohnungstüre einen Spalt. Kurz darauf sehe ich, dass es Diego ist, der die Treppe hoch getrampelt kommt.

Früher war ich mit Diego im Fussballverein. Von da kennen wir uns. Ich würde nicht behaupten, dass er ein guter Freund ist, wir kennen uns einfach schon lange. Man trifft sich immer mal wieder im Ausgang und so.

Ich öffne die Türe nun ganz. „Hey Ben.“ ruft er mir entgegen und kommt auf mich zu. „Yo, Alter. Was gibts?“ sag ich und strecke ihm eine Faust entgegen. Er bleibt vor mir stehen und schlägt ein. „Hast du kurz Zeit?“ „Klar. Komm rein.“ Ich gehe aus dem Türrahmen in die Wohnung und bleib im Flur stehen. „Bist du alleine?“ fragt er mich. Ich nicke. „Warum?“ „Weil ich mit dir unter Vier Augen was bequatschen will.“ sagt er und sieht mich mit ernster Mine an. „Ok.. jetzt bin ich neugierig … magst du ne Coke?“ Er nickt. „Geh schon mal auf den Balkon. Ich wollte nämlich gerade Einen rauchen.“ Diego geht in Richtung Balkon. Ich verschwinde kurz in der Küche, hole eine Dose aus dem Kühlschrank und geh ihm nach.

„Hier.“ Ich stelle ihm die Coke hin und setzte mich neben ihm an den kleinen Tisch. „Danke … wer ist Kafka?“ fragt er mich und zeigt auf das Buch auf dem Tisch. „Na, offensichtlich ein Schriftsteller.“ sag ich und grinse. „Ein gutes Buch?“ „Keine Ahnung. Habs noch nicht gelesen. Du hältst mich gerade davon ab … Larissa hat mir das geschenkt.“ Er starrt das Buch an. „Diego, was ist los mit dir? Du wolltest doch über was reden, nicht?“ Er nickt. „Ja … ich hab da was.“ Er öffnet seinen Rucksack. „Würdest du mir bei etwas helfen?“ „Denke schon.. bei was denn?“ in diesem Moment zieht er eine Pistole aus seinem Rucksack und legt sie auf den Tisch. Ich sehe das Teil und keife ihn an. „Alter, bist du irre?! … pack sofort das scheiss Ding wieder weg!“ Er sieht mich etwas verdutzt an, nimmt aber die Pistole und steckt sie wieder zurück in seinen Rucksack. „Chill mal Alter. Kein Grund auszuticken.“ Ich reisse mich zusammen um ihn nicht noch einmal anzubrüllen „Du bringst einfach so ne verdammte Schusswaffe in meine Wohnung. Ich finde, dass ist ein guter Grund um auszuticken.“ „Schon gut. Sie ist ja schon weg.“ versucht er mich zu beruhigen. „Sie ist nicht weg. Sie ist bloss in deinem Rucksack, du Holzkopf … warum hast du überhaupt ne Knarre? Und wo zum Geier hast du die her?“ will ich von ihm wissen. „Unwichtig wo ich die her hab. Aber sie hat was damit zu tun, über das ich mit dir reden wollte.“ Ich starre auf die Kaffeetasse vor mir, schüttle den Kopf und versuche gerade darauf klarzukommen, was hier passiert.

„Ben?“ Diego stupst mich an. „Geht es dir gut?“ Ich löse meinen Blick von der Tasse und schaue zu ihm. „Hör zu, wenn du die loswerden willst, wir können sie meinem Onkel bringen. Der regelt das schon irgendwie.“ Er sieht mich verdutzt an. „Loswerden? Ich will die doch nicht loswerden. Ich brauch die noch … und ich hätte gerne jemanden, der mir hilft und Schmiere steht … ich dachte … du hilfst mir vielleicht.“ „Schmiere stehen? Was laberst du da? Das ist doch.“ Diego fällt mir ins Wort. „ Hör zu. Das wird ne total einfache Sache. Ich kenne da eine Tankstelle etwas ausserhalb und.“ Ich unterbreche ihn. „Alter, du erklärst mir nicht wirklich gerade, dass du eine Tankstelle überfallen willst, oder?“ Ich steh auf und tigere auf dem Balkon hin und her. „Wer hat dir denn ins Gehirn geschissen?! … Bist du jetzt komplett durch? … vergiss es! Bei so einer Scheisse mache ich nicht mit. Niemals! Und du solltest das auch besser wieder vergessen.“ Diego sieht mich fragend an. „Aber du hast doch auch schon gesagt, dass wir eine Bank ausrauben sollten, um an viel Kohle zu kommen.“ Ich bleib stehen und schau ihn an. „Echt jetzt? Das ist doch nur Gelaber. Das war doch nie ernst gemeint, du Trottel.“ Ich seh ihm an, dass er nachdenkt. „Ok.. aber.. Was ist denn schon dabei? Die ist ausserhalb und wir warten ab, dass keiner mehr drin ist. Es kommt doch keiner wirklich zu schaden.. Tu jetzt nicht so, als wärst du ein Unschuldslamm, Ben. “ Ich atme ein Mal tief durch, um mich etwas zu beruhigen. „Rede nicht von wir. Ich will damit absolut nichts zu tun haben, ja. Und was soll das mit keiner kommt zu Schaden? Auch wenn keine Kunden da drin sind, ist da mindestens noch jemand an der Kasse, nicht? Was denkst du wie es ihm oder ihr geht, wenn du da mit einer Knarre vor ihnen rumfuchtelst? Mal daran gedacht? … und wenn nichts dabei ist, wozu ist dann überhaupt eine Pistole nötig, huh? … was du da vor hast ist einfach nur bescheuert, ja. Egal, ob du es dir schön redest … und ja, meine Weste ist nicht weiss. Aber so eine Scheisse liegt weit davon entfernt, dass ich das mit meinem Gewissen vereinbaren könnte“ Leicht angepisst steht er auf und hängt sich seinen Rucksack um. „Ach, fick dich Ben! … ich dachte echt, mit dir könnte ich das durchziehen. Hab mich offensichtlich getäuscht. Wusste nicht, dass du so ein Schisser bist.“ „Ich denke, du verwechselt da Schisser mit kein Vollidiot sein … hör zu, wenn du dringend Geld brauchst, wir können da sicher was regeln für dich, ja.“ Er sieht mich an, zeigt mir einen Mittelfinger und verschwindet in die Wohnung. Ich ruf ihm nach. „Lass es einfach Diego!“ „Fick dich Ben. Fick dich!“ Ich höre, wie er die Wohnungstüre hinter sich zuschlägt.

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Gott, Welt, diesdas..

Tschüss!

Na, ihr Pimmler..

Diese Jahr war ziemlich gut gefüllt mit 🤮

..aber wem sag ich das. Ihr wart ja anwesend. Und sorry für den Emoji. Kommt nicht wieder vor.

Trotzdem oder gerade deswegen, haben sich ein paar, der vermeintlich wenigen Dinge, als gute Erinnerungen für mein 2020 hervorgehoben.

Privat, hatte ich ein paar sehr schöne Momente, mit Menschen, die ich sehr mag und schätze. Ihr wisst schon wer ihr seid. Nur Liebe für euch!

..falls du dir jetzt nicht sicher bist, ob du dich angesprochen fühlen sollst; kleiner Tipp: Nö..

Speaking of Holzköpfe.. natürlich blieb 2020 auch mein sonst so idyllisches Dasein nicht frei von belastenden Menschen, denen irgendwas quer steckt. Aber auch diese Vollpf…menschen möchte ich hier mit einem liebevoll gemeinten FICKT EUCH! IHR KÖNNT MICH ALLE MAL! aus dem alten Jahr verabschieden. Ich wünsche auch euch ein gutes neues Jahr und mögen eure Ärmel immer runterrutschen beim Händewaschen.

Zurück zu den wichtigen Dingen. Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass ich Sprachnachrichten, Telefonate und Video Calls noch immer nicht mag. Aber während der Quarantäne, war auch ich sehr glücklich darüber, diese Optionen zu haben. Allerdings nur für den Kontakt mit einer bestimmten Person. Also lasst mich bitte weiterhin in Ruhe mit inflationärem Gebrauch von diesem Bums! Danke ❤

Hochachtungsvoll

Ach fuck! Bin ja noch gar nicht fertig...

Anfang 2020, habe ich mein erstes Producer-Album released. Happy Then I Die

Alles in, auf und rund um das Ding ist selfmade. (und ein bisschen moralische Unterstützung von iPat) Über Wochen, habe ich mich für dieses Projekt im Keller eingesperrt. Ich habe einige Verwandte verkauft und auf Eis verzichtet, um das Album zu machen.

Kommerziell kein riesiger Erfolg, aber einige hundert Streams gabs schon in diesem Jahr. Kurz in den Top 50 der Album Charts war es auch. Wenn man bedenkt, dass ich kein Geld für Werbung ausgegeben habe, mir kaum Mühe gebe, um auf meinen Social Media Kanälen zu networken, geschweige denn, diese zielgerichtet zu unterhalten … Danke dafür!

..der Teil mit dem Eis ist gelogen.

Das Leben und Ben

Über diese Veröffentlichung habe ich mich mindestens genauso gefreut, wir über mein Album.

Mit der wundertollen Paula, dem grosstastischen CRF und der famosiösen Dana, hatte ich letztes Jahr eine anstrengende, aber sehr lustige und schöne Zeit, beim Einsprechen dieses Hörbuches, im Studio von Zona 167.

Diesen Sommer kam dann das fertige Produkt auf den Markt. Mein/unser erstes Hörbuch!

Nach wie vor, wird damit Geld gesammelt und der komplette Erlös gespendet. Mehr Infos dazu, findest du hier.

Ebenfalls in diesem Jahr, haben wir unser „Label“ MEK gegründet.

Mit „wir“, meine ich Amazing, July, Pat MC und mich. Da wir ohnehin schon lange ein gutes Team sind, war es nur naheliegend, dass wir unserem kreativen Kollektiv einen Namen gegeben haben.

Wer mich kennt weiss, dass ich gerne an Tankstellen rumgammle und Kaffee trinke. Aber auch, dass ich gerne Zeichne und Male. Diese beiden Dinge haben absolut keinen Zusammenhang. Aber mit dem einen, habe ich dieses Jahr angefangen, endlich etwas Kohle zu verdienen. Und es ist nicht Tankstellenkaffee.

Bis zu ersten Million fehlen aktuell zwar noch etwa 999450.- CHF, aber das wird schon.

Einen Teil der Bilder und Infos findest du hier.

Da ich aber faul bin und die Galerie nur sporadisch update, folg mir besser auf IG. Die meisten Pieces veröffentliche ich da zuverlässiger.

Danke an alle, die ein Bild von mir rumhängen haben! Ihr seid wirklich gute Menschen und kommt bestimmt in den Himmel.

..oder so.

Das wars von mir für dieses Jahr.

Ich wünsche euch einen guten Start ins neue und seid lieb.

xoxo

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Das Leben und Ben

#39 Ritalin & Disziplin

Frau Hellinger sieht mich mit ihrem strengen Blick an. „Nimmst du denn deine Medikamente auch jeden Tag?“ fragt sie mich. „Die bekommt er jeden Tag von uns.“ meint Herr Kleeb, während ich ihr zunicke. Eigentlich nehme ich die Tabletten aber so gut wie nie. Die machen mich … komisch. Meistens lasse ich sie in meiner Tasche verschwinden und werfe sie draussen in einen Mülleimer.

„Das ist gut Ben.“ sagt sie und tätschelt meine Schulter.

Ich sitze am Tisch mit der Schulpsychologin und unserem Heimleiter. In dessen Büro. „Ehrlich gesagt, merken wir kaum eine Verbesserung bei ihm, seit er das Ritalin bekommt.“ sagt Herr Kleeb und starrt mich an. „Ist nach wie vor ein Lausbengel, der nicht auf unsere Betreuer hört und macht was er will. Er ist dauernd in irgendwelche Raufereien verwickelt und büchst regelmässig aus … wir sind am Ende mit unserem Latein, was das angeht. Und von der Schule, bekommen wir auch nichts anderes zu hören.“ Frau Hellinger denkt einen Moment nach. „Ich fände es trotzdem nicht gut, die Medikamente jetzt schon wieder abzusetzen. Diese wirken unterstützend. Ich sollte mich regelmässiger mit ihm treffen für unsere Gespräche. Eventuell wöchentlich, statt ein Mal im Monat … was denkst du Ben? Eine wöchentliche Sitzung könnte dir gut tun.“ Sie sieht mich fragend an. Ich zucke mit den Schultern. Ich habe keine Ahnung, was das bringen sollte. Sie erzählt mir eigentlich jedes Mal nur, dass ich mich nicht prügeln darf, den Unterricht immer besuchen soll und auf die Erwachsenen um mich rum hören muss.

Ich habe ihr mal erzählt, dass mich gewisse Jungs hier im Heim schikanieren und wie uns gewisse Betreuer behandeln. Aber das scheint sie nicht interessiert zu haben.

„Und sie denken, dass das etwas nützt, er die 6. Klasse nicht wiederholt und in der Oberstufe weitermacht?“ fragt Herr Kleeb etwas skeptisch. Frau Hellinger nickt. „An seiner Leistungsfähigkeit scheitert es nicht. Ben hat erstaunlich gute Noten für sein.“ sie unterbricht ihren Satz und sieht mich an „auffälliges Verhalten … Wenn wir an seiner Disziplin arbeiten, kommt er in der Oberstufe bestimmt zurecht.“ Sie hält meine Schulter fest, rüttelt mich leicht und lächelt.

„Wie sie meinen..“ Herr Kleeb beugt sich auf seinem Stuhl leicht vor, stützt sich mit seinen Händen am Tisch ab und sieht mich an „Ben, du kannst jetzt wieder gehen. Ich würde mich gerne noch mit Frau Hellinger alleine unterhalten.“ Ich schau die beiden an. „Also.. muss ich die 6. Klasse jetzt nicht wiederholen?“ Sie schütteln beide den Kopf. „Na gut..“ ich stehe auf und gehe zur Tür. „Ben! Anstand.“ ruft Herr Kleeb mir nach. Ich drehe mich zu ihnen zurück. „Auf Wiedersehen Herr Kleeb.. Tschüss Frau Hellinger.“ sag ich und verschwinde aus dem Büro.

Ich gehe die Treppen runter und raus auf den Hof. Aus dem Fenster im Treppenhaus habe ich Edona gesehen, wie sie zusammen mit Kim, einem anderen Mädchen aus dem Heim, Frisbee spielt. Ich gehe auf die zwei zu. Sie sehen mich und Kim wirft die Scheibe in meine Richtung. „spielst du mit?“ fragt sie mich grinsend. Ich nicke und werfe den Frisbee weiter zu Edona. „Und? … kommst du nächstes Schuljahr mit uns in die 6.?“ will Edona wissen. „Nö.. ich kann in die Oberstufe.“ antworte ich ihr knapp. „Schade. Ich wär gerne mit dir in einer Klasse.“ „Ich hätte nichts dagegen, mit dir in einer Klasse zu sein.. Aber ehrlich gesagt, freue ich mich über jeden Tag, den ich nicht in der Schule sein muss.“ „Versteh ich.“ meint Edona und lacht. „Ich weiss nicht, was ihr gegen die Schule habt. Ich mag die Schule.“ sagt Kim. „Ach du.. du zählst nicht … du magst ja auch Rosenkohl.“ antworte ich ihr und wir müssen lachen.

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Das Leben und Ben

#38 Dieser Cool Dings

Ich cruise auf meinem BMX der Strasse entlang, ziehe in die Gasse nach rechts und springe, mit einem eher kläglichen Bunny Hop, zwischen zwei geparkten Autos auf den Gehweg. Nach ein paar Metern verlagere ich mein Gewicht, drücke mit meinem rechten Fuss, das Pedal nach hinten und komme, nach einem kurzen Powerslide, vor der Ladentüre zum Stehen.

Ich steige ab und lehne mein Fahrrad an die Mauer unter dem Schaufenster des Plattenladens. Nachdem ich den Schlüssel aus meiner Tasche gekramt habe, öffne ich das Schloss an der Kette, die ich an eine Gürtelschlaufe montiert hatte und lege sie zwischen Hinterrad und Rahmen von dem Bike an.

Ich betrete das Geschäft. Am Tresen sitzen ein Mann und eine Frau mit Kopfhörern auf. An den Tischen mit den Schallplatten, steht eine weitere Frau. Ich gehe ein paar Meter weiter und suche einen der Ladenbesitzer, finde aber keinen von beiden im Laden. Ich gehe geradeaus zu einem der Regale mit Tapes. Mein Blick fällt auf ein gelbes Cover und ich greife nach der Kassette um sie rauszuziehen. Ich spüre eine Hand auf meiner Schulter. „Hey Ben. Wie geht‘s uns denn so?“ Die Stimme kenne ich. Ich drehe mich um. „Hey Sigi. Gut. Dir?“ Sigi und seinem älteren Bruder gehört dieser Laden. Er ist so mitte Zwanzig. Doppelt so alt wie ich, denke ich. „Mir geht es super!“ er lacht mich an. „was hast du dir da rausgesucht?“ Sigi greift nach der Kassette in meiner Hand. „Die Bestie in Menschengestalt? Die ist ziemlich gut.“ „Das ist das neuste Album, nicht?“ Er nickt und hält mir das Tape wieder hin. Gerade als ich es wieder nehmen will, zieht er es wieder weg. „Aber du bist leider zu jung. Die darf ich dir nicht verkaufen.“ sagt er mit ernster Mine. „Was?“ reagiere ich leicht überfordert. „Wie zu jung? Ich hab doch auch schon Kassetten von denen gekauft bei dir?“ Sein ernster Gesichtsausdruck weicht einem Grinsen und er klopft mir auf den Kopf. „Ich mach doch nur Spass.“ Ich zieh ihm die Kassette aus der Hand. „Ich dachte schon..“

„Willst mal reinhören?“ Ich nicke. Er geht vor zur Theke, ich ihm hinterher und setze mich auf einen der Stühle. Mir fällt gerade ein, dass ich ja eigentlich wegen was anderem hier bin. „Ich hab noch was für dich.“ sag ich, ziehe meinen Rucksack vom Rücken und lege ihn vor mir auf den Tresen. Ich hole einen Umschlag raus und lege ihn hin und schiebe ihn Sigi entgegen. „Ist das das was ich denke?“ „Weiss nicht was du denkst, aber Mauro hat mir das für euch mitgegeben.“ Sigi nickt. „Warte kurz.“ Er dreht sich um, zieht den schwarzen Vorhang, der im Türrahmen hängt, zur Seite und verschwindet dahinter. Ich lasse meinen Blick durch den Laden schweifen. Meiner und der, der Frau, die ein paar Meter neben mir an der Theke sitzt und Musik hört, treffen sich. Sie nickt mit dem Kopf, wohl zum Takt des Songs und lächelt mich an. Ich lächle zurück. Sie trägt eine rote Wollmütze. Sieht irgendwie cool aus das Beanie. Sigi ist zurück. „Hier Ben.“ Er hält mir einen anderen Umschlag hin. Ich nehme ihn und verstau ihn im Rucksack. „Für Mauro?“ Er nickt.

Sigi nimmt die Kassette aus der Hülle und steckt sie in die Anlage. „Die Nummer 3.“ Ich greife nach dem entsprechenden Kopfhörer. „Sag mal, was ist das eigentlich was da gerade läuft?“ Ich zeige auf den Lautsprecher, der neben mir an der Wand hängt. „LL Cool J. Gefällt dir das? Ich dachte, du magst lieber punkigere Sachen.“ „Ich.. ich mag Musik die mir gefällt..“ Er grinst mich an. „Ok.“

Ich setze mir die Kopfhörer auf und höre mir ein paar Songs von dem Die Ärzte Album an.

Sigi, der sich zwischenzeitlich abgewendet hat, sieht, dass ich die Kopfhörer abgesetzt habe und kommt wieder zu mir. „Und? Gefällts?“ „Jap. Die nehm ich.“ Er lächelt und holt die Kassette aus dem Deck. „Hat dieser Cool Dings von vorhin auch ein Album?“ Sigi lacht. „Ja, dieser Cool Dings hat auch Alben … weisst du was, ich hab da was für dich.“ Er geht in die Knie kramt eine Kassette hervor und legt sie mir hin. „Das ist ein Mixtape, dass ich gemacht habe … schenke ich dir.“ Ich nehme das Tape. Auf dem Cover steht DJ Siglar. „Wer oder was ist D J Siglar?“ Sigi lacht schon wieder. „Das heisst Dii Tschäi.“ Er macht diese komischen Anführungszeichen in der Luft mit seinen Fingern. „DJ Siglar. Das bin ich … weisst du was ein DJ ist?“ „Irgendwas mit Plattenspielern und so..

glaub ich … und was ist auf dem Tape drauf?“ will ich von ihm wissen. „Ein Mix von Rap Songs, den ich gemacht habe … Hip Hop. Gefällt dir vielleicht auch.“ Ich stecke das Mixtape in meinen Rucksack. „Danke. Ich werds mir anhören … hier, für das Ärzte Album.“ Ich krame einen 20er aus meiner Hosentasche und halte ihn Sigi hin. Er nimmt die Note, geht zu seiner Kasse, nimmt ein paar Münzen raus und bringt sie mir. „Hier, dein Rückgeld.“ „Danke.“ ich nehme das Geld, stecke es in meine Tasche, packe die Kassette in meinen Rucksack und rutsche vom Stuhl runter. „Machs gut.“ sag ich und winke Sigi zu. „Bis dann Ben. Und sag mir, ob dir das Mixtape gefallen hat.“ Ich nicke ihm zu. Beim Rausgehen schaue ich zur Frau mit dem roten Beanie. Ich winke ihr kurz zu. Sie winkt lächelnd zurück und ich verlasse den Plattenladen.

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Das Leben und Ben

#37 Scheiss Stadt

„Bleb stehen du Wichser!“ schreit Goran mir nach, während er mich verfolgt. Ich renne in Richtung Schönegg und er ist mir dicht auf den Fersen. Ich habe kein konkretes Ziel, ich versuche ich ihn bloss irgendwie abzuhängen. Sieht schlecht aus. Denn mir geht langsam die Puste aus. Ein Schlag von hinten zwischen meine Schulterblätter und ich stolpere gegen ein geparktes Auto. Plan B. Da muss ich jetzt wohl. Ich drücke mich vom Wagen weg und drehe mich zu Goran um. Dieser springt mich direkt an. Ich knalle rücklings gegen das Auto und er rammt mir sein Knie in den Bauch. „Du verdammter Hurensohn!“ keift er mich an. „Was … was soll die Scheisse eigentlich?“ ich presse die Frage raus um Zeit zu gewinnen, dass sich mein Zwerchfell wieder etwas entspannt und ich wieder zu Luft komme. „Wir haben euch schon hundert Mal gesagt, dass das unser Club ist und ihr Hurensöhne dort nichts verloren habt!“ brüllt er mich an, während er mich loslässt und sich vor mir aufbaut. „Erklär das doch mal lieber den Bouncern, die uns reingelassen haben.“ „Ich finde nicht, dass du gerade in der Position bist um frech zu werden.“ Er greift in seine Jackentasche, zieht ein Butterfly raus, schwingt es locker aus dem Handgelenkt und stürzt sich wieder auf mich. Er ist über mich gebeugt, drückt die Klinge an meinen Hals und flüstert mir ins Ohr. „Ich habe dich und deinen Kumpel sowas von satt! Nenn mir einen guten Grund, warum ich dir nicht hier und jetzt deine scheiss Kehle aufschlitzen sollte?!… ich würde der Welt einen gefallen tun … ein Hurensohn weniger!“

In diesem Moment schiesst mir so einiges, völlig wirr durch den Kopf. War es das jetzt? … Ich kapier ja, dass er mich nicht leiden kann … Würde ich mich an seiner Stelle ja auch nicht … Aber mich umbringen deswegen? … Klar, ich hab ihn ins Krankenhaus geprügelt. Aber seit dem habe ich von ihm und seinen Jungs, bei jeder Gelegenheit die sich ihnen bot, auf die Fresse gekriegt … Und dass ich letzten Sommer mal mit seiner Freundin rumgemacht habe, dass ist doch auch kein Grund … Die Geschichte ist ewig her. Ich spüre, wie er die Klinge fester an meinen Hals drückt. „Na, ist dir ein guter Grund eingefallen, du Stück Scheisse?“ blafft er mir ins Ohr.

„Lara.“ sag ich leise. „Was?“ hakt er nach. „Lara ist ein guter Grund!“ sag ich und versuche ihn von mir wegzudrücken. Er stemmt sich mit vollem Gewicht gegen mich. Ich greife mit meiner Hand nach seinem Handgelenk, damit er sein Messer nicht benutzen kann. Mit der rechten Faust hämmere ich wiederholt, seitlich gegen seinen Brustkorb. Er zieht seinen Arm von mir weg um seine Rippen vor meinen Schlägen zu schützen. Das ist der Moment in dem ich es schaffe, ihn von mir wegzudrücken und mich zu befreien. Ich verpass ihm einen Box gegen sein Kinn. Aus meiner unvorteilhaften Position, kann ich den Schlag nicht richtig durchziehen, aber es reicht, dass er kurz sein Gleichgewicht verliert und sitzend auf der Strasse landet. Er reibt mit der Hand seinem Kiefer und starrt mich wütend an während ich aufstehe. Ich hole aus und trete gegen seine andere Hand, in der er noch immer das Messer hält. Sein Arm schleudert nach hinten und das Messer fliegt einige Meter weiter gegen eine Hauswand. Goran dreht seinen Kopf in die Richtung, in die sich sein Butterfly verabschiedet hat. Ich wende mich von Goran ab und sprinte los. Irgendwas mit Hurensohn brüllt er mir noch nach.

An der Langstrasse angekommen habe ich Glück und ein Bus fährt gerade an die Haltestelle. Ich steige hinten ein und schaue in alle Richtungen aus den Fenstern um sicher zu gehen, dass er und auch keiner seiner Schwachköpfe mich gesehen und verfolgt hat.

Mein Puls braucht eine Weile, bis er sich wieder beruhigt.

Inzwischen bin im am Limmatplatz aufs Tram umgestiegen und fahre in Richtung Hauptbahnhof. Ich habe nur noch eins im Kopf. Weg hier! Raus aus der Stadt. Ich möchte nur noch zu Lara.

Am Bahnhof angekommen, löse ich mir ein Ticket für den nächsten Zug nach St. Gallen. Am Kiosk hol ich mir eine Dose Bier und schlendere in Richtung Gleis 9. Während ich auf dem Bahnsteig nach hinten gehe, schreibe ich Lara eine SMS, dass ich sie spontan noch besuchen komme, wenn das ok ist. Jasa schreibe ich ebenfalls an um nachzufragen, ob er davongekommen und bei ihm alles ok ist. Ich setze mich auf eine Bank, kram meine Zigaretten aus der Hosentasche, steck mir eine an und öffne mein Bier. Während dem ersten Schluck kommt auch schon Jasas Antwort. Er ist bei Onkel Jan und alles ok bei ihm. Beruhigt geniesse ich das kalte Bier.

Lara schreibt, dass sie sich auf mich freut. Meine Anspannung beginnt sich zu lösen.

Der Zug fährt ein. Beim Einsteigen schau ich nochmal in Richtung Bahnhofshalle. Das wars. Ich muss endlich weg aus dieser scheiss Stadt.

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Das Leben und Ben

#36 Kommen 2 Polizisten zu einer Bar

Ich starre auf meinen rechten Unterarm. Ich spüre, wie eine warme Flüssigkeit an ihm runter rinnt. In meiner Armbeuge saugt sich mein Pullover voll mit Blut. Die Wunde brennt ein wenig. Ich drücke mit meiner Hand dagegen. Mika steht mit ihren Händen vorm Gesicht, wie versteinert neben mir.

„Mika?“ Sie reagiert nicht. „Mika!“ Ihr Blick wandert langsam von meinem Arm weg und sie sieht mich entsetz an. „Du blutest Ben!“ meint sie. Bevor ich etwas sagen kann, kommt eine Frau aus einer Bar in der Nähe angerannt. „Ich habe die Polizei gerufen. Geht es euch gut?“ Sie schaut abwechselnd mich und Mika an. „Warum haben sie das getan?“ will ich von ihr wissen. Sie sieht mich leicht verdutzt an. „Ich.. da war dieser Typ.. ich hab gesehen, wie der auf dich losgegangen ist.. da dachte ich, ich ruf besser die Polizei.“ In diesem Moment fährt auch schon ein Polizeiauto an. Zwei Polizisten steigen aus und kommen auf uns zu. „Haben sie uns gerufen?“ fragt der eine. Er hat seine Frage kaum beendet, legt Mika auch schon los. „Helfen sie ihm! Er ist verletzt!“ befiehlt sie ihm und zeigt auf mich. „Immer mit der Ruhe.“ Er nickt seinem Kollegen zu. „was ist denn passiert?“ Mika erzählt ihm von dem Typen, der uns abziehen wollte, dass ich mich gewehrt habe und dieser plötzlich ein Messer aus der Jackentasche zog und uns bedrohte. Ich hätte ihm gesagt, dass er sich verpissen soll und dann ging er auf mich los. Ich hätte uns nur verteidigt gegen diesen Mistkerl, erklärt sie ihm.

Während sie dem einen Polizisten Rapport abliefert, sieht sich der andere meinen Arm an und erklärt mir, dass er jetzt einen Notarzt aufruft. Er gibt mir einen Klopfer auf die Schulter, wendet sich ab und geht zu ihrem Wagen. „Wie hat der Mann denn ausgesehen?“ will der Polizist von uns wissen. Mika beginnt ihn zu beschreiben. Ich entscheide mich dazu, meinen Pullover auszuziehen um mir die Wunde mal genauer anzusehen. Hätte ich besser sein gelassen. Ich seh die Schnittstelle in meiner Armbeuge. Sie scheint ziemlich gross. „Fuck!“ Der Polizist, Mika und die Bardame drehen ihre Köpfe zu mir. Mika blickt auf meinen blutverschmierten Unterarm und kommt sofort zu mir. „Oh mein Gott! Ben! Du musst sofort ins Krankenhaus!“ schreit sie fast schon hysterisch. „Alles gut Mika.“ Ich versuche ihren Blick weg von meinem Arm zu kriegen. Endlich sieht sie mir in die Augen. „Der Notarzt ist schon unterwegs.“ Der zweite Polizist kommt vom Wagen zurück. Er hält mir ein Stück Gaze hin und meint, ich soll damit die Wunde abdrücken. Ich presse das Ding in meine Armbeuge und setze mich hin. „Ben? Was ist los?“ fragt Mika besorgt. Sie kniet sich neben mich und nimmt mich in den Arm. „Mir ist kalt und etwas schwindelig.. aber geht schon.“ Die Bardame sieht uns an, dreht sich dann ab und rennt zurück in die Bar.

„Könnt ihr euch ausweisen? Wir bräuchten die Angaben noch für unseren Bericht und die Anzeige.“ „Welche Anzeige?“ will ich von ihm wissen. Er sieht mich fragend an. „Na, du willst denn Kerl doch sicher anzeigen. Immerhin hat er dich angegriffen und verletzt.“ „Natürlich wollen wir das!“ keift Mika. Ich schaue sie an, zieh die Schultern hoch und schüttle den Kopf. Mir fehlt gerade die Energie für Diskussionen. Ich kram mein Portemonnaie aus der Hosentasche, zieh meinen Ausweis raus und halte ihn dem Polizisten hin. Mika wühlt noch in ihrer Handtasche rum, da kommt die Barkeeperin zurück mit einer Decke und einer Cola in der Hand. „Hier. Trink was. Zucker hilft.“ Sie hält mir mit einem leicht verkrampften Lächeln die Coke hin. „Dankeschön.“ Während ich einen Schluck aus der Glasflasche nehme, legt sie mir die Decke über die Schultern. Inzwischen hat der Polizist seine Notizen gemacht und gibt uns unsere Ausweise wieder, da fährt auch schon ein Notarztwagen an. Eine Frau steigt aus, holt eine Tasche aus dem Kofferraum und kommt auf uns zu. Sie grüsst alle beim Vorbeigehen, bleibt vor mir stehen und geht in die Knie. „Hallo. Ich schätze du bist der Patient?“ Fragt sie ruhig und mit einem freundlichen Gesichtsausdruck. Ich nicke und zeig ihr meinen Arm. „Oh.. das müssen wir wohl nähen. Ich reinige das erst mal und mache einen Verband. Dann bringe ich dich in den Notfall, ok? … kannst du aufstehen und mit mir zum Wagen gehen?“ Ich nicke, stehe langsam auf, nehme die Decke von meinen Schultern und halte sie der Frau aus der Bar hin. „Danke nochmal..“ sie nimmt die Decke und nickt mir lächelnd zu. Zusammen mit der Ärztin und Mika gehe ich zum Auto rüber. Sie öffnet die Beifahrertüre und stellt den Sitz zurück. „Setz dich hier hin.“ Ich setze mich in den Wagen. Während sie Verbandsachen aus ihrer Tasche holt fragt sie mich. „Wie heisst du denn eigentlich?“ „Ben.“ „Ok Ben. Das brennt gleich ein bisschen.“ Sie spült die Wunde mit einer bräunlichen Flüssigkeit aus. Sie blickt kurz zu Mika, die aussen an der offenen Türe steht und die Wundversorgung beobachtet „Und du bist seine Freundin?“ Mika zögert kurz. „Nein.. wir gehen zusammen in die Berufsschule … das.. heute ist unser erstes Date.“

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Gott, Welt, diesdas..

Hey du! Ja, dich meine ich. ..du Holzkopf!

Na, ihr Pimmler..

Ich versuche mich zusammenzureissen, um hier nicht verbal komplett zu entgleisen. Denn ich bin wütend, traurig und enttäuscht.

Eine scheiss Kombination.

Ich habe Verkaufszahlen von Das Leben und Ben gesehen.

An dieser Stelle möchte ich mich kurz bei den 9 Menschen bedanken, die sich das Hörspiel gekauft haben. Auch möchte ich mich bei den 3 Personen bedanken, die sich das Hörspiel über PayPal geordert haben. Danke euch für die Unterstützung. Ihr seid toll!

Das wars mit dem netten Teil.

Wer 1 + 1 zusammenzählen kann weiss, dass das bedeutet, dass die Aktion ein totaler Flop war. 40.- über Spenden, ca. 45.- über die Shops. Das ist gerade mal eine Packung Erdnüsse über den Kosten für die Veröffentlichung.

Ich war doch echt so naiv und dachte, dass wir wenigstens einen mittleren, dreistelligen Betrag einspielen.

Ich war doch echt so naiv und dachte, dass es mehr Leute gibt, die so ein Benefiz-Projekt unterstützen.

Einfach mal was kleines, gutes für Kinder und Jugendliche tun, die es echt nicht leicht haben. Wie dumm bin ich eigentlich?

Aber ok, ihr seid offensichtlich nur Menschen, die sich auf Social Media über alles Mögliche aufregen, diverse Missstände anprangern und damit ihren ruhigen Schlaf legitimieren. Bloss nicht irgendwas opfern. So ein Post reicht dann ja auch mal, nicht?

Wisst ihr was?

FICKT EUCH!

Fickt euch und die Gefallen, die ich einigen so mache.

Keine kostenlosen Tattoovorlagen mehr.

Keine kostenlosen Bilder mehr.

Keine kostenlosen Beats mehr.

Ich habe einiges gelernt.

So schnell mache ich keine Benefiz-Aktion mehr.

Die Anzahl Heuchler ist massiv höher als ich schon immer befürchtet habe.

Fick dich, bezahl mich!

Mir ist durchaus bewusst, dass ich den einen oder anderen mit diesem Beitrag hier vergraule. Aber mit denen will ich ja dann eh nichts zu tun haben. Daher an diejenigen noch ein weiteres FICK DICH! mit auf ihren Weg.

So. Ich höre jetzt besser auf..

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Gott, Welt, diesdas..

Jaja.. ich lebe noch..

Na, ihr Pimmler..

Ich bin ja eigentlich durchaus bekannt dafür, dass ich zuverlässig und in regelmässigen Abständen, neue Posts raushaue hier.

..und dafür, dass ich gerne Stuss labere.

Ja, ich hab mir auch gefehlt.

Wollte eigentlich nur mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben, weil ich immer wieder mal gefragt werde, was ich denn so trieben tuten tun tu.

Ich arbeite gerade ein Konzept für meinen OnlyFans Account aus, bald wir mein Online Workshop „The Easy Shortcut to Selbstoptimierung (damit ich Wotsefak nicht immer auf die Nerven gehe)?“ erwerbbar sein und ich plane eine Salatgurken-Farm aufzubauen.

..ok, das mit der Farm ist gelogen.

Neben den existenziellen Dingen wie Essen, Schlafen, Ficken und Drogen reinpfeifen, bin ich fleissig am Zocken. Ich versuche aktuell eine möglichst perfekte Linie an Allosauren zu züchten und bin dabei eine Megatherium Armee aufzustellen. Da die meisten von euch vermutlich aber kein ARK spielen, werde ich da jetz nicht genauer darauf eingehen und halte diesbezüglich einfach die Klappe.

..für den Moment. Es sei denn, dich interessiert das. Dann schleich dich in meine XBL DMs! Gamertag gibts auch Anfrage.

Weiter habe ich ein paar kleiner Projekte am Laufen, im Bereich Digital Art. Eins für mich, an dem ich gefühlt schon seit Wochen dran sitze und ein paar kleinere Aufträge. Mein persönliches Ding, werde ich bestimmt da drüben veröffentlichen, wenn ich fertig bin. Der Rest wird sich zeigen, wann, wo und ob ihr das zu Gesicht bekommt.

Musik läuft auch. Rap spezifisch hocke ich, so als Nebenprojekt, an meiner EP.  Da ich diese aber eigentlich nur für mich und meinen einzigen Fan ..ja, ich rede von dir, Soraya mache, habe ich es mit der Fertigstellung überhaupt nicht eilig.

Gute Neuigkeiten für die Fans elektronischer Tanzmusik: Mein Hauptprojekt liegt in meinem nächsten Releas als Producer. Nach Happy Then I Die, folgt nun Happy That I Die.

..Spass.

Als würde ich das jetzt ernsthaft so nennen.

..obwohl?

Na, jedenfalls wird es das erste Ding, zu dem ich auch Gäste einlade bzw. eingeladen habe. Grössen wie Kanye West, Rita Ora, Drake und DJ Khaled habe ich angeschrieben. Die ignorieren mich aber alle.

..vielleicht hätte ich das mit den Dick Pics besser sein gelassen.

Anyway, das nächste Release wird keine reine Egonummer mehr. Die ersten Tracks sind, zumindest als Rohfassung, schon mal im Kasten.

Auch für das Leben und Ben habe ich vor, noch weitere Episoden zu veröffentlichen.

Leider haben wir vom Hörbuch noch keine Infos zu den Verkaufszahlen.

..ich hoffe schon, dass es wenigsten ein bisschen was eingespielt hat.

Unabhängig davon, das Feedback von denen, die sich das angehört haben ist bis jetzt durchwegs positiv. Im Namen von allen Beteiligten: Danke!

Ich hätte schon bock, noch einen zweiten Teil als Hörbuch umzusetzen. Was haltet ihr davon?

So. Dit war dit.

PS: Für alle, die noch Nachholbedarf haben, hier:

Happy Then I Die reinziehen!

Das Leben und Ben reinziehen!

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#35 Ich hasse die Welt

„Was ist denn los Bra?“ Jasa ist gerade in unser Zimmer gekommen und sieht mich auf meinem Bett in der Ecke sitzen, wie ich versuche meine Tränen zu unterdrücken. Er kommt an mein Bett und setzt sich auf die Kante. „Jetzt sag schon. Was ist mit dir?“ Er sieht mich fragend an.

„Ich hasse die Welt … und die Welt hasst mich.“ Er sieht mich einen kurzen Moment einfach nur an. „Denk an was schöneres Bratan.“ meint er dann und gibt mir einen leichten Box gegen mein Bein. „Das ist doch alles scheisse … Siehst du das nicht auch bisschen so?“ will ich von ihm wissen. Sein Blick wandert auf meine Bettdecke. „Ja.. doch. Schon.“ sagt er, während er an der Decke rumspielt. „Aber ich denke auch, dass es nichts bringt, sich darüber zu viele Gedanken zu machen … wir wurden halt mal in diese Welt geschissen und keiner will uns so wirklich … damit müssen wir uns abfinden. Wir sind hier in dieser Scheisse gelandet ohne das wir das wollten … Wir müssen das Beste daraus machen, oder?“ Er blickt wieder hoch und sieht mich an. „Ja schon. Aber ich.. ich kann diese Gedanken und Gefühle einfach nicht immer kontrollieren … manchmal kommt das einfach so hoch und ich kann nichts dagegen machen … nur warten, bis es wieder vorbeigeht … verstehst du?“ Jasa nickt. Er rückt näher an mich ran und nimmt mich in den Arm. „Du bist nicht alleine, ja … komm, wir gehen an die frische Luft.“ Er hält meinen Unterarm fest, steht auf und zieht mich in Richtung Bettkante. Ich setze mich kurz an diese und atme ein paar Mal tief durch, bevor ich mir die Schuhe anziehe, die neben dem Bett liegen. Ich stehe auf und gehe zum Schrank, nehme meinen schwarzen Hoodie raus, zieh ihn mir über und krame dann hinter meinen Shirts nach meinen Kippen. „Mist.. hast du mein Feuerzeug gesehen?“ frage ich Jasa, während ich weiter zwischen meinen Shirt rumwühle. „Nicht wirklich. Aber ich hab eins.“ antwortet er mir.

Ich höre auf zu suchen, schliesse die Schranktüre und drehe mich in Richtung Jasa. Er holt eine Packung Papes aus seiner Hosentasche, fuchtelt damit vor meinem Gesicht rum und grinst. Ich zieh mir meine Kapuze über den Kopf und nicke ihm zu. „Ja, lass ein bauen.“

Wir gehen aus dem Zimmer und schlendern über den Flur in Richtung Treppenhaus. Nach ein paar Metern läuft uns David über den Weg. So ein Prototyp-Arschloch. Er ist der Älteste von uns hier. Das ist wohl mit ein Grund, dass er denkt, der Laden hier gehört ihm. Er und seine Kumpels hier, sind die, vor denen man kuschen sollte, wenn man sich das Leben hier drin nicht noch schwerer machen will, als es ohnehin schon ist. Er ist etwa ein Jahr älter als wir. Was zum Glück bedeutet, dass er bald ins Lehrlingsheim oder eine Wohngruppe kommt. Aber bis dahin müssen wir uns eben leider trotzdem noch mit dem Holzkopf auseinandersetzen. Wir schauen also auf den Boden und wollen einfach nur unauffällig an ihm vorbeischleichen. Ohne Erfolg. „Hey ihr Spassten.Wo wollt ihr denn hin?“ fragt er, während er sich uns in den Weg stellt. „Nirgends. Lass uns einfach durch, Bitte.“ antworte ich ihm und versuche neben ihm weiterzugehen. „Ich will wissen was ihr vorhabt!“ keift er und hält mich an meiner Schulter zurück. Ich schlage seine Hand weg. „Fass mich nicht an!“ ich unterdrücke es ihn anzuschreien. Da ist dieser Druck, der aus meinem Bauch über meinen Brustkorb in mir hochsteigt. Ich balle meine Fäuste. „Hast du mich gerade geschlagen, du kleiner Spasst?“ Er lacht kurz laut auf und verfällt sofort wieder in einen ernsten, aggressiven Ton „Du weisst wohl noch immer nicht, wem du dich hier zu beugen hast du Spasst.“ sagt er, während er mich an meinem Hoodie packt und nah an sich ran zieht. Jasa geht dazwischen und drückt ihn von mir weg. „Chill mal Alter. Lass uns einfach gehen, ja.“ David lacht wieder. „Ihr dämlichen kleinen Wichser. Ihr seid so peinliche Luschen.“ Er spuckt mir vor die Füsse. Es reicht. Ich gebe dem Druck nach und verpasse ihm eine gestreckte Faust in sein Gesicht. Er torkelt einen Schritt zurück und prallt gegen die Wand hinter ihm. Ich sehe wie er wütend wird. David stellt sich wieder aufrecht hin, bewegt sich auf mich zu und holt zum Schlag aus, aber Jasa springt ihn an und rammt ihm sein Knie in den Magen. Er beugt sich nach vorne in meine Richtung und ich verpasse ihm noch einen Haken. Jasa tritt ihm in die Kniekehle. Er sackt zu Boden. Ich blicke kurz den Flur entlang, weil sich eine Zimmertüre geöffnet hat. Der kleine Jonas streckt seinen Kopf raus und sieht uns entsetzt an. Ich suche seinen Blick. Als er mich ansieht, halte ich mir einen Zeigefinger vor die Lippen um ihm zu verstehen zu geben, dass er gefälligst nicht petzen soll. Er nickt mir zu. Jasa stupst mich an. „Komm.“

Wir gehen durchs Treppenhaus runter und raus auf die Strasse. 

„Das wird Ärger geben … dämlicher Kurac.“ meint Jasa. Ich nicke. „Ja .. hast du mal Feuer?“ Jasa kramt das Feuerzeug aus der Tasche und hält es mir hin. „Danke.“ Ich zieh eine Zigarette aus meiner Schachtel, steck sie mir an und halte Jasa meine Kippenschachtel und sein Feuerzeug hin. Er nimmt sich ebenfalls eine raus und zündet sie an. Ich nehme einen tiefen Zug und lasse den Rauch langsam wieder aus meiner Lunge gleiten. „Ich hasse diese Welt.“

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Das Leben und Ben

#34 Blauer Elefant

Dieses Wochenende ist Stadtfest. Seit Wochen sind wir am Geld zusammenkratzen. Es ist nur alle 3 Jahre und heute ist das erste Mal, an dem wir allein gehen dürfen. Gut, das mit dem dürfen stimmt nicht so ganz. Eigentlich stimmt es gar nicht. Wir haben Jasmine, der Betreuerin gesagt, dass wir zum Schulhausspielplatz gehen. Allein hierher zu gehen, hätten die uns nicht erlaubt. Und mit uns mitgekommen wäre bestimmt auch niemand. Die unternehmen so gut wie nie etwas mit uns. Aber egal. Jetzt sind wir hier. 

Das Stadtzentrum ist vollgepackt mit Menschen, ein Stand nach dem anderen und es riecht alle paar Meter nach etwas anderem. Gerade roch es noch nach Bratwürsten und schon duftet es nach Magenbrot. Wir schlängeln uns durch die Menschenmenge mit einem klaren Ziel. Wir wollen zu den Schiessbuden und Fahrgeschäften. Dort angekommen, spazieren wir gemütlich an allen Bahnen und Buden vorbei, um uns einen Überblick zu verschaffen. Auch wenn wir gespart haben, haben wir nicht genug Geld, um jede Bahn zu testen und vielleicht auch noch was Süssen zu kaufen.

«Die ist es!» ruft Jasa und zeigt auf eine Bahn, die schnell über eine hügelige Strecke im Kreis fährt. Er sieht Edona und mich freudig, mit weit aufgerissenen Augen an. «Die ist es!» meint Edona auch und strahlt über das ganze Gesicht. Jasa und ich nehmen Edona an der Hand und gehen eilig, mit ihr zwischen uns, zum Büdchen an der Bahn. «3 Mal bitte.» sagt Jasa zur Dame hinter dem Glas. Er legt ihr das säuberlich abgezählte Kleingeld auf die Ablage und erhält dafür 3 rote Plastikchips. 

Wir warten bis die Bahn angehalten hat, alle ausgestiegen sind und setzen uns in den vordersten Wagen. Wir haben alle zusammen Platz auf der Bank. Ein Mann geht alle Wagen ab, sammelt die Chips ein und kontrolliert, ob die Schutzbügel festsitzen. 

Langsam fährt die Bahn an. Nach und nach wir die schneller. Es geht hoch und runter und bei jedem Hügel, habe ich dieses komische, aber gute Gefühl im Bauch. Ich mag das. Jasa, der auf der Innenseite sitzt, klammert sich am Bügel fest, um nicht zu sehr nach aussen zu rutschen. Edona hingegen, benutzt mich als Puffer zwischen ihr und der Aussenseite des Wagens. Während der dritten Runde, nimmt sie meine rechte Hand in ihre und klammert sich fest an ihr.

Viel zu schnell ist die Fahrt wieder vorbei. Euphorisiert von der rasanten Berg- und Talfahrt, verlassen wir das Fahrgeschäft. «Das war super! … aber auch irgendwie zu schnell.» meint Edona und kuckt vor sich auf den Boden. «Ist halt nichts für kleine Kinder.» meint Jasa und stupst seine Schwester an. Sie schaut ihn an und gibt ihm einen Box auf seinen Arm. «Hey, ich bin schon 8! Ich bin kein kleines Kind mehr!» «Man, beruhig dich. War doch nur Spass Edona.» Sie gibt einen komischen Zischlaut von sich und dreht sich von ihm ab. Ich stelle mich zischen die beiden und lege ihnen meine Arme um den Hals. «Kommt, ihr zwei Vögel. Lasst uns was Süsses holen.»

Wir schlendern an den Ständen vorbei. Vor einer Schiessbude bleibt Edona stehen und schaut sich die Stofftiere an.

«Gefallen die dir?» will ich von ihr wissen. «Ja … der blaue Elefant.» Ich gehe näher an den Stand. «Entschuldigung. Wieviel muss man denn treffen für den Elefanten da?» frage ich den Mann in der Bude. «20.» antwortet er mir. «Danke.» Ich wende mich ab und gehe zu den andern zurück. «20 Schuss. Wenn wir alle treffen. So viel Geld habe ich aber nicht.» «Ich will ohnehin nicht hier rumballern. Ich will Zuckerwatte! Da vorne ist ein Stand.» entgegnet mir Jasa. «Dann hol Zuckerwatte. Ich kuck mal, ob sich hier was machen lässt.» Jasa nickt und verschwindet zwischen all den anderen Menschen. Ich nehme Edona an der Hand und wir gehen zu der Schiessbude. Eine Münze nach der anderen packe ich auf den Tisch vor dem Stand. «Hast du noch Geld? Meins reicht genau für 8 Schuss.» Ich schaue Edona zu, wie sie in ihrer Hosentasche kramt. Sie legt ein paar Münzen zu meinen dazu. «Das wären jetzt 14 Schuss.» «Dann geht es halt nicht.» meint Edona betrübt. «Warte … Hallo, sie..» ruf ich dem Mann in der Bude entgegen. Langsam kommt er auf uns zu. «Möchtest du dein Glück versuchen Junge?» «Ja, schon. Aber ich habe ein Problem.» «Und das wäre?» Ich habe nur Geld für 14 Schuss und ich brauch doch 20 für den Elefanten.» Ich zeige mit meinem Finger auf den blauen Elefanten, an der Wand auf der Seite hängt. «Können sie eine Ausnahme machen, wenn ich alle 14 treffe? Bitte?» «Das geht nicht.» «Warum denn nicht? Nur dieses eine Mal. Bitte.» Hör zu, wenn ich für dich eine Ausnahme mache, wollen das dann alle anderen auch. Das geht wirklich nicht.» «Ich sag es auch niemandem.» «Ich habe nein gesagt. Fertig jetzt. Entweder du spielst nach den Regeln oder du gehst woanders hin.» sagt der Mann leicht genervt.

Wir wenden uns ab, da kommt auch schon Jasa zurück mit Zuckerwatte. «Hey, ich habe euch auch welche mitgebracht … oh, Mist!» Jasa hat 3 Stäbchen mit Zuckerwatte in der Hand. Leider hat er sie zu nahe aneinandergehalten und beim Versuch sie auseinanderzuziehen, sind es jetzt nur noch eine grosse und 2 ganz kleine Portionen Zuckerwatte. «Na dann müssen wir die jetzt halt so essen.» sagt er und wir müssen lachen.

«Ich muss mal aufs Klo.» meint Edona. Jasa und ich nicken und gehen mit ihr zu den Toilettenwagen.

Während Edona im Wagen verschwindet, stupse ich Jasa mit meinem Ellenbogen an. «Hey, hast du zufällig noch Geld über?» Er nickt. «Wieviel brauchst du denn?» «6» «Wozu brauchst du die denn?» «Na, ich will den Elefanten holen an der Schiessbude.» Jasa holt Geld aus seiner Hosentasche. «Mehr hab ich aber auch nicht mehr.» Ich nehme das Geld von Jasa. «Danke. Das geht perfekt auf … müssen nur noch alle Schüsse sitzen.» «Wehe, wenn nicht.» meint Jasa und grinst.

Edona ist wieder zurück. «Wir haben das Geld zusammen für den Elefanten.» sag ich ihr. Sie strahlt uns an. «Wirklich? Das ist toll!» sagt sie freudig. «Kommt. Wir müssen ein paar Rosen erlegen.» sag ich und wink den beiden zu, mit mir mitzukommen. 

Wir spazieren zurück zum Schiessstand. Ich lege das Geld auf den Tisch. «Ich hätte gerne 20 Schuss für den Elefanten.» Der Mann in der Bude schaut mich leicht skeptisch an. «Für den brauchts du aber 25.» «Was? Eben waren es doch noch 20.» entgegne ich ihm etwas verwirrt. «Ich habe nie etwas von 20 gesagt.» «Doch. Das haben sie.» ich werde wütend. «Nein, habe ich nicht und jetzt macht Platz für Leute die Geld haben.» «Sie sind ein wirklich gemeiner Mensch!» keife ich den Mann an. «Ein böser Mensch!» doppelt Edona nach, während Jasa ihm seinen Mittelfinger zeigt.

Wir gehen ein paar Meter von dem Stand weg. «Was für ein Arschloch.» sagt Jasa. «Wir wollten doch nur ein Plüschtier … das war gemein.» meint Edona, während sie nach einem Kieselstein tritt.

«Ich habe eine Idee.» sagt Jasa, rück näher an mich ran und flüstert sie mir ins Ohr. Ich denke kurz über seinen Plan nach. «Ok.. versuchen wir es.» «Was versuchen wir?» fragt Edona. «Das ist nichts für dich Edona. Warte am Bellevue auf uns. Wir kommen gleich nach.» winkt Jasa ab. «Was habt ihr vor?» will sie wissen. «Ein wenig Gerechtigkeit.» sag ich und drücke sie. «Warte am Bellevue auf uns, ja?» Sie sieht uns skeptisch an, dreht sich dann aber um und trottet los.

Jasa und ich gehen zurück zum Schiessstand. Ich lege wieder das Geld auf den Tisch. «20 Schuss, bitte.» Der Mann sieht mich an und nimmt das Geld. «Du hast aber schon verstanden, dass das nicht reicht für den Elefanten?» Ich nicke. Er lädt das Gewehr durch und reicht es mir über den Tresen. Ich lege an und ziele auf die Rosen. Ich atme tief durch. Jasa hüpft auf der anderen Seite hoch, schnappt sich etwas aus der Bude und rennt los. «Halt! Haltet ihn fest! Der Saubengel hat mich bestohlen! Halt!» während der Mann damit beschäftigt ist, Jasa nachzuschreien, lege ich das Gewehr hin, schleiche mich auf der Seite in den Wagen, schnappe mir den Elefanten und renne in die andere Richtung davon. Er brüllt weiter, aber ich verstehe nichts, während ich durch die Menschenmenge renne. 

Wenige Minuten später bin ich am Bellevue angekommen. Ich sehe wie Edona auf einer Parkbank sitzt, ihre Beine schaukelt und wartet. Ich gehe auf sie zu, da kommt auch schon Jasa lachend angerannt. «Der war ja mal wütend, was?» Ich nicke und muss auch lachen. Edona kommt uns entgegen. «Hier.» Ich strecke ihr den blauen Elefanten entgegen. Sie sieht uns misstrauisch an. «Habt ihr.. ist der gestohlen?» «Nö.» meint Jasa. «Na.. nicht direkt gestohlen.» antworte ich. Sie schaut uns noch immer skeptisch an. «Wie jetzt? Ist er nun geklaut oder nicht?» Jasa und ich erzählen ihr, was wir gemacht haben. Dass wir ihn zwar gestohlen haben, aber auch, dass wir dem Mann unser komplettes Geld gegeben haben vorher. Edona starrt den Elefanten an. «Dann ist der jetzt für mich?» Wir nicken. «Und ihr habt ihm wirklich das Geld gegeben?» Wir nicken erneut. «Hmm.. ok … irgendwie geschieht ihm das ja recht. Er war wirklich gemein.» Edona zögert kurz, nimmt aber dann den blauen Elefanten, drückt ihn fest an sich und lächelt zufrieden. 

Jasa kramt in seiner Hosentasche rum und zieht einen kleinen Ball raus. «Ich hätte da noch diesen Gummiball von vorhin. Will den einer? … ach, vergesst es. Den behalte ich selbst.» sagt er und grinst. «Behalt den ruhig.» sag ich und muss lachen. «Wir sollten langsam mal zurück ins Heim, bevor die uns suchen. Meint ihr nicht auch?» fragt Edona. «Ja, sollten wir wohl.» antwortet Jasa. Wir trotten los. Edona hält ihr Plüschtier in der einen Hand, mit der anderen greift sie nach meiner, lehnt ihren Kopf kurz an meinen Oberarm und sagt «Danke für den Elefanten. Der wird jetzt für immer bei mir sein.»

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#33 Ist doch nur Gras

Ich schaue mir zum gefühlt tausendsten Mal diesen Raum an. Die blaugrauen Wände, die graue Tür mit der Klinke an der eine der Schrauben nicht richtig angezogen ist.

Warum ist die nicht richtig angezogen?

Fällt das denn keinem hier auf?

Das muss doch schon mal wer gesehen haben?

Sind die zu faul oder besitzen die keine Schraubenzieher?

Ich steh auf und gehe langsam um den Tisch rum. An einer Ecke bleibe ich stehen, halte mich an ihm fest und versuch ihn anzuheben. Ich hätte schwören können, dass der Tisch am Boden verschraubt ist. Ist er aber eben nicht.

Die Birne an der Deckenlampe flackert ab und zu. Die ist wohl bald durchgebrannt.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich schon hier drin bin. Die haben mir meine Uhr und alles andere abgenommen.

Am Limmatplatz haben sie mich aufgegabelt und mit unzähligen Fragen gelöchert. Immer dasselbe.. Die haben uns schon ne Weile im Visier. Immer mal wieder halten die uns auf und filzen uns. Ich hatte 10 50er und ein paar Sticks bei mir. Deswegen sitze ich jetzt überhaupt hier. Eingesperrt haben die mich, weil angebliche Fluchtgefahr. Naja.. haben sie wohl nicht ganz unrecht.

Jedenfalls bin ich jetzt halt in diesem Raum, bis mich mein Vormund abholt. Haben die gesagt. Da es Abend ist, weiss ich nicht, ob mich heute überhaupt noch jemand abholen kommen wird.

Das ist doch scheisse.

Ich spaziere noch ein paar Runden um den Tisch und entscheide mich dazu, mal an die Türe zu klopfen.

Keiner reagiert.

Ich klopfe noch ein paar mal dagegen. Kurz darauf höre ich Schritte und wie ein Schlüssel ins Schloss gesteckt wird. Sie öffnet sich und ein Polizist steht im Türrahmen. „Was willst du?“ fragt er mich, sichtlich angepisst. „Kann ich gehen?“ Er schüttelt den Kopf. „Nein.“ „Krieg ich ne Zeitschrift oder sonst was zum Lesen?“ „Nein.“ „Krieg ich wenigstens was zu trinken?“ Er denkt kurz nach. „Moment.“ Der Polizist verschliesst die Türe wieder.

Ich gehe zum Tisch zurück. Aus Langeweile kippe ich ihn um. Ich hebe gerade einen der Stühle hoch, da geht die Türe wieder auf. Der Polizist von eben steht darin, mit einem Becher Wasser. „Hier. Ich hab Wa.. was zum Geier machst du denn da?! Lass das gefälligst!“ Er stellt den Becher neben sich auf den Boden, macht die Türe zu und kommt zum Tisch, um diesen wieder richtig hinzustellen. „Mir ist langweilig. Wie lange muss ich denn noch hier bleiben?“ „Das hättest du dir halt vorher überlegen müssen.. Trink dein Wasser und nerv mich nicht.“ antwortet er mir genervt. „Wie spät ist es denn überhaupt?“ will ich von ihm wissen. „9.00 Uhr durch.“ „Toll.. die holen mich heute bestimmt nicht mehr. Wo soll ich denn hier schlafen? Auf dem Tisch?“ ich bin angepisst und trete gegen ihn. „Lass das Junge!“ tadelt mich der Polizist. „Wenn sie dich nicht holen, bringen wir dich vor dem Schichtwechsel heim und übergeben dich deinen Aufsichtspersonen.“ „Und wann ist Schichtwechsel? … warum bringt man mich nicht jetzt schon weg?“ „In einer Stunde.“ Der Polizist geht aus dem Raum und schliesst die Türe wieder hinter sich ab. „Hey! Ich wollte wissen warum mich nicht jetzt schon einer wegbringt? … Hallo!“ Ich klopfe noch ein paar mal gegen die Türe, aber keiner reagiert. Ich drehe mich ab, lehne an die Türe und lasse mich an ihr zu Boden gleiten.

Dämliche Bullen … es ist doch nur Gras.

„Ich hab mir eure Namen gemerkt!“ ruf ich durch die Türe. Ich weiss nicht, ob die 15 jährige überhaupt einfach so ausfragen dürfen, alleine meine ich. Und ob die mich hier einfach einsperren dürfen, weiss ich auch nicht. Auf jeden Fall werde ich das alles abklären, wenn ich hier raus bin.

..wenn ich hier überhaupt mal rauskomme

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#32 Shorts und Sandalen

Jasa, Edona und ich stehen vor einem grossen Pavillon. Tische und Festbänke sind aneinandergereiht. Auf der anderen Seite dieses Festzeltes ist ein Tresen aufgebaut. Es riecht nach Grillfleisch. Das Zelt ist voll mit Leuten. Ihr Gerede und Gelächter wird nur leicht von der lauten Musik übertönt. Vereinzelt wurden ein paar Schweizer Fahnen aufgehängt.

Leicht angewidert schaue ich mir das Volk hier an. Viele alte Säcke mit Kurzarmhemden, Shorts und Sandalen. Als wäre das der Dresscode ihrer Gang. Nicht dass mich das stört. Soll doch jeder anziehen was er will. Ist halt einfach weit entfernt von meinem Geschmack. Sie schunkeln und saufen.

«Uff.. warum sind wir nochmal hier?» stelle ich die Frage, ohne meinen Blick vom Zelt abzuwenden. «Na, wir wollten Mini abholen.» antwortet Edona. Mini ist eine Freundin aus Edonas Klasse. Ich mag Mini. Ich verstehe mich gut mit ihr. Wir haben meistens viel Spass zusammen. Sie ist zwar stumm, aber … vielleicht ist das sogar mit ein Grund warum ich sie mag.

«Ja, ich weiss. Aber hier?» Ich nicke ein Mal kurz mit dem Kopf in Richtung Festzelt. «Ja. Sie hat mir gesagt, dass sie heute an diesem Quartierfest ist … Ich geh sie mal suchen … ihr könnt ja hier warten, wenn euch das hier zu viel ist.» meint Edona, grinst und streckt uns die Zunge raus. «Ja, wir warten hier auf euch.» antworte ich ihr. Jasa nickt und Edona verschwindet in Richtung Zelt.

Er stupst mich an. «Yo, lass was zu trinken holen … dieses Gejaule hält ja keiner aus ohne Alk.» Ich grinse, nicke und wir machen uns auf den Weg zur Bar.

Wir bevorzugen es aussen am Zelt entlang zu gehen. An einem der Tische, an denen wir vorbeigehen, schnappen wir ein paar Gesprächsfetzten auf. Irgendwas von den Scheiss Jugos bei ihm auf dem Bau. Jasa bleibt stehen, streckt einen Arm von sich, mir in den Weg, damit ich auch stehenbleibe.

«Das sind halt einfach faule, dumme Säcke. Zu nichts zu gebrauchen … dieses Pack.» sagt der eine Typ an dem Tisch. «Erst alle diese Italiener und jetzt nehmen wir auch noch all diese Jugos auf. Wo soll das denn hinführen mit diesen Ausländern? Ich komme mir schon bald nicht mehr vor, als wären wir hier noch in der Schweiz.» meint ein anderer. «Ach komm.. die Italiener sind ganz in Ordnung. Die haben wenigsten guten Wein, gutes Essen und heisse Frauen.» Alle an dem Tisch lachen. «Essen haben die wirklich gutes … nicht so wie diese Jugos mit ihren komischen Tschitscha Tschetscha Wurstzeugs. Keine Ahnung, was die da alles reinpacken. Ich bleib bei meiner Bratwurst und dem Cervelat. Prost!» Er hält seinen Bierkrug hoch und stösst mit den anderen an.

Ich sehe Jasa an, dass er wütend ist. Er wirft den Typen an dem Tisch einen bösen Blick zu. Ich lege meinen Arm um ihn. «Komm.. Vergiss die Vollidioten.»

Wir gehen ein paar Meter weiter. «Ich verstehe es einfach nicht. Wie kann man denn nur so ein Arschloch sein? Die haben ja offensichtlich keine Ahnung! … Das macht mich so wütend Ben!» Jasa boxt eine paar Mal vor sich in die Luft. «Nicht nur dich… Irgendwie gibt es die Holzköpfe einfach überall. Dauernd hört man so eine Scheisse irgendwo … aber was tun? Ist ja leider nicht wirklich verboten, schlecht über andere zu reden.» Jasa nickt. In der Zwischenzeit sind wir vorne beim Tresen angekommen. «Habt ihr Whisky Cola?» fragt Jasa. Die Frau hinter der Theke nickt. «Dann gerne 2 Mal einen doppelten, Bitte.» die Frau grinst uns an und fängt an, uns die Drinks zu mischen.

Jasa kramt Geld aus seiner Hosentasche, legt es auf die Theke und nickt der Frau zu. «Stimmt so.» Sie bedankt sich mit einem Lächeln im Gesicht und nimmt das Geld.

Wir gehen wieder zurück. Auf Höhe der Festbank von eben, bleibt Jasa wieder stehen. «Hey.. diese scheiss Ausländer, oder?» Er nimmt einen grossen Schluck, hält seinen Becher über den Kopf des einen Typen und leert ihm den Rest seines Drinks über den Kopf. «Mit freundlichen Grüssen von einem scheiss Jugo!» Der Typ dreht sich um, brüllt irgendwas und versucht Jasa zu packen. Der ist aber zu flink für den alten Sack. Ohne nachzudenken, spritze auch ich ihn mit meinem Drink voll. «Das ist übrigens Cevape du scheiss Fascho!» Der Kopf des Typen wird ganz rot, weil er uns anbrüllt. Ein paar an dem Tisch sehen sich das ganze entsetzt an. Der Rest lacht aber. Der Typ scheint aufstehen zu wollen. «Komm.» Meint Jasa. Wir gehen eilig weiter zu der Stelle, wo wir auf Edona warten wollten. Sie ist noch nicht wieder da.

Ich sehe, wie der Typ von vorhin, mit einem weiteren auf uns zukommt. Ich stupse Jasa an. «Kuck. 2 freilaufende Nazis.» Wir müssen beide lachen. Die Männer sehen uns wütend an und bauen sich vor uns auf. «Ich erwarte eine Entschuldigung von euch Drecksblagen!» Jasa und ich schauen uns an. «Entschuldigung für was?» fragt Jasa ganz ruhig und freundlich. Der eine Typ packt Jasa am Kragen seines Shirts. «Jetzt werd hier mal nicht noch frecher du Saubengel!» Jasas Mimik ist angespannt. Er starrt dem Typen ins Gesicht. «Es wäre besser, wenn sie mich auf der Stelle loslassen..» presst er den Satz aus seinem Mund. Der andere Mann, kippt das Bier aus seinem Glaskrug und umklammert den Henkel sehr fest mit seiner Hand. Wir sehen uns beide an. «Es wäre wirklich besser, wenn sie ihn jetzt loslassen.» sag ich, ohne den Blick von dem Kerl mit dem Krug zu lassen. «Was ist denn hier los?» Edona und Mini kommen von der Seite zu uns angerannt. «Darf ich vorstellen … Nazis … noch mehr Ausländer … Ausländer … Nazis.» Mit einem sarkastischen Unterton stelle ich sie einander vor. Alle schauen sich kurz gegenseitig an. «Was ist denn passiert?» fragt Edona. «Die netten Herren dachten, es sei vollkommen ok, wenn man einfach so rassistische Scheisse labert … wir haben dem einen eine Dusche mit unseren Getränken verpasst … er findet das aber gar nicht witzig.» Ich zeige mit dem Finger auf den Kerl, der Jasa noch immer an seinem Shirt festhält. «Ich verstehe..» meint Edona. «Hören sie, es gibt 2 Optionen. Entweder, sie lassen meinen Bruder jetzt los und wir gehen alle unserer Wege ODER … sie starten eine Schlägerei und können sich dann schon mal überlegen, wie sie es rechtfertigen wollen, dass sie ein paar Minderjährige verprügelt haben … ich habe da nämlich ein paar Wachleute gesehen auf der anderen Seite vom Zelt und wenn sie wüssten, wie schnell ich rennen kann…» Mit den Händen in der Hüfte steht Edona da und hat ihren Kopf leicht zur Seite geneigt. Die Männer wirken etwas überrumpelt von der Ansprache. Jasa unterbricht die kurze Stille, indem er anfängt runterzuzählen. «5.. 4.. 3.. 2.. 1!» Er spuckt dem Typen vor ihm ins Gesicht. Dieser will ausholen zum Schlag. Ich bin schneller und hämmer ihm eine rein. Er lässt Jasa los und fasst sich ins Gesicht. Im Augenwinkel sehe ich, wie der Kerl mit dem Krug näherkommt. Allerdings schafft er es nicht sehr weit, weil Edona ihm einen gekonnten Tritt zwischen die Beine verpasst. Er sackt zusammen. Mini die völlig überfordert zusieht, wird von Edona an der Hand gepackt. «Komm mit! Wir holen Hilfe.» die beiden rennen davon.

Zwischenzeitlich haben ein paar andere in dem Zelt bemerkt, was hier draussen vor sich geht.

Bis auf einen Mann, gaffen aber alle bloss. Er kommt auf uns zu gerannt. Ich denke mir nur, dass das jetzt definitiv zu viel werden wird, aber der Mann scheint sich nicht auch noch auf uns zu stürzen. «Hey! Jungs! Jungs! Hört auf euch zu prügeln!» Er zieht den einen von Jasa weg. «Jakob, beruhige dich. Das sind doch noch Kinder verdammt!» Die Männer lassen ab. Jasa und ich treten ein paar Schritte von ihnen weg. «Seht zu, dass ihr wegkommt, ihr Dreckspack!» schreit uns einer der Typen an.

Jasa und ich trotten langsam weg, in die Richtung, in der Edona und Mini verschwunden sind, da kommen die Beiden auch schon wieder angerannt und bleiben vor uns stehen. «Die waren nicht mehr da. Ich weiss nicht, wo die jetzt sind.» erklärt Edona leicht ausser Atem. «Hat sich eh erledigt.» meint Jasa. Seiner Antwort schwingt ein deprimierter Unterton mit. Edona sieht uns fragend an. «Geht es euch gut? Ist alles ok?» Er schüttelt den Kopf. «Was ist denn nicht ok? Müssen wir ins Krankenhaus?» Edona mustert uns beide von Kopf bis Fuss. «Nein…» sag ich «es ist nicht alles ok, weil Nazis einfach ungestraft frei rumlaufen können.» «Das ist doch einfach alles Scheisse…» ergänzt Jasa.

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#31 Gänseblümchen

„Hast du eine neue Hose?“ frage ich Edona, die sich gerade an den Frühstückstisch setzt. „Ja. Die ist toll, oder? … Mama Ria hat die mir gegeben. Wo ist denn eigentlich Jasa?“ fragt sie, während sie auf den leeren Platz neben mir sieht.

„Der hat sein Frühstück runtergewürgt und versucht jetzt im Zimmer noch die Hausaufgaben fertig zu kriegen … das sind wirklich coole Hosen … hast du da eine Tasche am Bauch?“ „Ja.“ Edona steht auf und kommt um den Tisch zu mir. „Kuck.“ Sie öffnet die Brusttasche an ihrer hellblauen Jeanslatzhose. „Und die kann ich mit einem Reissverschluss zumachen.“ Sie zieht zur Demonstration ein paar mal die Reissverschlüsse an den Hosentaschen hoch und runter. Sie sieht mich mit ihren grossen Augen und einem Lächeln an. „Die ist super! … Mama Ria ist einfach die Beste.“ Edona setzt sich wieder auf ihren Stuhl und macht sich ein Müsli zurecht. „Ja, Mama Ria ist wirklich die beste.“ bestätige ich.

„Wir sollten ihr Schokolade oder Blumen schenken.“ meint Edona. „Schokolade oder Blumen?“ „Ja … sie hat mir mal gesagt, dass wenn man jemanden ganz doll mag, schenkt man ihm Schokolade oder Blumen?“ „Ah.. ok.“ Ich denke kurz nach. „Aber.. ich hab gar kein Geld um Schokolade oder Blumen zu kaufen.“ Edona winkt ab. „Ich doch auch nicht. Aber wir könnten ja Blumen pflücken für sie.“ Ich nicke. „Wir haben doch frei am Nachmittag. Lass uns am Mittag nach der Schule welche pflücken und sie ihr am Nachmittag geben.“ Edona nickt und grinst.

Ich esse mein Müsli auf und rücke meinen Stuhl vom Tisch weg. „Ich geh mal Zähne putzen. Bis später.“ „Bis dann.“ antwortet Edona. Ich steh auf, nehme mein Tableau mit meinem Geschirr und bringe es in die Küche. Mein Geschirr abgeladen, gehe ich den Flur entlang zum Bad. Ich kram gerade meine Zahnbürste aus meinem Kulturbeutel, da kommen Yanik und Pascal ins Bad. „Na, Benny Bunny.“ sagt Yanik und schubst mich. „Lass mich in Ruhe. Ich will doch nur Zähne putzen.“ „Das ist aber mein Spülbecken.“ meint er und schubst mich erneut. Etwas doller als vorhin. „Dann geh ich halt an ein anderes.“ Ich packe meinen Beutel und stell mich vor das nächste Becken. „Nein, nein. Da darfst du auch nicht.“ Er schubst mich wieder und ich falle rücklings zu Boden. Ich versuche den Sturz mit meinen Händen abzufangen. Beim Aufprall fängt meine linke Hand an zu schmerzen. Ziemlich fest. Ich zieh sie nach vorne und schau sie mir an. Sehen kann ich nichts, aber die Schmerzen werden stärker und ich kann sie kaum bewegen. So sehr ich mich vor den 2 älteren Jungs auch versuche zusammenzureissen, drücken mir trotzdem Tränen aus den Augen. „Oh.. muss das kleine Baby jetzt weinen?“ Yanik und Pascal machen so komische Gesten vor ihren Augen. „Haut ab! Lasst mich in Ruhe!“ Die beiden äffen mich noch nach und verschwinden dann lachend aus dem Bad.

Ich stehe auf und mir ist leicht schwindelig. Langsam gehe ich in Richtung Küche. Ich suche Mama Ria und finde sie auch. Ich erzähle ihr was passiert ist. Sie sieht sich meine Hand an „Das müssen wir einem Arzt zeigen. Ich seh mal, wer dich da hin bringen kann.“ sagt sie während sie ein Glas Sirup aufgiesst. „Hier Ben. Trink das. Ich bin gleich wieder da.“

Ich stehe in der Küche und nippe an meinem Getränk, als Mama Ria wieder zurückkommt. „Ok Ben. So wie es aussieht, gehe ich mit dir zum Arzt. Komm.“ Sie legt mir eine Hand um die Schulter, ich stelle mein Glas auf den Tisch und wir gehen los.

Mittlerweile bin ich wieder auf dem Weg zurück ins Heim. Das dauerte da ewig. Meine Hand wurde geröntgt. Der Arzt hat mir das Bild gezeigt und mir erklärt, wo der Bruch ist. An der Handwurzel. Eine der Frauen da, hat mir eine Schiene mit einem Gips gemacht. Sofia, eine unserer Betreuerinnen kam irgendwann, um Mama Ria abzulösen. Sie muss ja das Mittagessen machen für uns.

Ich spaziere mit ihr gerade in Richtung Türe vom Heim, da sehe ich, dass Edona vor dem Eingang auf einer Stufe sitzt. Ich renne zu ihr hin. „Oh Ben! Geht es dir gut? Wirst du wieder gesund?“ sie wirkt etwas bedrückt. Ich nehme sie kurz in den Arm. „Ja, das wird schon wieder. Ist gebrochen. Aber in ein paar Wochen ist alles wieder gut, hat der Arzt gesagt.“ Edona lächelt mich an „Dann bin ich froh.“ In dem Moment sehe ich, dass sie einen Strauss mit Gänseblümchen in der Hand hält. „Oh.. tut mir leid, dass wir die nicht zusammen pflücken konnten … sollen wir sie gleich Mama Ria bringen?“ Edona sieht mich leicht verlegen an. „Nein.. die..“ sie streckt mir die Blumen hin. „Die sind eigentlich für dich.“

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#30 Fick die Welt

Ich sitze auf der Bettkante, Janina liegt hinter mir auf meinem Bett. Sie krault mir den Rücken. Wir haben uns an Jasas Geburtstag kennengelernt. Der war letzten Samstag. Wir haben eine Kneipentour gemacht. Ich habe sie da in einer Bar kennengelernt. Sie wartete vor den Toiletten und ich habe sie irgendwie überredet, dass sie sich uns mit ihren Freundinnen anschliesst. Wir haben uns vorgestern nach Feierabend noch mal allein getroffen und heute ist sie mit zu mir gekommen. Ich drehe gerade einen Blunt, als plötzlich Sven, ohne anzuklopfen in mein Zimmer reinplatzt. Janina zieht sich erschrocken die Bettdecke über ihren nackten Oberkörper. «Alter, kannst du nicht anklopfen?!» keif ich ihn an. Sven senkt den Blick zu Boden. «Ich.. entschuldige.. ich wusste nicht, dass du Besuch hast … du weisst aber schon, dass wir unter der Woche keinen Besuch mehr hier haben dürfen nach 20.00 Uhr, oder?» stottert er vor sich hin. «Ach, verpiss dich doch einfach.» «Kannst du die Musik leiser stellen? Ich versuche drüben zu lernen.» er zeigt mit seinem Finger gegen die Wand, die an sein Zimmer grenzt. Sein Blick geht immer noch in Richtung Boden. «Ja, meinetwegen.» Ich lege den Blunt auf meinen Nachttisch, stehe auf, gehe zu meiner Stereoanlage im Regal und drehe den Regler zurück. «So besser?» frage ich ihn etwas angepisst. Er blickt kurz hoch, nur um dann gleich wieder wegzuschauen. «Ja. Danke.» Sven dreht sich ab und geht wieder aus dem Zimmer. Beim Rausgehen erinnert er mich nochmal daran, dass ich keinen Besuch mehr haben darf um diese Uhrzeit. «Verschwinde einfach und lass mich in Ruhe, ja.» Ich sehe zu Janina rüber. Sie zieht die Bettdecke wieder weg, lehnt sich aus dem Bett und nimmt ihr Shirt vom Boden hoch. Während sie sich das Shirt überzieht, fragt sie mich: «Springst du immer so um mit dem armen Kerl?» Ich sehe sie fragend an. «Armer Kerl? … das ist kein armer Kerl. Das ist Sven … und ich würde ja gerne normal mit ihm reden, aber er nervt mich dauernd mit irgendwas, nörgelt nur rum und verpetzt mich dauernd bei unserer WG-Betreuerin … der Holzkopf..» Janina grinst. «Ok.. wie du meinst … heizen wir jetzt den Blunt oder soll ich lieber gehen. Ich will ja nicht, dass du wegen mir ärger bekommst.» «Klar gehen wir den jetzt rauchen … das andere regelt sich schon … aber ich geh vorher noch kurz auf die Toilette.»

Ich gehe raus auf den Flur. Auf der Höhe von Svens Zimmer bleibe ich kurz stehen und klopfe. Kurz darauf öffnet sie sich und Sven steht im Türrahmen. «Hey, du weisst wie das läuft. Du hälst einfach die Klappe und es gibt keinen Ärger, ja.» Sven nickt und schliess seine Türe wieder. Ich schlendere weiter zum Klo. Andrea sitzt im Wohnbereich auf der Couch und sieht fern. Sie winkt mir zu. «Hey Bennilein, ist das deine neue Freundin?» Sie grinst mich so komisch an. «Keine Ahnung wovon du redest.» Ich gehe einfach weiter. «Na, von dem Mädchen in deinem Zimmer … Hey! Ben!»

Den Rest höre ich nicht mehr, weil ich im Bad verschwinde.

Auf dem Rückweg muss ich wieder bei Andrea vorbei. «Hey Ben. Du weisst schon, dass wir um diese Zeit keinen Besuch mehr haben dürfen?» tadelnd erhebt sie ihren Zeigefinger. «Jetzt fang du nicht auch noch damit an … Lasst mich doch einfach mal in Ruhe…» genervt gehe ich in mein Zimmer zurück.

Als ich die Türe öffne, sehe ich wie Janina vor meinem offenen Schrank steht. «Was genau machst du denn da an meinem Schrank?» Janina zuckt erschrocken zusammen. «Man, musst du mich so erschrecken? … Ich habe nur einen Pulli gesucht. Mir ist etwas kalt … und wenn wir ja gleich raus gehen… Sorry.» «Ach, schon ok. Nimm dir einfach einen.» Ich stelle mich hinter sie, halte mit einer Hand ihre Hüfte, streife mit der anderen ihre Haare zur Seite und gebe ihr einen Kuss auf den Nacken. Sie kichert leise, greift nach einem Pullover und zieht ihn raus. «Oh.. Hast du kein Bankkonto?» Sie dreht sich um und streckt mir ein Geldbündel hin. «Äh.. doch, schon.» Ich nehme ihr das Geld ab und stecke es zurück hinter die Pullover im Schrank. «Warum hast du soviel Geld in deinem Schrank?» Will Janina wissen. Ich zögere kurz. «Das … ist von einem Nebenjob.» Sie sieht mich etwas skeptisch an. «Nebenjob, huh?» Ich nicke etwas zögerlich. Sie starrt mich an. Sie denkt wohl nach. Sie erwacht kurz darauf wieder aus ihrer Starre, streckt sich an mir hoch und flüstert mir ins Ohr: «Böser, böser Junge…». Sie küsst meinen Hals, stellt sich wieder aufrecht hin und schlüpft in meinen Pullover. «Sollen wir jetzt raus gehen? … und vielleicht erzählst du mir dann ja bisschen von deinem Nebenjob.» sie nimmt meine Hand und grinst mich an. «Ja, ok. Lass uns einen Spaziergang machen.»

Ein paar Minuten später sind wir am Käferberg, spazieren ein Stück dem Waldrand entlang und setzen uns hin. Ich kram den Blunt aus meinem Rucksack und steck ihn an. „Und? Erzählst du mir jetzt, was das genau für ein Nebenjob ist?“ Ich nehm einen weiteren Zug und denke kurz nach. Ich reiche ihr den Blunt und steh auf. „Siehst du das da unten?“ Ich schwenke meinen Arm über die Stadt, die unter uns liegt. Ich dreh meinen Kopf zu ihr. Sie sieht mich an und nickt. „Das … ist eine riesige Küche … und ich bin ein kleiner Zulieferer für Gewürze, die so gebraucht werden.“ Ich lache. „Eine Küche?“ Sie grinst. „Jap.“ „Und du bist der Gewürzlieferant?“ „Jap.“ „Na dann, Herr Lieferant..“ Sie steht lachend auf, legt einen Arm um mich und hält mir den Blunt wieder hin. „Und … warum machst du das?“ will sie von mir wissen. Ich nehmen eine tiefen Zug und atme langsam den Rauch wieder aus. „Wegen … weil ich es kann.“ „Weil du es kannst?“ „Jap.“ Ein kurzer Moment Stille. „Aber … ist das nicht gefährlich? Ich mein … ein grosser Teil der Welt findet das wohl nicht sooo übertrieben toll … sollte ich mir Sorgen machen um dich?“ „Nö.. ich komm schon klar und so nebenbei, fick die Welt!“ „Fick die Welt?“ „Jap. Fick die Welt.“ Ich strecke meinen Arm, zeige der Stadt einen Mittelfinger, drehe mich zu Janina und Küsse sie.

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Ja, ich bin genervt..

Na, ihr Pimmler..

Bevor ich hier anfange gewisse Menschen zu beleidigen, möchte ich ein paar anderen kurz Danke sagen.

Danke an alle die sich das Hörspiel gekauft und so Geld gespendet haben. Wir haben zwar noch keinerlei Verkaufszahlen, aber wenn du einer davon bist: Danke für deine Unterstützung!

Danke auch an die 2, 3 Leute, die per Pay Pal Geld gespendet haben!

Danke auch an die Handvoll Leute, die unsere Beiträge geteilt haben. Ihr seid toll!

Ich muss jetzt aber kurz meinen Unmut kurz loswerden.

Und ich versuche mich zusammenzureissen, um verbal nicht zu sehr zu entgleisen.

Das geht an ausnahmslos alle an euch, die ihre „woke af“ Twitter, Instagram und/oder Facebook Profile betreiben. Und ja, ich nenne es bewusst „betreiben“.

Ich bin ziemlich enttäuscht von euch. Ich Idiot war so naiv und dachte, ihr interessiert euch wirklich für Missstände.

Ich Idiot war so naiv und dachte, ihr seid wirklich emphatisch.

Ich Idiot dachte wirklich, ihr erkennt Probleme und wärt bereit, in irgendeiner Form, Unterstützung anzubieten.

Offensichtlich nicht.

Ich habe euch angeschrieben und gefragt, ob ihr uns/mich bei dem Hörspiel Projekt „Das Leben und Ben“ unterstützen würdet. Unterstützen insofern, dass wir möglichst viele Leute erreichen können.

Folgendes ist passiert:

Nichts.

Kein Feedback. Null Reaktion.

Nicht einmal ein „Sorry, ich möchte das nicht.“

Wir möchten Geld sammeln für eine Institution, die für Kinder da ist, die in irgendeine Notsituation geraten sind.

Und es kommt keinerlei Reaktion von euch.

Was denkt ihr, was ich von euch als Mensch jetzt halte?

Wenn du denkst, dass das was ich hier mache falsch ist, dann sag es mir doch einfach. Denn so denke ich einfach, dass es dich einen Dreck kümmert. Dass es dir nicht einmal 5 Minuten wert ist, etwas zu unterstützen, was halt aktuell nicht so populär thematisiert wird und dir Aufmerksamkeit gibt.

Ihr wart mir mal sympathisch. Jetzt ekelt ihr mich aber nur noch an…

Wenn ich falsch liege mit meinem Empfinden, dürft ihr mich gerne eines besseren belehren. Ich bin absolut bereit, meine Meinung zu ändern.

Gebt mir eine Antwort. Redet mit mir. Oder helft mir einfach kommentarlos, das Projekt zu verbreiten.

Das wäre wirklich sehr nett.

Ansonsten wünsche ich euch Möchtegern woken Holzköpfen noch ein schönes Leben.

Auf das euch immer die Ärmel runterrutschen mögen beim Händewaschen!

PS: Zum Projekt gehts hier lang

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Braune Flecken sollten weggeputz werden. Nicht?

Es geht darum, dass beim HOFA Contest leider nicht nur Songs von „unbedenklichen“ Künstlern eingereicht wurden. Leider hat sich auch ein kleines Nationalistenschweinchen da hin verirrt.

..Ja, er nennt sich nicht Nazi sondern Rechts-Konservativ-Patriot

Meinetwegen darf er sich auch Erdbeertorte nennen. Ändert halt mal nichts an seinem ******** Auftritt.

Und ihr wisst, ich hasse ********* Menschen.

Ich sage euch nicht, was ihr tun sollt.

Ich würde euch nie anhalten, die Vorlage runterzuladen und eine Nachricht an office@hofa.de zu senden.

..ja, ich habe ne Vorlage gemacht für die faulen Säcke unter euch.

..kenn euch doch.

Also dann.. haut rein.

Seid lieb!

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Das Leben und Ben

#29 Alle haben ihre Gründe

Mit 2 Whisky Cola komme ich gerade von der Bar und schlängle mich durch die Clubbesucher, als mir plötzlich jemand von hinten auf die Schulter tippt.

Ich bleibe kurz stehen und dreh mich um.

Scheisse.. Nicht die schon wieder.

„Hey Süsser. Hast du mir was?“

Ich schüttle den Kopf und gehe weiter.

Ein Mal quer durch den Club zu Jasa. Er tanzt mit einem Mädchen, dass noch nicht da war, als ich mich zur Bar aufmachte. Aus den Boxen dröhnt Pon de Replay. Er sieht mich ankommen und grinst mich schelmisch an. Ich grinse zurück und strecke ihm seinen Dink hin. Nickend nimmt er ihn entgegen.

In dem Moment schmeisst sich Aline an mich ran. „Komm schon Ben. Ihr habt doch sicher was dabei.“ Sie reibt sich tanzend an mir. „Du nervst!“ Ich versuch die Klette von mir weg zu drücken. „Bitte Ben.. nur eine E.. Bitte, bitte.“ Sie sieht mich mit ihrem Hundeblick an.

Das Ding ist, Aline schuldet mir ohnehin noch Kohle für die letzten Teile. Sie hat selten Geld in letzter Zeit. Da wir sie kennen, haben wir ihr das Zeug ein paar mal quasi vorgestreckt. Irgendwie glaube ich nicht mer daran, dass sie ihre Schulden mal noch begleichen wird. Aber wenn sie mich so ansieht, werde ich bisschen schwach. „Na gut. Komm mit.“

Ich gehe mit ihr im Schlepptau ein paar Meter weg vom grössten Getümmel auf der Tanzfläche. Ich knie mich hin, zieh ein Grip aus meiner Socke und steh wieder auf. Aline lächelt mich an. „Ist das das gute Zeug?“ „Wir haben nur das gute Zeug … hast du das Geld? … wenigstens das Geld für dieses Teil?“

Aline rückt nah an mich ran. Ihre Hand fährt unter mein Shirt, sie presst sich fest an mich. „Ich dachte, ich kann es vielleicht anders abbezahlen.“ Sie packt mich im Schritt. „Lass das!“ Ich nehme ihre Hand und zieh sie weg von mir. Ihr Lächeln von gerade eben, weicht einen wütenden Gesichtsausdruck. „Findest du mich nicht attraktiv? Bin ich hässlich? … jeder andere wäre glücklich, wenn ich ihn mal ran lassen würde!“ „Schon klar… du Sexgöttin…“ Ich wende mich ab und will zurück zur Tanzfläche. „Du bist so ein Arschloch!“ keift sie mich an.

Ich drehe mich wieder zu ihr. „Ich bin ein Arschloch? Gerade wolltest du mir dich noch als Zahlungsmittel anbieten. Das ist sowas von weit entfernt von jeglicher Würde … Kann ja sein, dass das bei anderen funktioniert, aber in meinen Augen macht dich das einfach nur eklig … Verstehst du mich? Lass es einfach gut sein.“ Sie sieht mich wortlos an. Ich bemerke wie ihre Augen glasiger werden. „Weinst du?“ „Nein! … verpiss dich.“ Sie senkt ihren Blick zu Boden.

„Was ist denn los? … hey, ich wollte dich nicht verletzen. Wirklich nicht… Hast du nen 10er oder so? Ich kann dir ausnahmsweise auch mal eine Halbe geben.“ Sie sieht mich wieder an. „Ja.. hab ich.“ „Komm. Wir gehen kurz raus.“

Wir drängeln uns durch die Menschen im Eingangsbereich nach draussen, gehen ein paar Meter vom Club weg und setzen uns vor eine Hauswand.

Ich hole ein Teil aus dem Grip, breche es in 2 Hälften und halte ihr eine hin. „Hier.“ Sie kramt in ihrer Handtasche rum und zieht einen 10er raus. „Danke.“

„Weisst du Ben, heute ist einfach ein richtiger Scheisstag.“ „Nur weil ich keinen Sex mit dir wollte?“ Ich stupse sie an und lache. „Sorry. Zu früh?“ „Du bist ein Idiot.“ kontert sie mit einem leichten Lächeln. „Ganz ehrlich, ich weiss nicht was mich da geritten hat … ich wollte einfach unbedingt den Tag vergessen.“ „Was ist denn so schlimm heute?“ „Ich weiss nicht, ob ich dir das erzählen soll … seit wir nicht mehr in der Schule sind, haben wir uns ja kaum noch unterhalten.“ „Das stimmt. Aber wenn du dich auskotzen willst, nur zu.“ Ich lächle sie an „Ich hab eh gerade nichts besseres zu tun.“ Sie lächelt und spielt an einem ihrer Schnürsenkel rum. „Weisst du … Gestern mussten wir unseren Hund einschläfern, heute Nachmittag bin ich durch die Fahrprüfung gerasselt und Zuhause ist Momentan die ganze Zeit nur Stress … ich weiss auch nicht… Ist mir einfach zu viel gerade.“ „Oh man.. Das Leben ist manchmal echt anstrengend…“ Ich weiss gerade nicht so richtig was ich sagen soll. Aber Sprüche wie „Kopf hoch, das wird schon wieder“ spare ich mir lieber. Ich weiss ja nicht, wie ihr das geht, aber ich hasse diese dämlichen Floskeln.

Wir schweigen kurz, bis sie es unterbricht.

„Weisst du noch, das eine Mal im Sportunterricht, als wir Fussball gespielt haben und du mich ziemlich heftig angerempelt hast? … du hast mich reflexartig aufgefangen, damit ich nicht hinfalle. Du hattest mich ein paar Sekunden ganz fest in deinen Armen … das ist eine meiner Lieblingserinnerungen an die Schulzeit … ich war damals bisschen in dich verknallt … voll kitschig oder?“ Sie spielt weiter an ihrem Schuh rum ohne mich anzusehen. „Ja, ich kann mich daran erinnern … Du hattest dieses Mickey Mouse Shirt an … ich fand das immer voll gut, wenn du das anhattest. Weiss nicht, ob das kitschig ist. Ist doch was Gutes, wenn du dich gerne daran erinnerst.“

„Es ist doof, dass wir nach der Schule keinen Kontakt mehr hatten.“ „Na, das lässt sich doch ändern … du hast ja meine Nummer. Frag mich doch einfach mal, ob wir einen Kaffee trinken gehen, statt immer nur dieses andere Zeug.“

„Sicher?“ sie sieht mich fragend an. „Hätte es wohl sonst kaum vorgeschlagen.“

Sie sieht mich lächelnd an. „Sollen wir einen Kaffee trinken gehen?“

Die ersten Kapitel gibt es auch in Hörspiel-Form. Das ganze ist eine Spendenaktion für die NUK.

Alle Infos findest du hier!

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Entweder bin ich dumm oder ihr ..eher ihr

Na, ihr Pimmler..

Das Einhorn ist gestriegelt, der Wassermelonen-Vorrat wieder aufgestockt und das Wort Wassereis ergibt nach wie vor keinen Sinn.

Heute schon eure Rolle übertrieben?

Ich fange mal besser vorne an. Ihr geht mir soWAS VON AUF DIE NERVEN!!!

Gefühlt, diskutiert gerade jeder nur noch darüber, was jetzt rassistisch ist, was homophob und bla bla bla..

HALT! Bevor jetzt wieder jemand nur bis hier gelesen hat und gleich in die Tasten hauen möchte um mich zu massregeln von wegen „es ist wichtig, dass wir über diese Themen sprechen mimimi“: Bitte, liebe Aurora Ophelia und lieber Hennes Jonaeus. Lest einfach weiter. Ihr könnt euch danach immer noch aufregen.

Ich habe eine Meinung zu Themen wie Rassismuns, Homphobie und Artverwandtem. Es ist alles totaler Bullshit! Das ist jetzt nichts neues und sollte kaum einen von euch überraschen.

Was ich loswerden wollte ist folgendes:

Betroffene definieren was genau diskriminierend ist. Zum einen stellen sie allgemein zutreffende Punkte auf und weiter erklären sie individuell, punktuell und situativ, was nicht in Ordnung ist. Ein Weisser erklärt hier niemandem, was für einen Schwarzen als rassistisch gilt und was nicht.

Genau das ist der Punkt, warum mir so viele da draussen, so hart auf den Sack gehen!

Unterstütze Minderheiten in ihren Anliegen. Stell dich an ihre Seite. Das ist wichtig und nach meinem Empfinden auch richtig. Aber DU entscheidest NICHT, was ein anderer als diskriminierend empfindet bzw. empfinden könnte. Woher nimmst du dir das Recht? Das ist Bevormundung. Das bedeutet, dass du dich über jemanden stellst und genau so fängt der Mechanismus von Unterdrückenden Systemen auch an..

Also halt dich einfach zurück.

Es ist eigentlich ganz einfach:

Wenn dir ein Mensch sagt, dass etwas rassistisch ist gegenüber seiner Ethnie: dann hör einfach zu und lerne daraus.

Wenn dir eine Frau sagt, dass etwas sexistisch ist: dann hör einfach zu und lerne daraus.

Wenn ein homosexueller Mensch zu dir sagt, dass etwas homophob ist: dann hör einfach zu und lerne daraus.

Und so weiter..

Ist doch wirklich ganz einfach, nicht?

Wenn du nicht betroffen bist, definierst du nicht – Punkt

Siehst du das anders? Bist du der Meinung, dass es deine Aufgabe ist, dich als Social Justice Warrior aufzuspielen und im Namen von etwas, was du nicht bist, Regeln und Definitionen aufzustellen? Dann mach.

..aber bitte nicht in meiner Bubble

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#28 Luxemburgerli-Theorie

„Was ist mit den Beiden da drüben?“ Jasa zeigt auf ein Pärchen, dass den Läden entlang schlendert. Ein älterer, glatzköpfiger Herr im Anzug und eine junge, blonde Frau in einem Pelzmantel.

Wir sitzen an der Tramhaltestelle auf dem Paradeplatz und beobachten das Geschehen.

„Definitiv Touristen.“ „Aber es könnte doch auch ein Chef von einer der Banken sein, der seine Mittagspause mit seiner Tochter verbringt.“ meint Jasa. „So wie sie an ihm dranhängt, hoffe ich mal nicht, dass das seine Tochter ist.“ „Vielleicht ist es ja die Stieftochter.“ Wir müssen lachen. „Eklig… Ich denke trotzdem nicht, dass jemand um 10.00 Uhr schon Mittagspause macht.“ „Ja, ok.“ Jasa stupst mich mit seinem Ellenbogen an und grinst. „aber das schliesst die Stieftochter-Theorie nicht aus.“ Wir müssen wieder lachen.

„Und was läuft bei denen?“ Er zeigt auf eine kleine Gruppe Leute, die ein paar Meter hinter dem Pärchen sind. „Das müssen Touris sein. Keine Frage.“ „Bloss weil es Asiaten sind? Hier leben auch Asiaten, falls dir das noch nicht aufgefallen ist.“ „Was? Nein! Darauf bezieh ich das doch gar nicht. Die haben nur fast alle einen Fotoapparat in der Hand. Kuck doch..“ Jasa grinst. „Weiss ich doch, Alter. … Ich zieh dich nur auf.“ „Depp.“

„Weisst du, was ich denke?“ Unterbricht Jasa unsere Gesprächspause. „Bin ich ein Hellseher?“ „Ich denke, die haben die ganze Bahnhofstrasse nur für die Touristen gebaut.“ „Wie kommst du denn darauf?“ „Na, weil hier immer so viele davon sind.“ „Hier kann man halt gut Bummeln. Hier gibts viele Läden und ein paar Restaurants.“ „Ja eben. Extra für die Besucher. Oder warst du schon mal in einem der Läden hier und hast was gekauft?“ Ich denke kurz nach.

„Ja klar. Und du auch, du Holzkopf. … ich war schon oft im Franz Carl Weber und im St. Annahof.“ Ich seh ihm an, dass er nachdenkt. „Ok… Aber der ganze Rest ist doch nur für Touris.“ „Ich weiss nicht. Deine Theorie hinkt … wir hängen ja auch hier rum.“ „Ja, aber ich hab mir heute weder eine Uhr noch einen Pelzmantel gekauft. Du etwa?“ Ich muss lachen. „Nein. Hatte noch keine Zeit.“ Jasa muss ebenfalls lachen.

„Siehst du den Typen da drüben, mit seiner kleinen Box?“ Ich stupse Jasa an und zeig auf den Mann, der gerade aus der Confiserie Sprüngli kommt. Jasa nickt. „Da sind bestimmt Luxemburgerli für seine Frau drin.“ Jasa sieht mich fragend an. „Und? Luxemburgerli sind doch lecker.“ Ich nicke. „Ja schon. Aber Onkel Jan hat mal gesagt, dass Männer, die ihrer Frau Luxemburgerli nachhause bringen, ein schlechtes Gewissen haben.“ „Ist das so?“ „Sagt er zumindest.“ „Na dann. … Was hat er wohl angestellt?“ „Vielleicht hat er ja auch seine Frau mit seiner Stieftochter betrogen.“ Wir müssen laut lachen.

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Männer sind scheisse?

Na, ihr Pimmler..

Es ist Sonntag. 7.00 Uhr. Warum ich schon wach bin? ..wenn ich das wüsste.

Da ich nicht mehr weiterschlafen kann, brühe ich mir gerade einen Kaffee auf. Später werde ich zur Bäckerei spazieren, um ein paar frische Vollkornbrötchen zu holen fürs Frühstück.

Ich bin kein grosser Fan von Frühstück. Aber sie schon.

Ich hole keine Brötchen, weil ich ein netter Mensch sein will. Ich hole auch keine Brötchen, weil ich muss. Ich hole sie auch nicht, weil ich irgendwas beweisen muss. Ich hole keine, weil sie das nicht auch selber könnte. Ich hole sie einfach, weil ich sie lieb habe.

Weil ich das jetzt so ausführlich erkläre, kommt meine Einleitung bestimmt rüber wie Angeberei. Aber eigentlich gingen meine letzten Gedanken eigentlich in völlig andere Richtungen.

Weisse heulen rum, weil sie sich diskriminiert fühlen.

Männer heulen rum, weil sie sich diskriminiert fühlen.

Kurz: eigentlich heulen alle nur rum.

Was soll man dazu noch sagen?

Weisse sind scheisse und Männer auch.

..ganz viel gibt es dazu noch zu sagen!

Erinnert ihr euch noch an eure Kindheit? Mit ziemlicher Sicherheit, hattet ihr auch eine „Jungs sind doof“ bzw. „Mädchen sind doof“ – Phase.

Hat man das damals so gemeint? ALLE?

Ja, ich denke schon.

Allerdings beruhte diese Einstellung auf einem sehr beschränkten Umfeld. Wir kannten ja gar nicht so viele Mädchen oder Jungs zu der Zeit. Im Endeffekt war das nur eine Aussage, um darauf aufmerksam zu machen, dass uns einige Vertreter des anderen Geschlechts, mit ihrer Art und ihrem Verhalten genervt haben. ..behaltet das mal kurz im Kopf.

Oder habt ihr damals wirklich ALLE Jungs bzw. Mädchen gehasst? Wohl kaum.

Wir neigen dazu, zu pauschalisieren. ..ob das gut ist, ist ein anderes Thema.

Wenn es also Leute gibt die sagen, dass alle Männer scheisse sind, meinen die nicht ALLE Männer.

Die meinen nur die Typen, die sich wie die grössten Lobbyisten des Patriarchats verhalten. Männer die den Wert von Frauen nicht anerkennen bzw. sie nicht als gleichgestellt behandel können oder wollen. Und damit das eben erwähnte „nur die Typen“ nicht falsch verstanden wird: es sind verdammt viele!

Ich habe keine Zahlen davon, wieviele Exponate es sind, welche aktiv Frauen mit ihrer konservativen, patriarchalischen Einstellung diskriminieren. Zu viele.

Und die meisten realisieren das nicht einmal.

Bestimmt gibt es einige, die in der Beziehung mit ihrem Partner auf Gleichberechtigung setzen und sich auf Augenhöhe und mit dem nötigen Respekt begegnen. Das ist gut und recht und irgendwie ja auch das mindeste.

Kurze Anmerkung: sollte das in deiner Beziehung nicht so sein: Glückwunsch! Du bist definitiv bei „alle Männer sind scheisse“ gemeint.

Wie gesagt, es ist das mindeste, dass ihr eure Partnerin, Schwester, Mutter, einfach alle Frauen in eurem Umfeld anständig behandelt und als gleichwertige Menschen anseht.

Aber leider ist das offensichtlich noch nicht so weit verbreitet.

Diskriminierung von Frauen ist Programm. In allen Bereichen. Egal ob es Dinge sind wie unterschiedliche Löhne für denselben Job oder Erwartungshaltungen gegenüber dem Rollenbild im Allgemeinen.

Frauen werden nicht gleich wertgeschätzt wie Männer. Es wird immer, mal mehr, mal bisschen weniger, unterschiedlich gewichtet. Das hat leider Geschichte und ist eine der ekligen Traditionen.

Und wer ist massgeblich Schuld?

..das war eine rhetorische Frage.

Ist es so noch zeitgemäss? Näh..

Verliert Mann irgendwas erwähnenswertes, wenn Frauen nicht mehr systematisch diskriminiert werden? Nein.

Unterstützt du die Frauen dabei, das Patriarchat zu stürzen um eine Gleichberechtigung zu erreichen und das ohne dich dadurch als grossen Wohltäter aufzuspielen? Einfach weil du es für richtig hältst und sie den Support (leider) brauchen?

Dann bist du bei „Männer sind scheisse“ gar nicht gemeint und musst dich auch nicht angesprochen fühlen.

Was ich mit dem langen Text also sagen möchte und das ist vorwiegend an euch Jungs gerichtet: Wenn ihr denkt, dass ihr gemeint seid mit „Männer sind scheisse“, dann seid ihr ziemlich sicher scheisse und natürlich gemeint.

Ist was angekommen? Vielleicht versteht es der eine oder andere ja besser, wenn es ihnen ein Mann erklärt.

So. Ich hol jetzt Brötchen.

Haut rein.

Seid lieb.

PS: den ganzen Patriarchat-Frauendiskriminierungs-Bullshit, könnt ihr auch durch Weisse und Rassismus ersetzen.

..artverwandte Scheisse

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2020? Einfach löschen? #blacklivesmatter

Na, ihr Pimmler..

2020.

Richtig geiles Jahr bisher…

In letzter Zeit häufen sich, zumindest in meiner Bubble, Aussagen wie: «Am besten wäre es, wenn wir das Jahr 2020 einfach löschen könnten!»

Zugegeben, es ist alles andere als angenehm die letzten Monate. Und ich meine das jetzt nicht nur auf mein Leben bezogen. Die Welt von den meisten ist wohl ziemlich verändert worden.

Weltweit läuft alles ein bisschen bis sehr heftig scheisse.

..Ja, lief auch vorher schon vieles falsch. Wir wissen es. Behalt es für dich.

Um auf meine Einleitung zurückzukommen: 2020 einfach löschen!

Nein.

Das ist genau das Mindset, dass dazu führt, dass eben weiterhin nichts unternommen wird. «Einfach löschen» ist eine scheiss Haltung.

Ich pauschalisiere jetzt einfach und behaupte, dass wir alle zu lange und zu oft genau so durch die Welt laufen. Unter Umständen rütteln uns irgendwelche Nachrichten über Missstände auf, aber wir sind so abgestumpft und fokussiert auf unsere eigenen Problemchen, dass das jeweils eher ein kurzes Aufflackern ist.

..wenn überhaupt.

Und ob es und passt oder nicht, mit zusehen und nichts tun, sind wir Teil des Problems. Und ich denke, kein unerheblicher Teil.

Das aktuellste und bezüglich Aufmerksamkeit grösste Problem, sind die Ausschreitungen in den USA und vor allem deren Kontext bzw. Ursache

Struktureller Rassismus.

Viel Aufschrei, gerade auch in den sozialen Medien. Und es ist so … ok.

Nicht falsch verstehen. Das Internet vollzukleistern mit #blacklivesmatter Posts, ist nichts Schlimmes. Flagge zeigen, sich positionieren ist richtig und wichtig.

Das ist der einfachste und sehr, sehr gemütliche Weg. Und nochmal, das ist auch was Gutes. Zumindest bei den Meisten.

Aber es darf da nicht aufhören!

Ein Post, ein Like oder etwas zu teilen, darf dich noch nicht ruhig schlafen lassen. Egal wie hochfrequentiert und akribisch zusammengetragen eure Posts sind.

Der Teil mit dem «wir sind alle ein Teil des Problems»?

Wir haben es in der Hand, ob und wie wir in unserer Umwelt auf Rassismus bzw. Diskriminierung jeglicher Art reagieren. Wir sind mitverantwortlich dafür, ob wir in einer gerechteren Welt leben oder nicht.

2020 könnte der längst nötige Weckruf sein!

Also wacht auf!

..Nein! Attila, aus! ..Xavier, setz dich wieder. Euer «wacht auf!» war nicht gemeint.

Wir müssen dabei helfen, diese Missstände so lange aufzuzeigen, bis endlich Änderungen eintreten.

Denn nicht die Opfer sollten diejenigen sein, die protestieren müssen.

Die Täter sollten sich endlich erklären müssen und zur Verantwortung gezogen werden!

Das wird nicht einfach. Und der perfekte Weg ist mir auch noch nicht eingefallen.

Aber lasst uns nicht weiter einfach nur zusehen, im Netz Parolen schwingen weil gerade ein Trend unterwegs ist und nach ein paar Tagen alles wieder vergessen.

Wir müssen aktiver uns konsequenter werden. Fangen wir in unserem Umfeld damit an!

Macht euren Mund auf! Keine Toleranz für Rassisten und artverwandte Holzköpfe!

Lasst uns, uns gegenseitig unterstützen.

Und wir müssen einander immer wieder daran erinnern, dass wir nicht aufhören damit uns so lange unterstützend auf die Seite der Benachteiligten zu stellen, bis diese Strukturen Platz für eine Gleichberechtigung gemacht haben.  

 Wir hören euch! Wir sehen euch! Wir sind an eurer Seite!

#blacklivesmatter

Seid lieb.

XO

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Gott, Welt, diesdas..

Es ist nicht das Thema ..es ist Ignoranz und Dummheit

Na, ihr Pimmler..

in den letzten Wochen habe ich mich mal wieder in ein paar Situationen wiedergefunden, in die ich eigentlich gar nie kommen will.

Ich rede von Unterhaltungen mit Menschen, die gewisse Grundsätze nicht verstanden haben, diese nach Lust und Laune vermischen und denken, das sie auf diese Art eine Diskussion führen können, ohne dass ich sauer werde.

I H R S E I D E I N F A C H Z U A N S T R E N G E N D F Ü R M I C H !

Wenn ich da falsch liege, sagt es mir. Kann gut sein, dass mein Asperger im Weg steht und ich nicht die nötige, allgemein erwünschte Empathie und ein eventuell gefordertes Verständnis und Rücksicht für Holzkopf-Stammtisch-Unterhaltung aufbringe.

Ich tu mich halt einfach schwer damit, dass es Menschen gibt, die mit mir über Äpfel diskutieren möchten, zur Veranschaulichung eine Salatgurke mitbringen und mir anhand von Lavendelöl zu erklären versuchen, dass sie Äpfel halt einfach nicht so gerne essen.

Warum macht man das?

..und warum wundert man sich, dass einem das nicht weiter bringt?

Es gibt Glauben.

Es gibt Annahmen.

Es gibt Fakten.

Es gibt Lügen.

Fakten funktionieren so:

Ich gehe davon aus, dass es noch Butter in meinem Kühlschrank hat.

Ich gehe zu meinem Kühlschrank, sehe, dass es noch etwas Butter hat, gehe zurück und aus meiner anfänglichen These, wird ein Fakt: es hat noch Butter im Kühlschrank.

Das kann ich belegen. Ich kann jedem der will zeigen, dass da noch welche ist.

Glaube funktioniert so:

Ich gehe davon aus, dass es noch Butter in meinem Kühlschrank hat.

Ich kann oder will aber nicht nachsehen, werde aber trotzdem überall rumerzählen, dass es in dem Kühlschrank Butter hat.

Wenn ich die Annahme habe, dass es Butter im Kühlschrank hat, kann ich mich folglich dafür entscheiden, den wissenschaftlichen Weg einzuschlagen und für Fakten sorgen indem ich nachsehe oder ich überlasse meine Annahme dem Glauben.

Bei ersterem wird meine Annahme bestätigt durch Fakten oder ich muss sie wegen Widerlegung über den Haufen werfen.

Beim „Glaubensweg“ kann ich mit meiner Annahme nach Lust und Laune machen was ich gerade will.

Fast hätte ich aber Lügen vergessen.

Ich geh zum Kühlschrank, sehe, dass es keine Butter mehr drin hat, aber erzähle trotzdem allen, dass noch welche da ist.

Das wären die Eingangs erwähnten Grundsätze, die zu beachten und zu unterscheiden sind.

Denn ich reagiere echt allergisch darauf, wenn irgendwer wieder alles durcheinander anwendet und dann auch noch denkt, dass er einen Punkt hat.

Meistens geht es mir in diesen Unterhaltungen gar nicht um die Grundthematik, sondern lediglich um den lästigen Whataboutism, die Ignoranz und Überheblichkeit, Wissen und Glauben einfach zu vermischen.

Wenn es nicht gefährlich enden könnte, wär es mir sowas von scheissegal, dass soviel Dreck in der Welt verbreitet wird. Soll doch jeder machen.

Aber es werden Regierungsentscheide anhand von „Glauben“ getroffen.

Menschen leiden wegen „Glauben“.

Menschen sterben wegen „Glauben“.

Unsere Umwelt leidet wegen „Glauben“.

„Wissen“ wird zu oft ignoriert und wir stellen unsere Egos und unsere Vorteile darüber.

„Wissen“ wird ignoriert, nur damit wir unsere Annahmen weiter behalten können und nicht eingestehen müssen, dass wir falsch liegen.

„Wissen“ wird ignoriert, damit wir uns besser fühlen in unserer Sicht der Dinge.

Aber manchmal ist ein Apfel auch einfach ein Apfel.

Ob wir den nun gerne essen oder nicht.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Haut rein.

Seid lieb.

xo

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Gott, Welt, diesdas..

Es gibt solche und solche Journalisten. ..und dann gibt es noch so Holzköpfe

Na, ihr Pimmler..

Ich hab da so ein Video gesehen. Eins von Ken Jebsen. KENFM.

..ja, ich habe mich auch gefragt, warum ich mir so einen Müll reinziehe.

Ich erklärs kurz. Ein Bekannter hat mir den Link geschickt mit dem Kommentar „Er hat gewisse Argumente!“.

Folgendes: Nö, hat er nicht.

Es ist echt mühsam, dass es Menschen gibt, die einfach jeden Scheiss glauben, den man ihnen erzählt. Ohne zu hinterfragen und die Quellen zu checken.

Da ich ein netter Junge bin …manchmal mach ich das jetzt ausnahmsweise mal für alle hier.

Das Video von dem hier die Rede ist, trägt den erquickenden Titel „Gates kapert Deutschland.“

..ich verlinke den Dreck absichtlich nicht. Ist auch ohne schon zuviel Plattform geboten für den Holzkopf!

Wo war ich?

Ach ja, ich wollte die Arbeit für dich machen.

Ken Jebsen arbeitet sich ziemlich an Bill und Melinda Gates ab.

Meine Lieblingsaussage:

„Das Ehepaar Gates hat meh Macht als Theodore Roosevelt, Winston Churchill, Josef Stalin und Adolf Hitler seinerzeit zusammen.“

Witzig oder?

Warte. Kommt noch witziger.

„Die Bill & Melinda Gates Foundation finanziert die WHO zu über 80% und bestimmt dort quasi, was Gesundheit ist.“

80% sind heftig!!!

Moment.. Der hat Quellen in der Beschreibung verlinkt!

Arbeitet der also doch seriös?

..ach ne, doch nicht..

Hier gehts zur Quelle, auf die sich seine Aussage stützt

https://www.deutschlandfunkkultur.de/unabhaengigkeit-der-weltgesundheitsorganisation-das-dilemma.976.de.html?dram:article_id=423076

Ich finde ja, man sollte schon alles und vor allem richtig lesen.

Die 80%… das sind ALLE Spenden.

Bzgl. Gates heisst es, dass er für 2016 und 2017 knapp 630 Millionen Dollar gespendet hat. Das sind um die 14% ihres Budgets von knapp 4.5 Milliarden.

Es kann durchaus sein, dass ich in der Schule nicht aufgepasst habe, aber 14% ist schon minimal weniger als 80% oder?

..ich frage für einen Freund.

Im Ernst, das ist nicht irgendein kleiner Patzer. Kein Kopier-, Verständnis- oder Rundungsfehler.

Das ist entweder komplette Dummheit oder bewusste Verarsche. So oder so: nicht akzeptabel.

2019 kamen übrigens knapp 10% von der Bill & Melinda Gates Foundation.

..das zeigt die WHO übrigens offen und einsehbar für alle.

Uff..

Aber das ist ja noch nicht alles.

Es geht heiter weiter.

„… auch die Unversehrtheit des eigenen Körpers ist nicht mehr garantiert. Man kann dann einfach geimpft werden, ob man will oder nicht. Man kann uns also mit Gift vollpumpen.“

Huiuiui… nach seiner Aussage werden Corona Zwangsimpfungen beschlossen (in Deutschland).

Frage: womit wollen die denn impfen? Bleichmittel? Putzessig?

Bis ein Impfstoff überhaupt mal da ist, kann das locker noch ein Jahr dauern.

Seine Quelle diesbezüglich:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/S/Entwurf_Zweites_Gesetz_zum_Schutz_der_Bevoelkerung_bei_einer_epidemischen_Lage_von_nationaler_Tragweite.pdf

Da drin steht: Formulierungshilfe. Sprich, ein Entwurf. Da ist also noch überhaupt nix beschlossen. Das kann die Regierung auch gar nicht so einfach. So ein Entwurf muss da erst mal sehr viele Schritte durchlaufen.

Aber auch ohne dieses Buch auch noch zu öffnen, hätte der wehrte Journalist besser mal gründlicher recherchiert, denn

„… Eine Corona-Impfpflicht stand nie im Gesetzentwurf … „ Zitat Tagesschau / Bärbel Bas, SPD Fraktionsvize

Ok. Lassen wir das. Nächste Aussagen von Jebsen.

„Sie haben auch Medien gekauft. Sie haben 2.5 Millionen an den Spiegel gegegen, sie haben mit 300.000 die Zeit finanziert, sie sind bei der John Hopkins University drin als grosser Geldgeber mit 20 Millionen, das heisst, sie bestimmen die öffentliche Meinung.“

Hoppala.. das ist ja mal ..auch wieder nix.

Also die Spendensummen stimmen zirka. Das zeigen die ja auch offen auf ihrer Webseite gatesfoundation.org

297.124 Dollar für Berichterstattung über den Klimaschutz gingen an die Zeit und 2.537.294 Dollar (in 3 Jahren) gingen an den Spiegel.

Damit sollen die Gates also die Berichtetstattung gekauft haben?

Der Spiegel hat 2019 einen Brutto Umsatz von rund 200Millionen Euro.

..diese Zahlen kann man ebenfalls einfach so im Internet finden.

Und da sollen die Gates jetzt mit 2.3 Millionen Euro was genau beeinflusst haben?

Das ist knapp mal 1%.

Überhaupt hat der Spiegel Werbeeinnahmen über 80 Millionen Euro. Die kommen zu einem grossen Teil von Autofirmen.

Und jetzt ratet mal, wer schön fleissig über den VW Abgasskandal berichtet hat. Gegen einen ihrer grossen Werbekunden.

Eigentlich reicht das alles ja schon völlig aus, um diesem „Journalist“ nicht weiter zuzuhören.

..eigentlich.

Er verdreht und missbraucht ja nicht nur Zahlen um bisschen Misstrauen und Panik zu verbreiten.

Er kann sich auch ziemlich gut widersprechen.

Mal falsche Zahlen, mal richtige Zahlen in völlig falschem Kontext, mal irgendwelche erfundenen Geschichten.. klar, da wär ich such verwirrt irgendwann.

Anscheinend werden ja jetzt neue Epidemie-Gesetze im Geheimen gemacht. Also das sagt er. Nicht ich.

..moment. Muss kurz meinen Aluhut wieder aufsetzen. Runtergefallen.

„… Man hat beschlossen, da ist bereit auch ein Blatt finanziert und geht dann in den Bundestag, das liest man nicht gross in der Presse, weil das so wichtig ist, dass es uns nicht betreffen soll …“

Da gibts also was, wo keiner den Inhalt kennt und kennen sollte. Ausser halt ihm.

Das Ding ist: JEDER kann sich auf der Homepage des Gesundheitsministeriums darüber informieren. Öffentlich einsehbar. Einfach so. Das ist nichts geheimes diese Gesetzesvorlage.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/covid-19-bevoelkerungsschutz-2.html

Och Kennylein… Was läuft in deiner Birne falsch?

Übrigens, alle grossen Medien sind der Feind.

..aber sagt das bloss keinem!

..oder doch?

..ach, was weiss ich.

„… wenn die GEZ-Medien das tun, was sie eben tun, dass sie uns die Gebühren abziehen und eine einseitige Berichterstattung machen, indem sie immer nur die Meinung derer präsentieren, die von Gates finanziert werden, dann machen sie ihren Job nicht. Den müssen sie aber machen, denn sie werden dafür bezahlt … und wenn sie das nicht gemacht haben, so wie der Spiegel und die Welt und die TAZ und so … werft eure Fernseher weg. Kuckt diese Scheisse von Tagesschau nicht mehr. Wir können uns nicht auf Konzernmedien verlassen, die sind gekauft, wir können uns nicht auf private Medien verlassen, die sind gekauft, wir können uns nur auf Bürgermedien verlassen. Und dieses Medium, KENFM, ist ja ein Bürgermedium, weil es ist ja crowd-finanziert.“

Frage: seit wann bekommen TAZ, Spiegel und Co. denn Rundfunkbeiträge?

Frage 2: wenn die alle so böse und korrumpiert sind, warum sind das dann legitime Quellen, die KENFM nutz um seine Propaganda Behauptungen zu stützen?

..stützen. 😂

Frage 3: ich habe keine Frage mehr. Keine Lust mehr.

Ich geh jetzt duschen.

Haut rein

PS: wenn mir nochmal jemand irgendeine Scheisse schickt, ohne die vorher zu checken, gibts erstens den Vermerk Holzkopf und zweitens eins auf die Löffel.

PPS: im Ernst, glaubt nicht jeden Müll den ihr so hört.

PPPS: glaubt auch mir nicht alles.

..ich hab zum Beispiel gar keinen Aluhut

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#27 So ein Zuckerwasserkuchen

„Ich hab lust auf was Süsses.“

Edona und ich sitzen am Limmatufer. Sie liest eine Zeitschrift und ich male auf meinem Zeichenblock rum.

„Dann lass uns was holen … Kiosk?“ frag ich sie. „Nein. Eher was kuchiges oder so.“ „Wir könnten Baklava holen bei Esra.“ „Oh ja! Baklava!“ Edona springt freudig auf. „Komm schon Ben.“ sie hüpft ungeduldig vor mir rum. Ich muss lachen. „Ich komm ja schon.“

Ich verstaue meine Malsachen im Rucksack und wir gehen los, in Richtung Niederdorf.

Auf der Höhe vom Platzspitz bleibt Edona stehen und hält mich am Arm fest. „Warte mal Ben … siehst du das Mädchen da?“ Ich drehe meinen Kopf in Richtung Park.

Ich mag diesen Park nicht. Da gibt es voll viele Junkies. Das sind komische Menschen und ein paar von denen machen mir bisschen Angst. Darum schaue ich eigentlich nie in den Park, wenn ich da vorbeikomme.

„Ja, seh ich … meinst du, sie hat sich verlaufen oder so?“ Edona zuckt mit den Schultern. „Fragen wir sie doch einfach mal.“ Edona nimmt meine Hand und wir gehen rüber zu dem Mädchen.

„Hey… hast du dich verlaufen?“ Das Mädchen sieht uns fragend an. „Nein.“ „Okay… und was machst du dann hier?“ fragt Edona. „Ich warte auf meine Mama.“ antwortet ihr das Mädchen. „Deine Mama lässt dich hier vor dem Park warten? … ihr seid wohl nicht von hier. Dann wüsste sie, dass sie dich nicht ausgerechnet vor diesem Park alleine warten lassen sollte.“ sag ich ihr. Das Mädchen blickt auf den Boden und ihre Stimme wird leiser. „Meine Mama ist da drin.“

„Oh man… tut mir leid… das wusste ich nicht.“ entschuldige ich mich.

Edona unterbricht die Stille. „Ich bin Edona … der Vogel hier heisst Ben. Und wie heisst du?“ Edona schubst mich leicht und lacht. Das Mädchen lächelt auch. „Ich heisse Isabelle.“ „Und wie alt bist du?“ fragt Edona weiter. „Ich bin 11… und ihr?“

„Ich bin auch bald 11.“ antwortet Edona. „Ich bin schon 11.“ sag ich und gebe Edona den Schubser von eben grinsend zurück.

„Hey, wir waren eigentlich gerade auf dem Weg um uns Baklava zu holen. Magst mitkommen?“ Isabelle sieht mich fragend an. „Was ist Baklava?“ „hmm… Zuckerwasserkuchen.“ „Zuckerwasserkuchen?“ sie sieht uns verwundert an. „Jap… Zuckerwasserkuchen passt.“ meint Edona nickend. „Das klingt interessant … aber ich kann hier nicht weg. Wenn meine Mama wieder kommt und ich nicht da bin, ist das nicht gut.“ Sie sieht betrübt auf den Boden.

„Weisst du was. Wir bringen dir einfach welches mit.“ Isabelles Blick wandert wieder hoch und sie lächelt uns an. „Danke.“ „Ach, kein Ding. Bis gleich … komm Ben.“

Wir gehen los und holen unser Baklava bei Esra. Seine Frau und er haben eine kleine Imbissbude im Niederdorf. Esra ist ein Freund von Onkel Jan. Wir gehen öfter mal bei ihnen essen. Sie sind immer voll nett und wenn wir ohne Onkel Jan da sind, müssen wir meistens viel weniger bis gar nicht bezahlen. Esra ist auch sowas wie ein Onkel oder so.

Ausgerüstet mit Baklava gehen wir zurück zum Platzspitz.

„Wo ist sie denn hin?“ Edona und ich sehen uns um. Weit und breit keine Isabelle zu sehen. „Vielleicht ist sie im Park.“ meint Edona. „Vielleicht… aber ich will da nicht rein.“ „Ich auch nicht.“

Wir sehen uns noch ein paar Minuten um und warten, ob sie nicht doch noch plötzlich wieder auftaucht.

„Komm Ben.“

Wir spazieren zum Bahnhof und setzen uns auf eine Bank.

Edona öffnet die kleine Kartonschachtel und nimmt ein Stück raus. „Schade… jetzt weiss sie noch immer nicht, wie lecker Zuckerwasserkuchen ist.“ sie grinst. Ich greife auch in die Box. „Sie tut mir leid.“ „Wegen dem Baklava?“ „Nein. Wegen ihrer Mutter.“ Ich sehe Edona an, dass sie nachdenkt. „Ben… Wenn wir gross sind… lass uns niemals so werden.“ „Versprochen.“

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#26 Partygewürz

Es sind Sommerferien. Bald beginnt unser letztes Schuljahr. Aber das ist gerade nicht so wichtig. Wir spazieren durch die Stadt nach Hause. Der Himmel wird langsam heller. Bald wird die Sonne aufgehen.

Es ist angenehm kühl.

„Warte kurz.“ sag ich zu Jasa und bleibe stehen. Ich ziehe meinen Rucksack von der Schulter.

„Was suchst du denn?“ will er von mir wissen.

„Meine Coke … ich hätte schwören können, ich hab da noch eine.“ Ich finde sie nicht, schliesse meinen Rucksack wieder, hänge ihn über die Schulter und wir gehen weiter.

„Das war ne ziemlich gute Party.“ meint Jasa grinsend.

„Ja, die war super!“

Er legt seinen Arm über meine Schultern und wir schlendern weiter.

„So stelle ich mir den Himmel vor.“

Wir müssen beide lachen.

Sevi, so ein Typ, dem wir vor einem Club mal was angedreht hatten, hat uns zu einer privaten Pool Party eingeladen. Wir zwei waren quasi für das Gewürz zuständig.

Ich gehe schwer davon aus, dass er uns ohne unsere Liefereigenschaften bestimmt nicht eingeladen hätte.

Die waren da alle älter als wir. Vielleicht so 18 bis 20 Jahre alt? Ich weiss es nicht genau. Ein paar davon sind im Gymnasium und ein paar Studenten waren auch da. Vielleicht so um die 30, 40 Leute. Hab sie nicht gezählt. Die Hütte war jedenfalls gut gefüllt. Und die Leute auch.

Es hatte ein paar echt tolle Mädels da. Und ein paar fanden es glaube ich ziemlich amüsant mit uns „kleinen“ Jungs. Einigen Typen gefiel das nicht so. Aber die haben nichts gemacht. Nur böse gekuckt. Nicht unser Problem.

„Willst du mir eigentlich noch erzählen, was da im Geräteschuppen abging?“ Jasa grinst mich fragend an.

„Ich hab mit Michaela und Tamy einen Blunt geraucht.“

Er kuckt mich leicht skeptisch an. „Ihr hab da drin einfach nur einen Blunt verheizt?“

„Na, die hatten halt noch nie einen Blunt … wie nennt man das? kredenzt?“ Ich muss grinsen.

„haha.. und dafür seid ihr extra in dem Schuppen verschwunden. Ist klar..“ Jasa klopft mir lachend auf die Schulter.

„Ja, ok … vielleicht haben wir noch bisschen gefummelt.“ entgegne ich grinsend.

„Michaela hat plötzlich ihr Top hochgezogen und mich gefragt, ob ich ihre Brüste mag.“

„Was?! … erzähl mir mehr! Immer muss man dir alles aus der Nase ziehen.“

„Na gut … eben, aus dem Nichts hat sie mir da einfach ihre Brüste gezeigt.“

„Und weiter?“

„Ich hab natürlich Ja gesagt … Sie hat schon schöne Brüste.“

„Wie ? Und das wars schon? Du hast doch was von Fummeln gesagt.“ Er sieht mich aufgeregt an.

„Tamy hat mich dann gefragt, ob ich schon mal Brüste angefasst habe. Da hab ich natürlich auch Ja gesagt … dann haben sie mich noch gefragt, ob ich schon mal Sex hatte … hab wieder Ja gesagt. Und die haben dauernd gekichert.“

„Und dann?“

„Dann war ich ziemlich damit beschäftigt, dass sie meinen Steifen nicht bemerken.“

Wir müssen beide lachen. „Oh man.“ Jasa zieht eine Zigarettenschachtel aus seiner Hosentasche. „Kippe?“ Ich nehme eine.

„Und wie ging es weiter?“ hakt Jasa nach.

„Dann ist Michaela näher zu mir ran gerutscht, hat meine Hand genommen, auf ihre Brust gelegt und gefragt, ob sich die anderen Brüste auch so angefühlt haben … und ihre Stimme war plötzlich so komisch.“

„uff… und was hast du gemacht?“

„Ich hab ihr den Blunt weg und ein paar tiefe Züge genommen … In der Zeit hat Tamy ihren Kopf an meine Schultern gelehnt und wieder gekichert … sie hat Michaela angeschaut und gesagt, dass sie mich wohl ziemlich angeregt habe und auf die Beule in meiner Hose gezeigt.“

„Oh Scheisse, Alter. Das war bestimmt peinlich.“ meint er lachend.

„Ja schon. Aber nicht so lange. Michaela hat mich angegrinst und dann meine Hose aufgemacht.“

„Warte, sie hat was?! … Alter, willst du mir erzählen, dass du heute von einer 18 jährigen gefickt wurdest?“ Er sieht mich schockiert an.

„Was? Nein! … ich hab gar kein Kondom dabei … aber sie hat mir einen runtergeholt.“

„Heftig Bratan! … und das alles wolltest du mir nicht erzählen?“

„Schien mir halt nicht so wichtig.“

Jasa lacht wieder „Nicht so wichtig … du bist schon manchmal ein Vogel … und? Wie war es?“ will er wissen.

„Naja … es war schon ziemlich gut.“ Wir grinsen uns gegenseitig an.

„Hey, lass uns in der Bäckerei da vorne ein Brötchen und was zu Trinken holen, ja.“

Ich nicke und wir überqueren die Strasse.

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Das Leben und Ben

#25 Onkel und Tanten

„Warte mal kurz.“ „Was is denn?“ will Jasa wissen, während ich dazu ansetze, die Strassenseite zu wechseln.

Ich zeige auf die Wand gegenüber. „Ich will mir die Plakate kurz ansehen.“

Wir warten auf eine Lücke im Verkehr und sprinten über die Strasse.

„Backstreet Boys? ..möchtest du mir was sagen, Brate?“ er gibt mir einen Box auf den Oberarm und lacht.

„Was? Nein! Das doch nicht. …ich wollte mir das hier anschauen.“ Ich zeige auf das dunkelgrüne Plakat mit der gelben Fledermaus. „Wir könnten uns Tickets holen und Edona eins schenken. Sie liebt die Band.“ „Gute Idee!“

Wir spazieren durch die Stadt zur Verkaufsstelle.

Ausser uns ist gerade keiner da und wir können direkt an den Schalter.

„Hallo zusammen. Wie kann ich euch helfen?“ will die Frau hinter dem Schalter von uns wissen. „Wir hätten gerne 3 Karten für das Guano Apes Konzert am 23.“ Die Frau tippt etwas in ihren Computer, schaut den Bildschirm und uns dann fragend an. „Seid ihr denn schon 18?“ „Warum?“ entgegnet Jasa. „Der Einlass ist ab 18 Jahren … ihr scheint mir noch ein bisschen zu jung. Ohne erwachsene Begleitperson kann ich euch leider keine Karten geben Jungs. Tut mir leid.“ „So ein Käse…“ ziemlich frustriert verlassen wir das Gebäude.

„Das ist doch kacke. Nur weil wir 2, 3 Jahre zu spät auf die Welt gekommen sind, dürfen wir jetzt da nicht hin.“ Wütend tritt Jasa einen Kieselstein über die Strasse. „Ich wäre da voll gerne hingegangen … warte. Ich hab ne Idee. Wir fragen einfach Onkel Jan, ob er uns begleitet.“ „Denkst du, dass er lust hat auf das Konzert?“ „Weiss nicht. Aber fragen kann man ja mal.“

Jasa nickt.

Ein paar Minuten später sind wir auch schon angekommen. Wir begrüssen Marlene an der Bar, gehen an ihr vorbei zum Büro von Onkel Jan, klopfen an die Türe und gehen rein.

Er und Mike sitzen am Bürotisch. Beide blicken hoch, sehen uns an und lächeln. „Hallo Jungs. Was treibt ihr so?“ begrüsst uns Onkel Jan.

„Nichts besonderes. Wir wollten dich nur was fragen.“

„Schiesst los.“

„Würdest du am 23. mit uns an ein Konzert? Wir wollen da unbedingt hin, aber es ist ab 18 und die verkaufen uns keine Tickets ohne erwachsene Begleitperson. Wir dachten, vielleicht kommst du ja mit uns da hin.“

„Natürlich würde ich mit euch an ein Konzert. Es gibt da nur ein kleines Problem. Am 23. kann ich nicht.“

„Oh.. ok. Das is doof..“ die kurz aufflackernde Freude ist soeben wieder erloschen.

„Ich kann doch da hin mit euch.“ meint Mike. „Echt jetzt?“ fragt Jasa. „Das würdest du tun?“ „Aber sicher. Ihr seid doch auch meine Jungs … und ich hab Zeit.“ Der ganze Unmut ist auf einen Schlag verflogen und die Vorfreude macht sich wieder breit. „Danke Mike! Du bist der Beste!.“

„Bitte.“ Mike grinst uns an.

„Du müsstest dann aber noch die Karten holen mit uns.“ meint Jasa.

„Meinetwegen können wir das nachher kurz erledigen. Wir brauchen hier aber noch einen Moment … wartet einfach draussen auf mich.“ „Ja klar. Machen wir. Kein Stress.“ „Bis gleich.“

Jasa und ich verlassen das Büro, schnorren an der Bar 2 Kippen, gehen raus auf die Strasse und setzten uns an der Hauswand auf den Boden.

„Weisst du was Ben?“ fragt Jasa, während er sich seine Zigarette ansteckt. „Wasn“ „Dafür, dass man uns immer erklären will, dass die Menschen hier ein sehr schlechtes Umfeld sein sollen für uns und wir uns nicht bei denen rumtreiben sollen, sind das schon ein paar gute Onkel und Tanten hier.“ Ich nicke. „Seh ich genauso.“

In dem Moment kommt Mike aus der Türe, sieht uns und kommt auf uns zu. „Also dann Jungs. Lasst uns die Karten holen.“ Er lächelt uns an. „Na, dann, Onkel Mike.“ Meint Jasa grinsend und steht auf. „Wir dürfen dich doch Onkel Mike nennen, oder?“ „Aber sicher.“ sagt Mike, stellt sich zwischen uns, legt uns je eine seiner riesigen Pranken auf die Schulter und wir gehen los.

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*würg*

Na, ihr Pimmler..

Was passiert hier eigentlich die letzten Wochen?

Wo wollen wir eigentlich hin?

Wer macht hier wem was vor?

Das sind nur ein paar der Fragen, die mir immer wieder durch den Kopf schiessen.

Ich versuche nicht durchzudrehen.

Seit diesem „Lockdown“ wird jeder weiter Tag irgendwie nur noch belastender.

Noch darf ich raus um zu arbeiten. Weil ich anscheinend einen systemrelevanten Job habe.

Es fühlt sich aber nicht besonders gut an. Denn diese Relevanz beruht nicht auf etwas sozialem, dient lediglich der Wirtschaft und ist nich förderlich für die Eindämmungsversuche. ..denke ich.

Und es ist nicht nur unsere Bude. Ich kenne einige Betriebe die noch laufen.

Logisch bin ich nicht böse, dass ich raus darf und nicht zuhause eingesperrt bin.

Aber wie bereits erwähnt, fühlt es sich falsch an.

Auf der einen Seite treffe ich so auf viele Menschen in der Öffentlichkeit und auf der Arbeit. Andererseits darf ich keinen Kontakt haben mit meinen Lieblingsmenschen.

Das sind nicht mal eine Handvoll und die „fallen“ jetzt weg.

Ich habe Facetime zu schätzen gelernt, aber es stillt einfach nicht das Bedürfnis nach Unbeschwertheit und Nähe. Manchmal macht es das ganze sogar noch schlimmer.

Ich weiss auch nicht..

Was mich auch nervt ist Social Media. Aus Gewohnheit oder Sucht, nennt es wie ihr wollt, öffne ich zwar immer wieder die gängigen Apps, aber … es kotzt mich an. Zuviel Aktivität von gewissen Leuten.

Obendrauf kommt noch, dass sich in den letzten Wochen plötzlich Menschen bei mir melden, die sich nie gemeldet haben. So viele „wollte nur mal fragen wie es dir geht“ und Freundschaftsanfragen auf Facebook.

Zufall?

..ich denke nicht.

Am liebsten würde ich allen eine „nette“ Antwort schicken. Aber ich werde sie wohl einfach weiter ignorieren und sie einfach hier mal pauschal als Holzköpfe betiteln. Ich bin nicht euer persönliches Unterhaltungsprogramm für Krisenzeiten.

Ich könnte mich wohl noch Stunden darüber auskotzen, was mich so nervt.

Von wütend, traurig, besorgt bis angewidert wäre alles artverwandte vorhanden. Aber entgegen dem Bedürfnis mich auszukotzen, habe ich auch nicht wirklich lust noch mehr zu schreiben.

Bleibt gesund und passt auf euch und die anderen auf.

XO

Ein PS für die Holzköpfe da draussen: Ja, jeder leider auf seine Art darunter. Aber das ist mein Blog. Hier geht es um mich und ICH wollte mich auch mal kurz auskotzen. Ihr hattet alle Instagram Storys und Facebook Posts der letzten Wochen für euch. Daher wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr einfach die Fresse halten und mich in Ruhe lassen würdet.

Danke.

Hochachtungsvoll

Wotsefak

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It‘s a MEK thing..

Na, ihr Pimmler..

Fleissige Leser wissen bescheid.

Aktuell laufen einige Projekte, die mir wirklich am Herzen liegen.

Zum einen konnte ich endlich mein Album Happy Then I Die releasen.

In kompletter Eigenregie entstand da ein Ding, genau so wie es mir gefällt.

Und es bedeutet mir wirklich viel, dass es ein paar Leute gibt, die das Album mögen.

Das fühlt sich gut an!

Ich freue mich natürlich weiterhin über jedes Feedback und bin äusserst dankbar, wenn ihr es auch noch weiterverbreitet.

Leider verschwinden Sachen, ohne grosses Werbe-Budget, oft in der Versenkung, weil sie in der Masse untergehen.

Ihr seht also, ohne euch läuft da nix!

Danke für den Support!

Apropos Support.

Support The Gang – Join The Gang!

MEKibimsky ist auch am Start!

MEK steht über allem kreativen Schaffen von Pat MC, Amazing July und mir.

Dieses Trio hat in den letzten Jahren immer wieder mal für tolle Symbiosen gesorgt und hat nun eine Flagge unter der sich alle Freunde gerne versammeln dürfen.

Amazing July hat ihre gleichnamige EP ebenfalls vor ein paar Tagen released. Ein wunderschönes Stück Musik.

Pat MC steht auch in den Startlöchern mit einer richtig nicen EP!

Aus dem Haus meiner Freunde Zona167 kommt ebenfalls bald eine Bombe, bei der auch ich bisschen mitgewurstelt habe.

Dann arbeiten wir noch immer an den Feinheiten des Hörbuches von Das Leben und Ben.

Auch das ein Herzensprojekt in welches viel Zeit und Liebe gesteckt wurde und noch wird.

Auch das soll dieses Jahr noch veröffentlicht werden.

Ich bin sehr dankbar mit so grossartigen Menschen an diesen Projekten arbeiten zu dürfen.

Pat MC

Amazing July

Doppia Erre

CRF

Dana

Paula

Ihr wisst, ich schätze euch sehr und habe nur Liebe für euch.

Danke für die ganze Unterstützung!

Ja, hier geht es heute irgendwie nur um Support.

Und das kannst auch du!

Zum Beispiel kannst du unsere Alben hören und deinen Freunden zeigen.

..ausser die stehen nur auf 0815 Massenware. Dann zeigs ihnen nicht.

..oder dann erst recht?

..was weiss ich.

Wie du uns auch supporten kannst, ist über den Shop

Wir haben seit kurzem ein paar hübsche Merchandise Artikel der kompletten MEK Crew im Angebot.

Ausserdem seit heute NEU, den ersten Drop von Andersch.

Alle Alben und den Weg zum Shop, findest du ganz einfach, indem du hier drauf klickst.

Danke an alle, die mit uns sind!

Hast du dir das Album und die EP auch schon angehört?

Was hältst du davon?

Welches sind deine Lieblingssongs?

Lass es uns wissen!

xoxo

Wotsefak

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Kalt war es..

Na, ihr Pimmler..

Kennt ihr das, eigentlich habt ihr Lust zu zocken, aber ihr seid einfach zu breit?

Naja.. ich erzähl euch bisschen was über meinen Tag.

Ok?

Ok.

Nicht, dass ich heute einen übertrieben spektakulären Tag gehabt hätte.

..aber ich erzähl euch trotzdem davon.

Bin heute ziemlich früh aufgewacht. Kurz vor 8 irgendwann.

Weil ich nicht mehr schlafen konnte, hab ich geduscht, andere morgendlichen Badezimmeraktivitäten abgearbeitet, mich angezogen, Tütchen gebaut und bin aus dem Haus.

Bin dann gleich nochmal zurück, weil ich mein Handy vergessen hab.

..ohne Handy keine Musik und ohne Handyhülle, keine Kohle.

Dann bin ich nochmal aus Haus.

Zur Quartierbäckerei.

Schokoladenbrötchen und Kaffee gekauft, mit der Backofenprodukteverkaufsfachfrau bisschen geflirtet und wieder raus.

Dann erst mal Brötchen, Kaffee und Tütchen gegönnt.

Beck n Bake quasi.

Danach ging ich kurz zu Ferat.

Das heisst, ich wollte zu Ferat in die Dönerbude, aber Ferat war noch nicht da. Aber seine Tochter.

Sie hat mir Baklava angeboten und wir haben genascht und bisschen geflirtet.

Heute war ich allgemein bisschen flirty unterwegs.

Keine Ahnung warum.

Ist ja auch nicht schlimm.

Abgesehen von der Billettkontrolle hat das, glaube ich, niemanden gestört.

Nach Baklava n Ajda, bin ich mit dem Bus ins Stadtzentrum gefahren.

Weil ich im Bus gelesen habe, habe ich die eigentlich kurze Strecke, quasi zu einer Stadtrundfahrt ausgedehnt.

Entgegen meinem ursprünglichen Plan, ging ich nochmal nen Kaffee trinken. Ja, ich hab mit der Bedienung geflirtet. Und ich muss gut gewesen sein. Ich bekam nämlich 2 Stück Schokolade zum Kaffee.

..vielleicht war es aber auch nur aus Mitleid. Aber hey, Schokolade ist Schokolade.

Danach habe ich dann doch noch alle meine Besorgungen erledigt.

..obwohl „alle“ eigentlich nicht stimmt.

Ich hatte vor, einen Schokodrink zu kaufen. Hab ich vergessen.

Beim Self Check Out wurde bei meinem Einkauf eine Stichprobe gemacht.

Lasst uns ein kleines Ratespiel machen.

Was denkt ihr, ist passiert?

A) ein Waschbär ist aus dem Nichts aufgetaucht und hat mir das Deo aus dem Rucksack geklaut.

B) ich hab bisschen mit der Aufsichtsperson am Check Out geflirtet.

Falsch!

Antwort B) wäre richtig gewesen.

Der Rest von meinem Tag ging eigentlich genauso weiter.

Ich hab irgendwas gemacht, bin irgendwo rumgelungert und sobald ich mit jemandem Kontakt hatte, hab ich geflirtet.

Rückblickend betrachtet, habe ich auch nur mit Frauen Kontakt gehabt heute.

Mit Ausnahme von der Billettkontrolle vorhin im Bus. Das war ein Typ.

Und wie bereits erwähnt, der fands wohl bisschen komisch.

So. Habe fertig. Keine Lust mehr, mehr zu erzählen.

Bis dann

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#24 behinderte Hasen und Engel

Ich steh im Bad und schau mir im Spiegel beim Zähneputzen zu. Jasa läuft hinter mir durch und begrüsst mich mit einem leichten Hieb auf den Rücken mit seinem Handtuch. Er drängt mich etwas zur Seite und stellt sich neben mich an die Spüle und kramt in seinem Kulturbeutel rum. Ich grüsse mit einem Box auf seinen Oberarm zurück.

„Na, was machen wir heute Ben?“

„Ich dachte, Badehose anziehen, BMX schnappen, einfach mal bisschen rumwuseln in der Stadt und sehen was der Tag so bringt.“

„Also dasselbe wie gestern …. klingt gut.“ Jasa grinst.

Ich spucke die Zahnpasta ins Becken, wisch mir den Mund ab und schlendere los, den Flur entlang in Richtung von unserem Zimmer.

In diesem angekommen zieh ich mich an. Es klopft an der Türe. Mit einem „Ja?“ antworte ich. „Ich bins. Kann ich reinkommen?“ Ruft Edona durch die Türe. Ich entgegne mit einem knappen „Klar“. Die Türe öffnet sich und Edona betritt den Raum. „Habt ihr schon gefrühstückt?“ „Ja.“ „Warum habt ihr denn nicht auf mich gewartet?“ Sie sieht mich fragend an. „Wie? Du hast doch vor uns schon gegessen. Dein Set war nicht mehr da.“ „Ach, ich habe doch nur vergessen meinen Platz zu decken gestern Abend.“ „Oh.. na, das wussten wir ja nicht. Sorry… aber da du ja gerade hier bist, müssen wir dich jetzt nicht mehr suchen. Kommst mit uns raus?“ In dem Moment kommt Jasa ins Zimmer. „Oh.. Guten Morgen Schwesterherz… du warst ja früh essen heute.“ „Guten Morgen… war ich gar nicht. Habe nur vergessen meinen Platz zu richten..“ „Ah. Hey kommst mit uns raus?“ „Klar! Was habt ihr denn vor?“ „Wir dachten, Badehosen anziehen und einfach mal bisschen rumfahren und kucken.“ „Also dasselbe wie gestern?“ „Genau!“ Wir müssen alle lachen.

Zugegeben, unser Sommerferienprogramm klingt langweilig, ist es aber nicht. Wir sind 14, die Sonne scheint, wir kennen jede Ecke an der man Eis bekommt, wir haben Flüsse und den See … und wir haben einen Ghettoblaster. Uns gehört die Welt!

„Yo! in 5 Minuten draussen am Tor?“ fragt Jasa in die Runde. „10.“ meint Edona und verschwindet aus dem Zimmer.

Jasa und ich fahren vor dem Tor auf und ab. Wir warten noch auf Edona. Von wegen 10 Minuten.

Ich übe einen Bunny Hop hinzukriegen mit meinem Bike. Das heisst, ich kann ihn eigentlich, aber das Vorderrad zieh ich immer viel weiter hoch als das Hinterrad. Jasa kann das viel besser als ich. Bei mir ist das eher ein leicht gehbehinderter Hase. Naja…

Endlich kommt Edona. „Was hat denn da so lange gedauert?“ will Jasa von ihr wissen. „Ist das wichtig? … wir können jetzt ja los.“ antwortet sie und streckt ihm die Zunge raus. „Darf ich bei dir mitfahren?“ Edona schaut mich an und grinst. Ich nicke und grinse zurück.

Sie setzt sich bei mir auf den Lenker und wir fahren los.

„Limmat?“ ruft Jasa, während er uns überholt. „Ok!“ ruf ich ihm nach.

Wir fahren durch die Quartierstrassen in Richtung Fluss.

Wie die Seehunde liegen die anderen Badegäste zusammengerottet am Ufer und sonnen sich. Ein Haufen Leute, viele Kinder die rumtoben, ein paar ältere Frauen die sich oben ohne bräunen und ein paar alte Säcke die allen jungen Frauen nachgaffen. Ok, ich kuck mir die nackten Brüste die hier rumliegen auch an. Aber im Gegensatz zu den alten, schäme ich mich wenigstens und kuck immer wieder auf den Boden.

Wir haben eine Ecke am Rand der Masse gefunden und setzen uns unter einen Baum. Es ist warm und es duftet nach den Würsten vom Grill der kleinen Imbissbude in der Nähe.

„Hat wer von euch bisschen Geld dabei? Ich hab nur 2.- dabei. Das reicht nicht für ein Eis für alle.“ Meint Edona. „Ich ab gerade eh keine Lust auf Eis. Ich spring mal ins Wasser.“ Antwortet ihr Jasa. „Warte, ich hab noch was.“ Ich kram ein paar Münzen aus meinem Rucksack. „Hier.“ ich strecke ihr mein Kleingeld hin. „Oder soll ich mitkommen?“ Edona nimmt die Münzen aus meiner Hand. „Nein, ich bring dir eins mit.“ Während Edona weggeht, zieht Jasa sein Shirt und die Schuhe aus, wirft alles auf den Boden und rennt nach einem „Bis gleich!“ in Richtung Fluss.

Ein paar Minuten später sehe ich Edona zurückkommen. Sie hält zwei Raketen in der Hand. Die Sonne scheint ihr in den Rücken. So in Licht gehüllt scheint sie zu leuchten.

Ich habe nicht wirklich Ahnung von Engeln, aber ungefähr so müssen die aussehen, denke ich.

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Hier könnte irgendein Click Bait Titel stehen

Na, ihr Pimmler..

Ratet mal, was mehr hilft als Bilder von traurigen Koalas und verbrannten Kangurus.
Richtig. Kohle!!!
Ein Like löscht nämlich verdammt wenig Feuer und peppelt so ziemlich null Eukalyptusnascher wieder auf, weisch..
Es gibt voll viel das du unterstützen kannst, wenn du wirklich nützlich sein willst.

..wenn du natürlich nur ein bisschen runheucheln und Aufmerkasmkeit abgreifen möchtest und trotzdem noch ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen kannst… ok. Danke für deinen absolut unbrauchbaren Beitrag an exorbitanter Wertlosigkeit, du wertloses Stück Dreck!


Hier kannst du zum Beispiel helfen, wenn du, wie die meisten von uns, selber nicht vor Ort sein kannst.


https://www.gofundme.com/f/help-thirsty-koalas-devastated-by-recent-fires


https://www.vic.gov.au/bushfireappeal


https://www.rfs.nsw.gov.au/volunteer/support-your-local-brigade


https://www.foodbank.org.au/support-us/make-a-donation/?state=vic


https://australian-red-cross.giveeasy.org/australian-red-cross—donation


https://www.cfa.vic.gov.au/about/supporting-cfa#donate-cfa

Im Ernst. Mach halt was! ..oder halt dich halt komplett raus, bitte.

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1 Meter besteht aus exakt 734 Bären

Na, ihr Pimmler..

Das Internet.

Ich liebe das Internet, aber ich hasse das Internet.

Zuviel Dummheit wird verbreitet.

..nein, ich rede jetzt nicht von den verhältnismässig harmlosen, unterhaltsamen Dummheiten

Ich rede von Menschen da draussen bzw. hier drin, die den Unterschied zwischen Glauben und Wissen nicht kapiert haben oder auch die Konzepte Behauptung und Fakt.

Gehörst du auch zu denen?

Dann würde ich dir gerne was erzählen.

Keine Angst. Ich versuche mich kurz zu halten.

Anm. des Autoren: wollte ich zu dem Zeitpunkt wirklich!

Ich weiss doch, dass deine Aufmerksamkeitsspanne nicht für allzu komplexe und umfangreiche Inhalte ausreicht.

..falls das als Beleidigung aufgefasst wurde von gewissen Menschen: gut!

..falls nicht: Hurensohn!

Anm. des Autoren: Nein. Dieser Beitrag ist nicht an eine spezifische Person gerichtet. Dafür gibt es zu viele von euch Holzköpfen, als dass ich jedem einen Beitrag widmen würde.

Lass mal zum eigentlichen Thema kommen.

Was genau lässt dich eigentlich denken, dass Fakten so im Allgemeinen irgendwie zur Diskussion stehen?

..was, wenn nicht Dummheit?

Zu einem Fakt hat man keine Meinung. Ein Fakt ist ein Fakt. Derist gegeben und belegt. Da ist kein Spielraum für eine eigene Meinung zu einem Fakt.

..also kann man schon machen. Ist dann halt einfach komplett falsch.

Ein Fakt ist ein wirklicher, gegebener Umstand. Faktum halt.

Beispiel gefällig?

2 + 2 = 4

Das ist ein sogenannter Fakt.

Kannst du noch folgen?

Zu komplexes Beispiel?

Ok, warte..

1 und 1 gibt 2.

Sind wir uns da einig?

Gut. Denn Mathematiker auf der ganzen Welt sind sich einig, dass 1 + 1, 2 ergibt. Kannst es auch umdrehen, wenn du willst. Aber auch 1 + 1 ergibt 2.

..Schenkelklopfer. Ich weiss.

Was ich damit sagen will: Mathematiker – Mathematik ist übrigens eine Wissenschaft.

..ja, ich weiss, dass du Wissenschaftler nicht magst. Zumindest die nicht, die zuverlässig ihre Forschungen dokumentieren und nachvollziehbare, empirische Erfassungen gewährleisten. Also die, die halt Fakten liefern. Für oder gegen etwas.

Mathematiker haben das als Fakt längst belegt. 1 + 1 = 2.

Haben wir den Teil mir den Fakten verstanden?

Gut.

Was gewisse Leute wie du jetzt aber machen ist zu behaupten, dass 1 + 1, 7 ergibt.

7! Ich mein, komm schon. ..7?

Einfach mal so. Weil du denkst, dass 2 nicht stimmen kann. Weil es dir nicht gefällt, dass es 2 ergeben soll. Weil du hast bisschen Angst vor der 2. Sie sorgt bei dir für Unbehagen. Denn die 2 könnte dafür sorgen, dass die Welt sich ändern könnte. Die 2 bedeutet Veränderung und Veränderung ist schlecht. Sehr, sehr schlecht.

Und auch weil man dir in der Schule gesagt hat, dass 1 + 1, 2 ergibt. Und wir wissen alle, dass Schulen, in der Regel, eng mit dem Staat zusammenarbeiten oder sie stehen, zumindest in der einen oder anderen Form, mit diesem in Verbindung. Und der Staat, da ist diese Regierung. Die ist schuld, dass dein Arbeitslosengeld gekürzt wurde. Folglich traust du denen nicht. Und weil du der Regierung mit all ihren gekauften Politikern nicht traust, kann es ja auch nicht stimmen, dass 1 + 1, 2 ergibt. Alles Lügen!

Wie, die Ausführung klingt idiotisch?

Dann ersetz halt meinetwegen die Rechnung durch die Fakten zur Klimaveränderung und die Schule durch die Wissenschaft. Gleiche Mechanik, gleiches Ergebnis.

Ich will nicht sagen, dass man sich keine Gedanken machen soll.

..man soll unbedingt bisschen mitdenken ab und an!

Ich sag auch nicht, dass man keine Meinung und keinen Glauben haben darf. 

Ich hätte halt einfach nur gern, dass all diese Schwachmaten da draussen, damit aufhören würden Schwachsinn zu verbreiten und ihre Gefühle als gesetzte Tatsachen zu verkaufen.

Checkt eure Quellen und glaubt nicht jeden Scheiss, den ihr aufschnappt.

Ich meine, wir können gerne über Probleme reden, über Ängste und Sorgen. Alles kein Thema. Die hat jeder. Lasst uns da offen sein.

Aber ich lass mir von keinem erzählen, dass 1 + 1, 7 ergibt!

..nicht solange die nicht belegen können, dass den Erkentnissen, die zu diesem Fakt geführt haben, ein Fehler unterlaufen ist.

..sorry, aber so funktioniert meine Welt.

Ich wurde schon einige Male gefragt, warum ich mich nicht mit «solchen» Menschen unterhalte über diese Themen und mit ihnen diskutiere.

Genau wegen den bereits erwähnten Punkten.

Ich unterhalte mich gerne und diskutiere über verschiedenste Dinge. Ich scheue auch kein Streitgespräch über philosophische Ansätze oder politische Meinungen. Kein Ding. Das können wir gerne machen.

Aber ich weigere mich, mit jemandem zu diskutieren der denkt, dass ein Fakt etwas dehnbares ist, über das man Grundsatzdiskussionen führen kann.

Einfach Nein!

Danke für die Aufmerksamkeit.

Habe fertig.

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Gott, Welt, diesdas..

Nur ein paar Sekunden

Ich zieh mir meine Mütze an, steck mir die Kopfhörer in die Ohren und kram mein Handy aus der Gesässtasche. 

Benachrichtigungen. 

Ignorieren. 

Mediathek 

Never Born. 

Play.

Schuhe an.

Jacke an. 

Kapuze über den Kopf, tief ins Gesicht. 

Kurz nochmal in die Küche.

Kühlschrank. 

Schoko-Drink.

Rechtsum.

Wohnungstüre.

Schlüssel fallen lassen. 

Aufheben. 

Abschliessen. 

Wegstecken. 

Nachbartüre geht auf. 

Erschrecken. 

Durchatmen. 

Zuwinken. 

Weitergehen.

Strassenlaternen werfen orangenes Licht ins Schwarzgrau der Nacht. 

Eiskalte Luft. 

Stechen in der Lunge. 

Eine kleine Bewegung. 

Ich kontrolliere Feuer. 

Sie tanzt sanft im Wind.

Ich starre in die kleine gelbe Flamme. 

Nur ein paar Sekunden.

Der Joint duftet nach brennenden Tannennadeln. 

Tiefer Atemzug. 

Warmer Rauch füllt meine Lunge. 

Kein Stechen. 

Luft anhalten.

Nur ein paar Sekunden. 

Weg mit dem Druck.

Weg mit dem Dreck. 

Nur ein bisschen Musik. 

Nur ein bisschen Spazieren. 

Nur ein bisschen Kopf durchlüften. 

Nur ein bisschen alleine sein. 

Nur ein paar Sekunden. 

Ich gehe an diesen einen Ort. 

Dunkel im Wald. 

Gedanken. 

Du. 

Ich. 

Endlose Nächte. 

Tränen drücken. 

Meine Augen werden kalt. 

Luft anhalten.

Nur ein paar Sekunden. 

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Das Leben und Ben

#23 Der rote Hoodie

Ich frage mich gerade, ob Edona schon immer so gut ausgesehen hat oder ob das neu ist? Ich mein, sie war nie hässlich oder so, aber irgendwas ist heute anders. Glaube ich…

Sie steht ein paar Meter vor mir und kramt einen Pullover aus dem Regal.

Wir sind bei Dan im Skateshop. Aus den Boxen dröhnt Green Day.

Sie trägt ihre neue Hose. Sandfarbene, weit geschnittene Chinos. Die sitzen so tief auf ihren Hüften, dass man den Bund ihres Slips sehen kann. Ihr Oberteil ist gerade so lang, dass es ihr ganz knapp nicht bis zum Hosenbund reicht.

Sie sieht ein bisschen so aus wie Sandra Nasić. Und die ist ziemlich cool. Ist das vielleicht der Grund, warum ich Edona gerade ziemlich anziehend finde? Weil ich irgendwie auf Sandra Nasić stehe? Ich hab den neuen Lords of the Boards Clip gesehen und sie ist einfach … lassen wir das.

Was es auch ist. Ändert nichts an der Tatsache, dass ich zur Abwechslung eventuell mal wieder was anderes als ihren Arsch anstarren sollte.

In dem Moment klopft mir jemand auf die Schulter und ich zucke zusammen.

«Was geht? Alles klar bei dir Ben?» Es ist Dan, der mich aus dem Nichts überrumpelt hat. «Alles klar … und bei dir?» stammel ich, während ich mich von dem kleinen Schock erhole. Dan nickt. «Bist du auf der Suche nach etwas oder hast du das bestimmte Etwas schon gefunden?» Er stupst mich an, grinst und zeigt auf Edona, die sich noch immer Pullover anschaut.

«Ich… äh… was? Nein… ich mein Ja. Ich wollte mir neue Schuhe kaufen.» Dan grinst noch immer. Noch debiler als vorher. «Dir ist klar, dass die Schuhe auf der anderen Seit sind? Aber ok… ich lass dich mal weiter kucken.» Er klopft mir auf die Schulter und läuft lachend davon.

Edona dreht sich zu mir. «Was ist denn da so lustig?» «Äh… nichts?» «Warum hat Dan dann gelacht?» Edona schaut mich fragen an. Ich zucke mit den Schultern. «Hey, der Pulli da hinten passt bestimmt gut zu dir. Ich gehe zum Regal, greife nach einem roten Hoodie, zieh ihn raus und halt ihn ihr hin. «Ja, der ist wirklich cool. Den probiere ich an.» Edona zieht ihn sich über, geht zum Spiegel in der Umkleidekabine und beginnt sich in verschieden Posen zu werfen. «Der steht dir.» «Ja, oder? Den will ich.» Sie lächelt.

Während Edona den Pulli über ihren Kopf zieht um ihn auszuziehen, rutscht ihr Shirt mit hoch und ich kann ihren BH kurz sehen. Er ist schwarz und der Stoff sieht ziemlich dünn aus. Ich bilde mir ein, die Abdrücke ihrer Nippel zu erkennen. Schon ist der Pullover wieder aus- und ihr Shirt nach unten gezogen. Sie schaut mich skeptisch an.

«Hast du mir gerade auf die Brüste gekuckt?»

Ich antworte leicht verlegen «Vielleicht? …wär das schlimm?» Ich seh ihr an, dass sie nachdenkt. «Nein. Nicht schlimm …nur bisschen komisch.» «Tut mir leid …das war nicht wirklich mit Absicht.» «Alles gut. Bei dir stört es mich nicht so wirklich, wirklich …denke ich.» Betretenes Schweigen macht sich breit.

«Oh so ein Mist…» murmelt Edoan vor sich hin. «Was ist denn los?» «Der Pulli kostet 69.- und ich habe nur noch so um die 30, 40 …glaube ich.» Betrübt stopft sie den Pullover zurück ins Regal.

«Ich hol mir jetzt ein Frust-Eis. Kommst du mit?» Edona sieht mich fragend an. «Ich… geh schon mal vor. Ich muss Dan noch kurz was fragen.» «Ok. Wir treffen uns nachher unten beim Brunnen …aber ich werde dann halt schon ein Eis haben. Ätsch!» sie streckt mir die Zunge raus, grinst und schlendert davon.  

Ich kram mein Geld aus meiner Hosentasche und zähle es zusammen. Das reicht locker für den Pullover.

Ich zieh den Hoodie wieder aus dem Regal und gehe zu Dan an die Kasse.

«Kapuzenpulli? Dachte du willst Schuhe?» Dan grinst schon wieder so dämlich. Ich glaube, er kann einfach nicht anders. «Der ist nicht für mich.» sag ich und drücke im das Geld in die Hand. Er kramt das Wechselgeld aus seiner Kasse und reicht es mir über den Tresen. «Willst du eine Tüte?» Ich schüttle den Kopf. «Danke.» Ich schnapp mir den Pulli und geh aus dem Laden.

Ein paar Meter weiter sitzt Edona auf dem Rand des Brunnens und hat sich in der Zwischenzeit wirklich schon ein Eis geholt. Ich geh zu ihr hin und gebe ihr den Pullover. Sie schaut mit verdutzt an. «Du hast mir den Hoodie gekauft? …du hast ihn doch bezahlt, oder?» «Ja, der ist offiziell gekauft. Und ja, ich habe ihn für dich gekauft.» «Warum?» «Wie warum?» «Warum hast du mir den gekauft?» «Na, weil du ihn wolltest …und ich dich mag …und ich wollte ihn dir halt einfach kaufen …nimm ihn als Geburtstagsgeschenk oder so.» Edona schaut mich an und lächelt. «aber ich habe doch erst in ein paar Monaten Geburtstag …Weihnachten ist vorher auch noch.» «Na, dann nimm ihn halt als Weihnachtsgeschenk.» Edona steht auf, nimmt mich in den Arm und gibt mir einen Kuss auf die Wange. «Danke, Ben. Hab dich lieb.» Ich drück sie, löse mich dann aus der Umarmung und gehe weg. «Hey, wo willst du denn jetzt hin?» ruft sie mir hinterher. «Ich muss etwas gegen die ungerechte Eisverteilung hier unternehmen!» rufe ich ihr grinsend zu und gehe weiter in Richtung Eisdiele.

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Gott, Welt, diesdas..

Meine Facebookfreunde sind dumm!

Na, ihr Pimmler..

Was ist der Unterschied zwischen einem Fisch und einem Maiskolben?

..na, das eine ist ein Fisch und das andere ein Maiskolben.

Diesen und tausende weitere Schenkelklopfer, findet ihr in meinem zukünftigen Spiegel Bestseller: «Nur weil du es Witz nennst, finde ich es noch lange nicht lustig.»

Was geht bei euch so?

Ich habe eine Weile gechillt.

..zwangsläufig.

Sorry, dass ihr unterversorgt wart.

Aber jetzt wird alles wieder gut.

Papa ist zurück und ..euch ist gar nicht aufgefallen, dass ich eine Weile nichts gepostet hab, oder?

Wie dem auch sei. Leberwurst.

Ich wollte noch kurz ein paar meiner Facebook Freunde beleidigen.

Warum postet ihr nur Müll?

..jetzt nicht alle, aber voll viele.

Was genau ist mit euch passiert im letzten Jahr?

Nur noch irgendwelche doofen Tierbilder mit irgendwelchen Zuckerbeutelweisheiten, irgendwelcher Esoterik-Bums, ganze Kapitel aus der Aluhut-Ecke und verkorkste, faktenfremde Propagandascheisse.

Ihr. Macht. Meine. Bubble. Kaputt!

Warum tut ihr das? Was habe ich euch getan?

Ihr wollt wirklich, dass meine Bubble so ausschaut?

..ich bin enttäuscht.

Ich gebe mir soviel Mühe, dass ich irgendwelchen stumpfen Quatsch poste oder wenn, dann wenigstens etwas mit bisschen Substanz im Ansatz.

Und dann kommt ihr und macht mir alles wieder kaputt!

Ich habe nicht die Ambitionen, geschweige denn die Zeit und Nerven dazu, alle 5 Minuten etwas zu posten, nur um gegen euren Schrott anzukämpfen.

Deshalb werde ich wohl einfach ein paar von euch die Freundschaft kündigen auf Facebook.

Das ist nicht zwingend etwas persönliches.

Ich finde halt nur eure Online-Persona etwas kacke.

..oder ist das doch persönlich?  Offline scheisst ihr mich ja nicht damit zu. Ihr seid komisch.

Vielleicht lösche ich au gleich meinen Facebook Account.

Aber ein paar von euch mag ich halt auf FB.

..ach, mal sehen.

Die Gewieften unter euch könnten mit sowas kommen wie «dann scroll doch einfach darüber hinweg».

Das könnte ich natürlich. Aber.

..und das wird ein grossen, fettes Aber.

ABER

  1. Könnte ich dann niemanden verunsichern, ob ich jetzt ihn damit meine und
  2. Wäre mein Beitrag dann voll kurz geworden oder ich hätte mir irgendwas anderes aus den Fingern saugen müssen.

So. Habe fertig.

Das wars für heute.

Man sieht sich.

Seid lieb.

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Gott, Welt, diesdas..

Wenn ihr schon nicht helfen wollt, könntet ihr dann wenigstens einfach die Fresse halten?

Na, ihr Pimmler..

Wisst ihr, wer mir gerade gehörig auf die Nerven geht?

Die Boomer!

Ich weiss, man sollte nicht auf ihnen rumreiten. Schliesslich hatten die es nicht einfach. Ich meine, die mussten noch richtig arbeiten für ihr Geld. Damals, als das Geld noch nicht auf den Bäumen wuchs.

Auch wenn es damals natürlich schon Bäume gab.

Das waren sogar bessere Bäume. Und viel mehr Bäume.

Denn die haben alle diese Bäume ja auch selber angepflanzt.

Ganz allein.

Da darf man schon auch mal stolz sein.

Überhaupt waren die viel umweltbewusster und und vorallem umweltschonender als die Generationen danach. Damals gab es nämlich auch noch keine Kohlekraftwerke oder ähnlich belastenden Bums. Allgemein gab es ja auch noch keinerlei Industrie, geschweige denn die ganze Chemie. Wurde alles erst viel, viel später erfunden.

Auch CO2 wurde ja erst Mitte der 1990er, von einem damals 20 jährigen erfunden. Christoph Ombricht Jr. Daher auch die abkürzung CO2.

Sie waren nicht so eine Wegwerfgesellschaft damals. Niemals! Und auch die ganze Kunststoffscheisse, mit der haben sie nichts zu tun. Wissen ja alle, dass Plastik eine Erfindung aus den Anfangs 2000er ist.

Ich könnte noch weitermachen. Aber ich habe keine Lust mehr.

Eines muss ich aber noch loswerden:

Ja, die Generationen nach euch sind nicht perfekt.

Ja, die Generationen vor euch sind nicht perfekt.

Und wisst ihr was? Eure scheiss Generation ist es auch nicht!

Kommt von eurem hohen Ross runter, schaut der Realität ins Gesicht und keult euch keinen auf eure angeblich ach so guten Dekaden, in denen ihr die Welt erfunde, verbessert und überhaupt alles erreicht habt.

Schönreden bringt keinem was.

Habe fertig.

..für den Moment

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Gott, Welt, diesdas..

Gebrauchtware

Na, ihr Pimmler..

Was ist das Beste an Diktaturen?

..das Erdbeerjoghurt.

Ich habe mir ein paar Gedanken über Occasionen gemacht.

Es gibt 2 Arten von Occasionen, die sich frappant unterscheiden.

Da gibt es zum Beispiel Occasionen im Bereich Fahrzeuge.

In der Regel sind das Gebrauchtwagen, die günstiger verkauft werden als ein Neuwagen.

Macht Sinn. Wurde ja gebraucht, hält unter Umständen nicht mehr so lange durch wie ein neuer und bla bla  bla.

Jetzt gibt es aber auch noch andere Formen von Occasionen oder Gebrauchtware. Bei denen scheint es komplett anders zu laufen.

Je öfter die schon gebraucht wurden, desto «teurer» versuchen die wieder an den Mann bzw. die Frau bzw. was auch immer für dich angenehm scheint gebracht zu werden.

Ich rede von Menschen.

Der Mensch geht eine Beziehung ein mit einem anderen Menschen, diese Beziehung geht irgendwann in die Brüche und dann?

Haben die plötzlich höhere Erwartungen und Ansprüche an den nächsten Partner/in*°„%».

Aber warum?

Sie haben offensichtlich Gebrauchsspuren, unter Umständen halten die nicht mehr so lange durch wie ein neuer und bla bla bla.

Mal unter uns: rein ökonomisch gesehen, macht es null Sinn einen secondhand Menschen zu nehmen.

..warte mal.

Ist Menschenhandel deswegen verboten? Weil es eh ein Minusgeschäft ist?

Ne, Moment. Kann nicht sein. Wird ja trotzdem immer wieder versucht.

..aber vielleicht sind die auch einfach nur zu dumm?

Ach, egal..

Eine Kumpeline hat neulich ihren Ex als ihr gebrauchtes Spielzeug bezeichnet.

Sie wollte damit wohl nur im Scherz erklären, dass sie über ihn hinwegkommen wird.

..Nein, ist nicht sexistisch. Ja, wir lassen das jetzt stecken. Nein, ich habe nicht gerade gekichert, weil ich «wir lassen das jetzt stecken» geschrieben habe.

Wo war ich?

Ach ja, secondhand.

Da ich auch nicht mehr neuwertig bin, mache ich hier mal einen Anfang und biete mich selbst für eine Schachtel Pralinato und einen Kaffeegutschein im Wert von 50.- an.

Ich denke, das ist angemessen.

Danke für deine Aufmerksamkeit.

Hauste rein.

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Das Leben und Ben

#22 Dieses Hin und Her

Der Regen prasst an das Zugfenster, in meinen Ohren ein N.W.A. Song von dem selbstgemachten Mixtape, dass ein Kumpel mir geschenkt hat.

Es ist Sonntagabend und ich bin nicht gerade glücklich, dass ich wieder nach Hause fahren muss. Obwohl… irgendwie auch doch.

Ich war knapp 2 Tage im Tessin. Auf einem Campingplatz.

Ich war noch nie im Tessin. Und auch nicht auf einem Campingplatz.

Der Neue hat mich eingeladen. Er ist mit seinen Eltern hier.

Ich weiss nicht genau warum er das getan hat. Denke, er mag mich wohl und sucht Anschluss oder so.

Irgendwann vor Weihnachten kam er in unsere Klasse. Ist auch kacke, wegen einem Semester die Schule noch wechseln zu müssen.

Naja.. jedenfalls hängt er sich, seit er in meiner Klasse ist, immer an mich ran. Schätze, die Aussenseiter zieht es zu den Aussenseitern.  Mir ist das egal. Meine, er ist ganz ok. Bisschen langweilig vielleicht. Aber er redet nicht viel und mag Skateboarden. Passt schon irgendwie. Aber er hört dieses komische Techno-Gedöns. ..ich weiss auch nicht.

Na, jedenfalls hat er bzw. seine Eltern mich eingeladen, in den Frühlingsferien mit ihnen ins Tessin zu kommen.

Weil ich aber nicht die kompletten Ferien bleiben wollte, sitze ich jetzt allein im Zug zurück. Ich fahre gerne allein Zug. Ich kann Musik hören, lesen und was am allerwichtigsten ist: kaum einer der mich nervt! Abgesehen vom Kontrolleur.

Ich weiss nicht genau woran es liegt, aber ich halte es nicht lange ohne Jasa und Edona aus. Ich brauch die um mich rum. Jetzt nicht permanent, aber halt doch schon regelmässig. Vermutlich ist das sowas wie mein Familenersatz?

Waren trotzdem schön die 2 Tage campen.

Wobei… ich war ja gar nicht so richtig auf dem Campingplatz. Eigentlich war ich da nur zum Essen und Schlafen. Den ganzen Tag waren er und ich unterwegs am Skaten. Das heisst, ich war hauptsächlich am Skaten und er hat bisschen gefilmt und fotografiert. Warum auch immer. Aber es hat Spass gemacht. Und er steht halt voll auf diesen Film-Kram. Egal. Es war schön da. Viele tolle Gaps, ich habe wirklich gut gegessen und seine Eltern waren auch sehr nett. Seine Mom hat mir sogar noch ein Sandwich gemacht für die Zugfahrt und einen Schokodrink gekauft am Bahnhof. Das ist schon ziemlich cool. Sowas hat bis jetzt noch keine Mom von irgendwem für mich gemacht. Glaube ich…

Aber ich bin auch froh, dass ich wieder wegkomme vom Neuen. Er ist trotz allem nicht so meins.

Zumindest über einen längeren Zeitraum nicht. Und das liegt nicht nur an dem Thunderdome Quatsch, den er hört. Vielleicht liegt es an seinem Dialekt. Oder einfach an mir. Was weiss ich. Alles irgendwie komisch.

So ein hin und her.

Ich freu mich ja darüber, dass ich wieder nach Zürich fahre, aber ich wäre trotz allem auch gerne hiergeblieben. Ich vermisse halt wirklich nur Jasa und Edona. Alles andere fehlt mir so überhaupt nicht.

Nicht das Heim, nicht die Stadt, nicht die anderen Menschen. Wenn die beiden auch hier wären, würde ich es bestimmt für immer auf dem Campingplatz aushalten.

Es ist so, dass ich voll gerne allein bin. Aber ohne die beiden fühle ich mich schnell einsam. Da hilft es auch nicht, wenn irgendwer sonst bei mir ist. Ich brauche meine beiden Freunde. Macht das Sinn?

Keine Ahnung.

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Das Leben und Ben

#21 Erwachsene sind komisch

„Was ist denn los mit dir?“ will Jasa wissen, der gerade in unser Zimmer kommt. „Denkst du, dass aus uns nichts wird?“ Jasa schaut mich fragend an. „Hä?“ „Herr Pfeiffer hat mir gesagt, dass aus mir so nichts wird, dass ich als Obdachloser oder im Knast ende, wenn ich nicht aufhöre damit.“ „Womit aufhören?“ „Das weiss ich auch nicht genau … Damit meinen Ball aus dem Geräteschuppen zu holen, wenn er mir weggenommen wurde vielleicht … dabei hat er mich zumindest erwischt.“ Jasa lässt sich rücklings auf sein Bett fallen und starrt an die Decke. „Das macht keinen Sinn … warum sollte man in den Knast kommen, nur weil man einen Ball holt? …ist ja dein Ball … klar, das hättest du nicht machen sollen … aber wegen sowas ins Gefängnis? … der Pfeiffer hat doch einen an der Klatsche!“ Jasa schüttelt den Kopf. „Ja eben! … ich kapier es auch nicht.“ „Die Erwachsenen labern manchmal ziemlichen Unsinn.“ „Voll! Die sagen uns auch immer, dass wir nicht auf der Strasse mit unseren Fahrrädern fahren dürfen, aber hier im Hof dürfen wir auch nicht rumfahren. Wozu dürfen wir denn Fahrräder haben?“ „Stimmt. Und mit Fussball ist es dasselbe. Nicht auf der Strasse! Aber alleine zum Bolzplatz dürfen wir ja auch nicht.“ „Irgendwie dürfen wir nichts machen, was Spass macht.“ Jasa setzt sich auf an die Bettkante und schaut mich mit ernster Mine an. „Wird dürfen Puzzles machen im Esszimmer.“ Ich kontiere seine Aussage mit einem Nicken.

Wir lachen.

„Hey, Mama Ria hat gesagt, heute Abend gibt es Spaghetti.“ „Das sind gute Neuigkeiten.“ „Ja, oder? … ich mag Spaghetti.“ „Ich auch. Aber ich mag eigentlich alles was Mama Ria kocht.“ „Ja. Hauptsache Herr Kobler kocht nicht. Sein Essen ist komisch.“ „Wie dieses komische Reis Zeug letzten Sonntag … bäh.“ „Das mit den Früchten drin? … das war eklig.“ „Zum Glück ist der fast nur an den Wochenenden da.“ In dem Moment öffnet sich die Türe. Miro steht davor, streckt seinen Arm rein, zeigt uns seinen Mittelfinger und verschwindet wieder.

„Was war das denn jetzt?“ ruft Jasa ihm nach. Er reagiert aber nicht. „Kurac! Wenigstens die Türe könntest du wieder schliessen!“ Jasa steht fluchend auf und geht zur Türe. „Hey wo ist eigentlich Edona?“ „Sie hat doch jetzt Mittwochnachmittag diese Mädchengruppe.“ „Was für eine Mädchengruppe?“ „Hat sie uns doch erzählt beim Mittagessen letze Woche irgendwann … hast nicht zugehört? Warst wieder mal in deiner Traumwelt?“ Jasa grinst. „Ja, kann sein … was ist das denn nun für eine Gruppe?“ „Weiss nicht genau. Die Turnen glaube ich. Oder sowas.“ „Sie geht freiwillig Turnen?“ „Was heisst freiwillig? Du weisst doch, dass wir alle in irgendeinem Verein mitmachen müssen. Wir waren doch auch in so einem Turn Dings bevor wir zum Fussball durften.“ „Erinnere mich nicht daran … da habe ich gelernt, dass ich Bockspringen so gar nicht vertrage.“ „Haha! Spiegeleier!“ Wir müssen beide lachen.

„Wer bringt uns eigentlich heute zum Training?“ „Ich denke Herr Burkhardt … damit er wieder die Mama von Diego besabbern kann.“ „Haha ja. Das ist so eklig … oh Frau Sanchez, schön sie zu sehen sabber sabber…“ „Oh Herr Burkhardt. Es ist so schön zu sehen, wie lieb sie sich immer um diese Kinder kümmern. Und dann streichelt sie seinen Arm so.“ Jasa fährt mir über den Arm. „Bäh! Lass das!“ Wir bringen uns gegenseitig immer wieder zum Lachen mit unseren Sanchez – Burkhardt Parodien.

„Was meinst du, wann die wohl heiraten?“ Jasa lacht. „Diego zu liebe hoffe ich, dass sie das niemals tun.“ Ich muss auch wieder lachen.

Es klopft an der Türe und Herr Burkhardt streckt den Kopf ins Zimmer. „Jungs. Abfahrt in 10 Minuten. Freut ihr euch aufs Training?“ fragt er grinsend. Ich schau Jasa, dann ihn an und muss lachen. „Wohl nicht so sehr wie sie.“ Er schaut uns leicht verwirrt an. „Äh.. ok.. 10 Minuten.“

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BBP Merch geht in die nächste Runde!

Na, ihr Pimmler..

Ich will nicht behaupten, dass wir einige Stunden ..und Gläser Wein. Vorallem Wein investiert haben, um euch die neuen Designs präsentieren zu können.

Aber es waren einige Stunden und ordentlich Wein.

Endlich ist es soweit!

Ab sofort werden Vorbestellungen entgegengenommen.

Wann das Zeitfenster für Bestellungen schliesst, wird auf Facebook bekannt gegeben.

Dann werden die Dinger in Produktion gehen.

..bitte habt Verständnis, dass wir jeglichen Merch vorerst nicht auf Lager produzieren und nur Schweiz, Deutschland, Österreich und natürlich Lichtenstein beliefern. Ausserhalb der Schweiz werden Versandkosten verrechnet.

Vorbestellen könnt ihr über alle gängigen Kontaktmöglichkeiten, die euch bekannt sein sollten.

Und hier sind die Dinger!

Die Beanies sind Onesize. Bei den Caps bitte die gewünschte Grösse angeben.

Danke für euren Support, ihr Pimmler! ❤️

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Gott, Welt, diesdas..

Vielleicht bringt es dir was..

Na, ihr Pimmler..

 

Ich habe letztens in so einer Single-Gruppe auf Facebook was gepostet.

Aus Langeweile glaub ich.

..wollte halt auch mal testen, wie dieses online Menschen kennenlernen so ist. Reden ja einige immer davon.

Was soll ich sagen … der Post hat gewirkt? Ein paar haben mich angeschrieben.

Und dann kam von fast jeder die Frage, die mich ziemlich überfordert hat.

..die Frage, die eigentlich am offensichtlichsten ist. Mit der hätte man einfach rechnen MÜSSEN!

..ausser ich. Ich bin dumm.

 

«Wie bist du denn so?»

 

Uff.. Ja, wie bin ich denn?

 

Erstes Problem: Wie antwortet man auf diese und artverwandte Fragen?

Überreicht man da eine Auflistung mit persönlichen Eigenschaften? Wenn ja, sollte man die in positive und negative unterteilen? Was wenn ich ein anderes Bewertungssystem habe, was ich als gut und was ich als schlecht einordne?

Oder soll ich in einem Fliesstext, ausführlicher beschreiben wie ich so bin und was mich ausmacht?

Würden 2, 3 Stichworte auch ausreichen?

Bringt das überhaupt irgendwem etwas, wenn ich von mir erzähle? Wäre ein «Rapport» von jemand Aussenstehendem nicht besser? Weil wie ich denke, das ich bin und wie ich nach aussen wirke, sind in meinem Fall zumindest, oft zwei unterschiedliche Dinge.

 

Kann man sich nicht einfach langsam kennenlernen? So einfach mit bisschen oberflächlichem Gequatsche über Filme, Musik oder so?

Das ist alles in so Verhöre ausgeartet in diesen Chats.

So wollt ihr einen Partner oder eine Partnerin finden?

Durch Vorstellungsgespräche?

..ist das diese Torschlusspanik?

Ich stelle mir gerade vor, wie sie sich parallel zu der Unterhaltung Notizen machen und die Checkliste abarbeiten.

Ist das einfach so das Ding? Zertifizierungsprogramme?

..das ist sogar mir zu rational und kühl.

Wie wärs mit bisschen mehr locker machen?

Versteht ihr mein Problem?

Ich bin mein Problem.

..vermutlich.

Ich überfordere mich selbst mit zu vielen Fragen.

So wie ich auf der einen Seite Dinge anstellen kann, ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken, so nehme ich andere viel zu sehr auseinander. Alles fein säuberlich in seine Einzelteile seziert.

..da kickt mein Asperger wieder voll rein.

 

Aber eben, wie bin ich denn nun?

Mal so, mal so..

Freiheitsliebend. Würde ich behaupten. Ich mag es nicht, wenn ich mich für zu viele Dinge verpflichten muss. Ich will spontan sein können.

Ich bin der Typ, der am Samstagmorgen aufwacht, Lust auf einen Espresso hat und sich dann dazu entscheidet, mal eben auf sein Bike zu steigen und nach Mailand zu fahren, um einen Kaffee zu trinken. Überhaupt liebe ich es Motorrad zu fahren.

Autos mag ich nicht sonderlich.

Aber Städtetrips. Ich mag Städtetrips. Ich halte zwar Menschenmassen nicht immer so wirklich gut aus, aber in Begleitung oder wenn ich Musik hören kann, geht das ganz gut.

Apropos Musik. Ich brauche Musik in meinem Leben. Ohne geht gar nichts! Musik machen, Musik hören, egal. Hauptsache Musik. Aber komm mir nicht mit Radio. Radio höre ich nicht gerne. Ich bin da etwas heikel. Ich möchte die Musik hören, die ich in dem Moment brauche.

..versteht man das? Ich mag das jetzt nämlich gerade nicht ausführlicher erklären.

 

Was gibt’s noch?

 

Ich verbringe gerne Zeit mit mir selbst. Nicht nur, dass ich das gerne mache, ich brauche das auch relativ oft. Habe ich keine Zeit für mich über einen längeren Zeitraum, dreh ich am Rad.

Ich brauche die Zeit, um runterzufahren.

Klar, ich muss dazu nicht per se allein sein. Aber man muss mich dann halt einfach in Ruhe lassen. Nicht reden!

..da die meisten es aber nicht aushalten einfach mal eine Weile zu schweigen, ziehe ich mich dann eben meistens lieber zurück.

 

Ich schreibe gerne. Und ich schreibe viel. Ein kleiner Teil davon landet hier auf dem Blog. Der Grossteil landet irgendwo auf meinem Computer oder Handy und der kleinste Teil landet manchmal als Brief bei bestimmten Menschen.

Schreiben ist für mich ein Ventil. So kann ich Dinge verarbeiten und einordnen. Manchmal kann ich mich schriftlich auch einfach besser ausdrücken.

Ich lese sehr gerne Bücher. Auch wenn ich gerade eigentlich eher eine Hörbuchphase hab. Aber Bücher. Bücher sind der Shit!

Ich mag auch Filme und Serien.

Und Videospiele. Da kann man von halten was man will, aber ich bin und bleib Gamer.

 

Bei weitem nicht für alles, aber ich kann mich sehr für gewisse Dinge begeistern. Da habe ich dann auch einen Mitteilungsbedarf. Das ist vermutlich auffallend, weil ich regulär nicht so gesprächig bin wie andere.

Ich mag Smalltalk nicht sonderlich. Ich mach das, wenn ich muss, wenn ich denke, dass ich das gerade sollte. Aber das Konzept dahinter ist mir schleierhaft bzw. zieh ich mehrheitlich nicht viel Positives daraus.

Phasenweise zeichne ich auch gerne. Aber das kommt wirklich nur immer mal wieder für ein paar Tage und verschwindet dann wieder. 

 

Ich glaube, das sind so ziemlich alle meine Lieblings Freizeitbeschäftigungen. Motorrad, Musik, Zocken, Zeichnen, Schreiben, Lesen, Filme…

Alles Dinge, bei denen ich mich nicht so doll mit anderen Menschen abgeben muss. Zufall?

..ich glaube nicht.

 

Es ist nicht so, dass ich andere Menschen nicht mag. Das stimmt nicht. Ich gebe mich nur mit den meisten nicht gerne ab, weil sie anstrengend sind.

..für mich zumindest anstrengend.

 

Es gibt einige Menschen, die ich mag. Die ich sogar ziemlich doll lieb hab. Aus verschiedensten Gründen. Bei den meisten sind es aber wohl ihre Denkweisen und dass sie mich so nehmen wie ich bin. Mal introvertiert, mal sehr umgänglich, mal total offen und öfter leicht provokativ und/oder mit einem anscheinend sehr komischen Humor.

..ich habe jetzt absichtlich nur «leicht» geschrieben.

Ich fühle mich öfter mal nicht verstanden von anderen. Das macht für mich den Umgang mit meinen Mitmenschen nicht immer leicht. Ich bekomme oft die Rückmeldung, dass ich arrogant sei.

..da kann ich jetzt auch nichts machen.

 

Auch wenn das Zwischenmenschliche nicht immer ganz so funktioniert, ich glaub ich bin trotzdem ein guter Freund. Weiss auch nicht..

 

Ich müsste echt mal meine Bekannten abklappern und die mal abfragen, wie ich denn eigentlich so bin. Von aussen betrachtet.

 

Bis dahin, nehmt was ich euch hier gebe.

Oder fragt halt konkret nach gewissen Dingen. Danke.

 

Bist die Tage.

Haut rein!

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Gott, Welt, diesdas..

Irgendwas is kaputt..

Ich weiss nicht was mit mir los ist.

Seit einigen Tagen bin ich immer wieder traurig und wütend.

Ohne einen speziellen Grund.

..zumindest keinen der mir bewusst wäre.

Ok, das ist jetzt nicht wirklich neu. Ich kenne das. Aber für gewöhnlich hält das nicht tagelang an.

Ich hocke hier in diesem Loch und komme einfach nicht weiter.

Nein, warte. Ist kein Loch.

Ich sitze eher in einer Ecke, eines sehr komischen Raumes. Und ich komme nicht aus dieser Ecke raus.

Ich kann einfach nicht.

..oder ich will nicht?

Nein, an wollen liegt es glaube ich nicht.

Ich versuche mich ja auf positive Dinge zu konzentrieren. Versuche meine Freizeit so zu gestalten, dass ich Dinge unternehme und mache, die mir Spass machen.

..zumindest für gewöhnlich.

Aber Eis schmeckt grad nicht so gut, Motorradfahren macht mir aktuell auch keine Freude und ich habe nicht einmal Bock auf Sex.

..sorry. 

Ich frage mich, ob ich mein Kontingent an «Aushaltbarem» aufgebraucht habe.

Habe echt keine Nerven mehr, bin total gereizt und extrem nahe am Wasser gerade.

Ich habe mich mit anderen getroffen in der Hoffnung, dass mich das ein wenig ablenkt. Aber ich war wohl mehr ein unwillkommener Downer, als dass irgendwer von diesen Treffen profitiert hätte.

..tut mir leid.

Früher hätte ich mir in solchen Phasen einfach die Birne zugedröhnt. ..mit irgendwas.

Aber das mache ich nicht mehr.

..zumindest kaum noch.

Und gerade jetzt in diesem Moment, wo ich schon wieder losheulen könnte, weil ich mich verlassen fühle, nicht weiss wohin mit mir selbst und die ganze Welt hasse, frage ich mich, warum ich mich nicht einfach betrinke? 

Hat früher ja auch geholfen.

..zumindest kurzfristig.

Warum mache ich nicht einfach einen Anruf und spätestens in ein paar Stunden flüchte ich einen Moment aus der Realität?

Warum? 

Ich weiss es nicht.

Vielleicht weil ein Teil in mir der Meinung ist, dass er nicht wieder alles vor die Wand fahren möchte?

Trümmerhaufen gab es schon genug in meinem Leben.

..und in nicht selten Fällen habe ich die mitzuverantworten.

Ein paar bereue ich wirklich.

Einen gerade im Moment besonders.

Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es einfach anders machen als ich es damals gemacht habe. Einfach anders sein, als ich damals war.

Warum denke ich über sowas überhaupt nach verdammt?!

Vielleicht weil ich dich in diesem Moment gerade vermisse?

Was voll dumm ist. Ich weiss. Es ist so lange her.

Vielleicht versuche ich gerade vor irgendwas zu flüchten und in meinem Kopf ist das der nächstgelegenste Zufluchtsort?

..ich könnte kotzen.

Nein, nicht wegen dir. Wegen mir. Meinen Gedanken und Gefühlen, die mich gerade durchdrehen lassen.

..so fühlt sich das zumindest gerade an.

Du hast mir gesagt, dass es dir gut geht. Und das ist die Hauptsache. Hauptsache dem Krümel geht es gut. Das ist das was zählt. Denn ich wollte seit ich dich kenne, nie etwas anderes.

..leider habe ich das nicht hingekriegt.

Der Teil in mir, der normalerweise die Oberhand hat und rational denken kann, weiss das. Aber gerade leitet mich der verwirrte, chaotische Teil.

Alles nicht so einfach.

Alles anstrengend.

Ich schreibe dieses Selbstgespräch auf, weil ich immer alles aufschreiben muss. Schreiben hilft mir.

Schon immer. Manchmal bilde ich mir ein, ich sende mir selbst Kontext zwischen meinen Zeilen, der mir weiterhilft.

Klingt bescheuert, nicht?

..aber ich funktioniert ja auch nicht «normal»

Wenn du das hier liest, bedeutet das, dass ich es dir gezeigt habe. Vielleicht sogar auf meinem Blog oder sonst wo veröffentlicht.

Dann wollte ich das so.

Aus irgendeinem Grund.

Was das sein könnte?

..frag mich nicht.

So oder so, damit wir uns beide keine Sorgen machen müssen, rufe ich gleich meine Therapeutin an. Ok?

Besser ist das wohl.

..auch wenn ich das nicht mag.

 

 

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Gott, Welt, diesdas..

Damit wir uns richtig verstehen..

Na, ihr Pimmler..

Neulich hat mir eine Bekannte ein paar Fragen bzgl. Motorradfahrer gestellt.

..und mit neulich meine ich irgendwann mal.

Der Grund war, dass sie gerade in der Motorradprüfungsphase ist. Sie wollte wissen, was das „Gefuchtel“ zu bedeuten hat und warum wir gewisse Dinge tun, die wir halt tun?

Ich dachte mir, klären wir doch gleich ein paar mehr auf.

Denn das eine oder andere Signal oder Verhalten kann auch für andere Verkehrsteilnehmer nützlich sein.

..auch wenn wir primär nur mit anderen Bikern kommunizieren um diese zu informieren.

..was solls.

Arm seitlich ausstrecken und wiederholt hoch und runter bewegen.

Bedeutung: Tempo anpassen! Da kommt demnächst ein Blitzer, eine Polizeikontrolle oder eine andere unerwartete Behinderung, z.B. eine Unfallstelle

Arm hochheben, anwinkeln und ein paar mal oben auf den Helm tippen.

Bedeutung: Achtung! Da sind Polizisten. Oft wird das auch in Kombination mit Nr. 1 gemacht um klarere Ansagen zu machen.

Arm im 45 Grad Winkel zum Körper, seitlich nach unten halten und den Mittelfinger strecken.

Bedeutung: Sie, lieber Verkehrsteilnehmer, sie sind ein Arschloch!

..die Gestikulierung kann situativ natürlich variieren.

Die Ursachen dafür sind mannigfaltig.

Schlangenlinien fahren.

Bedeutung: Oft, wenn im Gegenverkehr z.B. ein Lastwagen mit einem Rattenschwanz an Autos daherkommt. Wir wollen uns damit sichtbar machen und die Fahrer hinter dem LKW abhalten in diesem Moment ein Überholmanöver zu riskieren.

..was natürlich ein paar Idioten trotzdem nicht davon abhält einen Unfall zu riskieren.

Andere Gründe: wir sind gelangweilt oder am verblöden.

Überholen an den „unmöglichsten“ Orten und Engpässen.

Aus Sicht der Autofahrer sieht manches Überholmanöver wohl hoch riskant aus. Wir haben in der Regel allerdings viel schneller beschleunigt, sind wendiger und „platzsparender“ als Autos. Was einige Überholmanöver nicht halb so riskant macht wie sie aussehen mögen.

..solange wehrte Autofahrer einfach weiterfahren wie gerade und nicht denken sie sollten jetzt aber bremsen wegen uns oder noch schlimmer: beschleunigen!

Noch Fragen?

(konstruktive) beantworte ich gerne.

PS: ich weiss, dass es einige Idioten unter den Bikern gibt. So auch durchs Band bei allen anderen Verkehrsteilnehmern. Alle die diesbezüglich etwas mitteilen möchten: lass stecken!

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Das Leben und Ben

#20 Zu viele Gedanken und Erinnerungen

„Wie geht es ihnen heute?“ fragt er mich, während er irgendwas auf seinen Notizblock kritzelt. Ich bin nicht freiwillig hier. Wurde bei einer Schlägerei aufgegabelt von den Bullen. Wegen Körperverletzung und weil ich ein bisschen Zeug dabei hatte, gehören die nächsten 4 Monate, regelmässige Treffen mit diesem Psychotherapeuten der Suchtberatung, zu meiner Strafe dazu. „hmm.. weiss nicht.“ Er blickt von seinem Block hoch. „Woran liegt es, dass sie nicht wissen wie es ihnen geht?“ „Ich schätze, ich denke nicht darüber nach, wie es mir geht.“ Er kritzelt weiter. „Denken sie, dass das die richtig Methode ist? … nicht Nachdenken?“

Was will er denn hören? Dass es besser wäre, wenn ich mir permanent vor Augen führe, dass ich diese Welt nicht mag? Dass ich nie irgendwie das Gefühlt hatte, hier reinzupassen? Dass ich die meisten Menschen nicht verstehen kann? Warum man so viele Dinge machen muss, die man gar nicht möchte, nur weil man irgendwie dazugehören sollte? Ich zucke mit den Schultern.

„Setzen wir wo anders an. Was sind denn die guten Dinge in ihrem Leben?“ „Meine Freunde … Musik … Skateboarden … Videospiele … Bücher und Filme. Ich mag Filme.“ „Das ist doch etwas. Haben sie viele Freunde?“ „Nein. Sollte ich viele haben?“ „Nein. Das ist bei jedem unterschiedlich. Es gibt da nicht wirklich ein richtig oder falsch.“ „Na dann…“ Er notiert wieder etwas. „In der Anamnese steht, dass sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben und aktuell Gelegenheitsjobs verrichten?“ „Nicht mehr. Ich mache gerade ein Praktikum.“ Er schreibt weiter. „Und wo machen sie dieses Praktikum?“ „Auf einer gerontopsychiatrischen Abteilung.“ „Interessant. Wie sind sie dazu gekommen?“ „Eine Bekannte hat mir gesagt, dass ich das machen könnte.“ „Und da haben sie sich gedacht, dass sie das mal machen könnten?“ Er schaut mich leicht skeptisch an. „Ja ungefähr so.“ „Was ist denn der Grund, weshalb sie nicht in ihrem Ausbildungsfeld tätig sind?“ „Weil der Job scheisse ist. Der macht keinen Sinn.“ „Das ist ihre Erkenntnis nach dreijähriger Ausbildung?“ „Nein, die Erkenntnis hatte ich schon nach ein paar Tagen.“ „Und sie haben trotzdem die Lehre abgeschlossen?“ „Ich musste ja. Alle haben immer gesagt, dass ich einen Abschluss machen muss. Dass das wichtig sei.“ „Hätten sie denn lieber einen anderen Beruf erlernt?“ „Nicht wirklich.“ „Sie haben keinen Traumberuf? Oder einen Berufswunsch, dem sie lieber nachgegangen wären?“ „Nein.“ Wieder kritzelt er auf seinem Notizblock rum. „Warum genau haben sie sich denn damals für diese Ausbildung entschieden?“ „Weil man mir gesagt hatte, ich solle das machen … und ich hab halt versucht, in dieser Welt Fuss zu fassen.“ „Was meinen sie damit, in dieser Welt Fuss zu fassen? In der Arbeitswelt?“ „Eigentlich meine ich damit eher die Mehrheit der Gesellschaft … man muss ja irgendeine Ausbildung machen und einen akzeptierten Job haben. Ist doch einer der Eckpfeiler dieses Systems.“ Er sieht mich an. Ein kurzer Moment Stille. „Sie denken, sie gehören nicht zur Gesellschaft?“ Ich nicke. „Weshalb denken sie das?“ „Weil es so ist. Da ist kein wirklicher Platz für mich. Ich passe wohl einfach nicht dazu.“ Ich schaue auf meine Uhr. „Haben sie es eilig?“ will er wissen. „Nein. Aber will nicht hier sein und warte nur darauf, dass diese Sitzung endlich durch ist.“ „Ist ihnen das hier unangenehm?“ „Ja.“ „Warum ist ihnen das unangenehm?“ „Weil ich gezwungen werde hier zu sein und ich eigentlich gar nicht mit ihnen über mich reden mag. Sie stellen mir Fragen, die ich nicht wirklich beantworten möchte. Warum auch? Mir hat auch nie jemand meine Fragen beantwortet. Das System hat mich nie gefragt, wie es mir geht und was ich möchte. Einen Dreck hat es sich interessiert. Und jetzt plötzlich, ist das Interesse da? Nach 19 Jahren? … ihr könnt mich mal!“ Ich spüre wie so ein Druck in mir aufsteigt, als würde ich gleich platzen. „Ich sehe, dass sie wütend sind … welche Fragen hat man ihnen denn nie beantwortet? … vielleicht sollten wir da ansetzten.“ „Warum wurde ich ins Heim abgeschoben? Ich wollte da nicht hin. Warum hat man mich in Pflegefamilien gesteckt? Ich wollte da nicht hin. Warum durfte ich nie mitentscheiden? Warum entscheiden immer andere, was das Beste für einem ist? Warum hat man mir nie die Hand gereicht, nur die Hand erhoben? Keinen interessiert es wie es mir geht. Wichtig ist nur, dass ich ruhig bin und mache was man mir sagt. Ich hasse das!“ Ich stehe auf und nehme meinen Rucksack. „Mir egal ob die Sitzung zu Ende ist und ich scheiss auf die Konsequenzen! Ich gehe jetzt!“ „Warten sie. Ich möchte nicht, dass sie so wütend rausgehen. Und ich möchte, dass wir die Sitzungen weiterführen können … seien sie ehrlich zu sich selber. Die Konsequenzen dafür möchten sie nicht tragen.“ Er schaut mich mit ernster Mine an. Bei dem Punkt mit den Konsequenzen hat er schon irgendwie recht. Ich weiss auch nicht. „Hören sie. Der nächste Termin steht. Denken sie darüber nach, ob sie ihn wahrnehmen oder ob sie wirklich die andere Option möchten.“ Wir schweigen uns kurz an.

Ich verlasse das Zimmer, die Praxis, gehe die Treppe nach unten und merke wie meine Augen immer feuchter werden. Zu viele Gedanken und Erinnerungen die mir durch den Kopf schiessen. Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht, setze meine Kopfhörer auf, dreh die Musik laut, ziehe mir die Kapuze über den Kopf und gehe durch die Eingangstüre auf die Strasse raus.

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#19 Wie ein richtig befreiender Rülpser

Eigentlich wollten wir unten nur kurz eine Limo trinken und danach bisschen Skaten. Aber jetzt sitzen wir im Büro von Onkel Jan, weil er irgendwas bequatschen will.

„Jungs, ich habe eine Bitte an euch.“ Jasa und ich schauen ihn fragend an. „Ihr habt mitbekommen, dass Mauro seit ein paar Tagen unauffindbar ist.“ Er zeichnet diese komischen Anführungszeichen in die Luft. „Was ist mit Mauro?“ will Jasa wissen. Onkel Jan winkt ab. „Wissen wir nicht … Hört zu Jungs, ihr wisst doch was Mauros Job war … ich will hier nicht um den heissen Brei reden. Habt ihr bock seinen Job zu übernehmen und bisschen Geld zu verdienen?“ „Klar!“ Jasa scheint nicht eine Sekunde nachgedacht zu haben, so schnell kam seine Zusage rausgeschossen. Onkel Jan lächelt ihm zu. „Und was ist mit dir Ben?“ „Ich meine ja … grundsätzlich … aber ich kenne ja die genauen Bedingungen nicht … wie schaut denn das aus? Ist das auf Abruf oder ist das fest terminiert? Was bekommen wir denn? Ich meine wieviel für was?“ Onkel Jan grinst. „Ich sehe schon, du beobachtest alles ganz genau. Nachschub geht auf Abruf raus. Ihr kriegt 3% jeder.“ „5 für jeden und ich bin dabei.“ „Du weisst schon, dass nicht mal Mauro 5% hatte?“ „Ich bin nicht Mauro. Und du weisst, dass wir bis jetzt immer sehr zuverlässig waren.“ Onkel Jan kramt einen Taschenrechner aus einer Schublade und tippt darauf rum. „4% kann ich euch geben.“ Sagt er, während er auf seiner Unterlippe rumkaut. „4% ist ok. Eine Bedingung hätte ich aber noch.“ „Was willst du denn noch?“ „Ich möchte jederzeit aufhören damit, wenn ich das nicht mehr machen möchte.“ Onkel Jan schaut mich mit ernster Mine an. „Ihr seid doch meine Jungs. Was denkst du, was ich mit euch vor habe?“ „Ich weiss doch wie das hier läuft. Wenn die Jungs erst mal aufgenommen sind, kommen die nicht mehr so einfach raus aus dem Klub.“ Onkel Jan kommt auf mich zu, legt seine rechte Hand in meinen Nacken und zieht mich ganz nah an sich ran. „Ben, ihr seid noch viel zu jung, als dass wir euch als Vollmitglieder in den Klub aufnehmen würden. Du bist Familie. Blut. Nicht Klub-Familie. Du wirst nie dem Klub beitreten müssen. Verstehst du?“ Ich nicke. Er lässt mich wieder los. Onkel Jan geht wieder an seinen Bürotisch zurück und setzt sich. „Und? Macht ihr es?“ „Die Bedingungen sind ok?“ will ich von ihm wissen. Er nickt. „Na dann steht nichts im Weg.“ Onkel Jan lächelt. „Gut. Kommt mit. Wir gehen zu Mirco. Der erklärt euch die Details.“ Er steht auf und wir gehen ihm nach. Die Treppe nach unten in eines der Hinterzimmer. Ich kenne das Zimmer. Eigentlich kenne ich wohl jeden Winkel in diesem Haus. Wie oft wir nur schon Verstecken hier gespielt haben als wir noch klein waren. „Mirco, die Jungs übernehmen für Mauro. Zeig ihnen was sie wissen müssen.“ Mirco nickt ihm zu. „Dann wollen wir mal. Mirco kramt einen Stadtplan und einen Kugelschreiber aus einer Tasche. „Also, ihr kennt euch ja aus. Es läuft wie folgt … „ Mirco erklärt uns ausführlich wer, was, wo vertreibt. Alle haben ihr kleines Depot in ihrem Gebiet. Die haben alle eine Nummer. Wir müssen die entsprechende Lieferung an die entsprechende Stelle bringen und bei Mirco verbuchen lassen nach dem Deponieren. Eigentlich voll simpel, wenn die Zahlenkombinationen nicht so unlogisch verteilt worden wären. Aber egal. Kriegen wir schon hin. „Habt ihr das verstanden? Ich kann es sonst nochmal erklären, wenn ihr wollt.“ Mirco schaut uns fragend an. „Nö passt schon. Habens kapiert.“ „Gut. Ich habe nämlich auch schon die ersten Päckchen für euch.“ Er hievt eine Sporttasche auf den Tisch und öffnet den Reissverschluss. Er holt 6, in Packpapier gewickelte Rollen raus. Mit einen Marker schreibt er den Bestimmungsort drauf. BZ237, AL112 und BR93. Er schiebt sie über den Tisch zu uns. „Ihr wisst wo hin?“ Jasa schaut mich an. Ich nicke. „Seht zu, dass die vor 18.00 Uhr da sind.“ „Alles klar.“ Ich packe 4 Rollen in meinen Rucksack, Jasa die restlichen beiden. Wir wollen gerade rausgehen, als Mirco uns stoppt. „Ach Jung.. egal was auch ist, ihr drückt das Zeug niemandem in die Hand. Unter keinen Umständen. Immer ins Depot. Wenn das nicht geht, bringt ihr mir das Zeug wieder. Verstanden? Das ist wichtig.“ Jasa nickt. „Verstanden.“

Wir brauchten keine ganze Stunde um die 3 Depots abzufahren. Direkt danach traben wir wieder bei Mirco an. „Alles ok bei euch?“ Mirco sieht und verblüfft an. „Jap, alles bestens. Alle Pakete zugestellt.“ „Ihr hattet es wohl eilig?“ Mirco grinst. „Ja, wir wollten ja eigentlich Skaten gehen.“ Jasa hält ihm provokativ sein Board vors Gesicht. „Alles klar. Könnt ihr ja gleich.“ Mirco lacht. „Wartet kurz. Ich hole euer Geld.“ Mirco verschwindet durch die Türe. „Jasa, ist das ok was wir hier machen? Ich bin mir da nicht so sicher…“ Jasa legt mir einen Arm auf die Schultern. „Nein Bratan. Aber auf dieser Welt ist vieles nicht ok … ist es ok, dass wir so in diese Welt gekotzt wurden? … wir überleben doch nur irgendwie. Und wenn wir das nicht machen, macht es doch irgendein Anderer.“ Klingt für mich in diesem Moment sehr plausibel. „Hast wohl recht.“ „Aber hey, kein Wort zu Edona. Die killt uns!“ Ich nicke. Mirco kommt wieder rein ins Zimmer und hat 2 Bündel Geld in der Hand. „Euer Anteil Jungs. Haut nicht gleich alles auf den Kopf.“ Er grinst uns zu, während er uns das Geld entgegenstreckt. Ich schaue mir das Geldbündel an. Das ist meins? Ich weiss nicht, wie man dieses Gefühl nennt. Es fühlt sich gut an, aber irgendwie auch nicht so richtig. Wie ein richtig befreiender Rülpser. Entspannend, aber da kam noch ein bisschen Magensäure aufgestossen. Irgendwie so.. Fuck it! Ich weiss, dass ich die nächsten Tage was essen kann. Jasa klopft mir auf die Schulter. „Los! Ab zur ETH!“ Er lacht. Ich schnapp mein Board, meinen Rucksack und wir gehen raus in Richtung Bushaltestelle.

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Das Ende einer Ära! *sadwotsefakissad*

Na, ihr Pimmler..

Heute ist ein sehr trauriger Tag.

Ein sehr, sehr trauriger Tag.

..nicht weil Montag ist.

Seit meiner Jugend war sie stehts eine treue Begleiterin. Hat immer zusammengehalten, was zusammengehörte.

Ich erinnere mich noch genau an meinen 17. Geburtstag. Das war der Tag, an dem ich sie das erste Mal sah. Und seither warst sie immer da für mich.

In guten, wie in schlechten Zeiten.

..oder so.

Klar, über die Jahre haben wir phasenweise mal mehr, mal weniger Zeit miteinander verbracht. Aber das ist wohl normal, oder?

Was ich eigentlich mitteilen möchte ist, dass ich sehr traurig bin, dass sie heute Morgen einfach kaputt gegangen bist.

Sie war meine Lieblingsgürtelschnalle! Keine andere hat so lange meine Gürtel verziert und geholfen meine Hosen oben zu halten wie sie.

Falls sich gerade jemand fragt, ob ich tatsächlich einen Nachruf für eine Gürtelschnall mache:

Ja..? Logisch.. duh..

Es war nicht einfach irgendeine Gürtelschnalle. Sie war die beste Gürtelschnalle, ok?

Denn sie ist eine Misfits-Gürtelschnalle. Diese Band ist eine Jugendliebe. Und eine wichtige noch dazu. Ausserdem habe ich sie von meinem besten Freund, in dieser Zeit, geschenkt bekommen.

Die Schnalle bedeutet mir viel. Got it?

Darum möchte ich euch alle bitten, jetzt eine Schweigeminute einzulegen. Eine Schweigeminute für alle Dinge, die für uns einen unbezahlbaren, emotionalen Wert hatten und heute traurigerweise nicht mehr unter uns sind.

In diesem Sinne… na, rip. Alla!

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#18 Einige Prellungen und Schürfungen. Das wird wieder

Mein Speichel schmeckt nach Metall, mein Kopf brummt, stechender Schmerz in meinen Rippen und mein Arme schmerzen höllisch. Ich liege seitlich auf dem Boden und versuche meinen Bauch mit meinen Beinen und den Kopf mit meinen Armen zu schützen. Kompakter kriege ich das Päckchen nicht hin. Und schon knallt der nächste Fuss gegen meine Unterarme. Edona schreit sich verzweifelt die Seele aus dem Körper. „Ben! Ben! Nein! Hört auf! Ihr bringt ihn noch um! Hört auf! Lasst ihn ihr Schweine!“ Ich höre den einen irgendwas rufen, aber nur dumpf. Alles wird immer leiser. Mir wird schlecht.

Langsam werde ich wach. Ich versuche gerade rauszufinden, ob ich eine Stelle an meinem Körper ausmachen kann, die nicht schmerzt. Ich öffne die Augen und schau mich erst mal um, ohne mich gross zu bewegen. Edona sitzt neben mir am Bett und lächelt mich an. „Endlich bist du wach!“ Sie beugt sich über mich und gibt mir einen Kuss auf die Wange. „Wie fühlst du dich?“ „Wie frisch ausgekotzt…“ Ich merke gerade, dass ich wohl in einem Krankenhaus bin. Igitt. Ich drehe mich auf den Rücken um mich aufzusetzen. Da sehe ich Jasa und Onkel Jan am Fussende des Bett stehen. Jasa grinst etwas zögernd und winkt mir zu. Mein Onkel lacht mich an und kommt näher zu mir. „Ben, ich bin so froh, dass du ok bist … was ist passiert? Wer hat dir das angetan?“ Ich denke kurz nach. „Ich bin mit Edona durchs Quartier geschlendert. Wir waren bei Nexhmedin und haben nen Döner gegessen … da sind plötzlich ein paar Jungs von du weisst schon wem aufgetaucht. Die haben was gelabert von wegen, dass ich da nichts verlören hätte, dass das jetzt ihre Ecke wäre und so … Die waren zu Dritt. Wir sind also rausgegangen aber sie kamen uns nach. Ziemlich weit. Wir wollten die Brauerstrasse runter und sie dort abhängen … da haben sie uns schon eingeholt und gingen auf uns los…“ „Einer dieser Ärsche hat mich festgehalten. Ich wollte Hilfe holen. Dann habe ich geschrien so laut ich konnte. Aber es kam einfach voll lange niemand … irgendwann kam dann die Polizei und ein Krankenwagen.. Aber die sind davongekommen.“ „Apropos Bullen. Da wartet einer draussen. Der hat gesagt, er muss deine Aussage aufnehmen, wenn du dann wach bist.“ meint Jasa. Ich schau zu meinem Onkel. Er nickt mir zu und lächelt. „Schon gut Ben. Rede mit ihm. Du weisst ja wie das läuft..“ er klopft mir auf die Schulter und zieht seine Hand sofort wieder weg als er bemerkt, dass mir das weh tut. „Entschuldige. Ich… wollte nicht…“ „Alles gut. Geht schon wieder.“ Onkel Jan geht zur Türe, öffnet sie und streckt seinen Kopf raus. „Er ist jetzt wach.“ Ein paar Sekunden später betritt ein Typ das Zimmer, der nicht zivi-bulliger hätte aussehen können. Baseballmütze, Sonnenbrille, blaues Polo-Shirt in die Jeans gestopft, Bauchtasche und weisse Sportschuhe. Er steckt seine Sonnenbrille in die Brusttasche und kommt zu mir ans Bett. „Hallo Ben. Ich darf dich doch duzen?“ Ich zucke mit den Schultern. „Mir egal.“ „Na gut…“ Er sieht die anderen im Zimmer an. „Darf ich sie bitten, das Zimmer zu verlassen? Ich würde gerne mit Ben alleine reden.“ Jasa dreht sich ab um zu gehen und Edona steht von der Bettkante auf. „Nein. Die bleiben schön hier. Ich bin nicht so gerne alleine mit einem Polizisten in einem Raum.“ Jasa dreht sich wieder zurück, Edona setzt sich wieder und legt ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Onkel Jan grinst mich an. Der Polizist schaut mich etwas verdutzt an. „Na dann bleiben sie hier … Ich möchte mit dir über gestern Abend reden. Was genau ist da passiert?“ „Ich wurde verprügelt.“ „Und weiter?“ „Dann bin ich eben in einem Krankenhaus aufgewacht … In welchem eigentlich? Wo sind wir hier?“ „Triemli“ sagt Edona und fährt mir über den Rücken mit ihrer Hand. „Ok Ben. Dass du verletzt wurdest und deswegen ins Krankenhaus musstest, das wissen wir bereits.“ Er scheint etwas entnervt. „Aber wer war das? Was war der Grund? Kannst du mir dazu etwas sagen?“ Klar kann ich dir das sagen. Es waren Jungs von Costa. Es geht um Quartierkampf. Mach doch deine Hausaufgaben! „Keine Ahnung. Weiss nicht was die wollten … wohl einfach ein paar auf Krawall gebürstete Spassten…“ Er schaut mich misstrauisch an. „Irgendwelche Schläger? … da bist du dir sicher?“ „Äh nein.. kenne die ja nicht. Aber muss wohl.“ „Kannst du mir beschreiben, wie sie ausgesehen haben?“ „Nicht wirklich. Kamen von hinten.“ „Du hast nichts gesehen?“ „Ich war damit beschäftigt nicht drauf zu gehen…“ „Na gut… deine Freundin hat uns gesagt, sie waren zu dritt und hatten Kapuzen tief ins Gesicht gezogen und waren alle komplett schwarz gekleidet.“ Er sieht mich fragend an. „Ja kann sein. Wenn sie das sagt. Ich habe sie nicht gesehen.“ „Haben sie dir etwas gestohlen?“ „Weiss nicht. Wo sind denn meine Sachen?“ Jasa geht zum Tisch am Fenster, nimmt die weisse Plastiktüte und bringt sie zu mir ans Bett. „Hier sind sie.“ Ich kram meine Kleider aus dem Sack und überprüfe meine Taschen. Kippen, Feuerzeug, Kaugummis, ein Marker, bisschen Geld und mein kleiner Spielzeugpinguin. „Nein. Alles da.“ Der Polizist sieht sich fragend meinen Pinguin an, löst seinen Blick langsam von ihm und schaut mich wieder an. „Dein Glücksbringer?“ „Sowas in der Art.“ „Also ich fasse mal kurz zusammen. 3 Typen, schwarz gekleidet und nicht erkennbar. Kein Diebstahl als Grund des Überfalls. Du weisst nicht wer das war und du weisst nicht warum. Korrekt?“ „Korrekt.“ Er schaut alle im Zimmer, einen nach dem anderen an, zieht mit einer Hand seine Sonnenbrille aus der Brusttasche, mit der anderen eine Visitenkarte aus der Gesässtasche und streckt sie mir hin. „Für den Fall, dass dir doch noch etwas einfallen sollte. Melde dich … Bis dahin, gute Besserung. Wir sehen uns.“ Ich nehme die Karte. „Danke … nicht für die Karte. Wegen dem gute Besserung.“ Er nickt, dreht sich ab und verlässt das Zimmer. „Das war ein komischer Vogel.“ sagt Edona. „Kurac.“ kommentiert Jasa. „Gib mir mal die Karte.“ Onkel Jan streckt mir seine Hand hin. „Hier.“ Er schaut sie sich an. „Soso..“ „Was soso?“ will ich wissen. „Der Name kommt mir nicht bekannt vor. Darf ich die Karte?“ Ich nicke. „Klar. Habe nicht vor mich bei dem zu melden.“ In diesem Moment klopft es an der Türe und eine Schwester kommt rein. „Herr Nikodemski, kann ich kurz mit ihnen sprechen?“ „Du bist ja voll der Star hier.“ meint Jasa. Alle lachen. Naja, alle ausser die Krankenschwester. „Was gibt es denn? Darf ich nach Hause?“ „Noch nicht, der Arzt kommt gleich auf Visite. Aber es sieht ganz gut aus. Nichts gebrochen. Einige Prellungen und Schürfungen. Das wird wieder.“ Sie lächelt mich an. „Darf ich kurz?“ Während sie das fragt, hebt sie schon mein Hemd hoch und fummelt an einem Verband auf meinem Bauch rum. „Der sieht gut aus. Wie geht es ihnen mit den Schmerzen?“ „Geht schon.“ „Gut. Ansonsten einfach melden, wenn sie etwas brauchen.“ Sie geht zur Türe. „Die Visite sollte bald kommen.“ Ich nicke ihr zu.

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Das Leben und Ben

#17 Musste ich wohl erst ein kleines, freches Appenzellerchen treffen um das zu erfahren

„Jasa verpisst sich nach L.A. für einen Austausch und du hängst nur noch in St. Gallen … irgendwie verlieren wir uns alle gerade Ben…“ Edona starrt in ihre Kaffeetasse und scheint nicht mehr aufzuhören mit umrühren. „Was soll das heissen, wir verlieren uns? … Jasa ist 6 Monate weg. Klar, das ist schon lange, aber das geht doch auch rum irgendwie. Ausserdem gibt es doch Mail, Telefon, Facebook und so. Das geht schon.“ Edona hebt ihren Kopf und sieht mich an. „Das ist nicht dasselbe. Er wird mir trotzdem fehlen … Und du bist ja auch kaum noch hier.“ „Ich bin doch unter der Woche eigentlich immer hier.“ „Ja unter der Woche. Aber du gehst kaum noch raus und an den Wochenenden bist du praktisch immer weg. Ich seh dich kaum noch.“ Ihrer Stimme schwingt ein trauriger Unterton mit. „Du weisst doch, dass ich dauernd in eine Scheisse gerate, wenn ich hier bin. Diese Stadt ist ein Moloch von dem ich mich immer wieder runterziehen lasse … ich versuch doch nur mein Leben irgendwie sauber zu kriegen.“ „Und das kannst du nur in St. Gallen oder was?“ Sie sieht mich fragend an. „Gibt bestimmt auch andere Orte … aber da passt es halt gerade irgendwie.“ „Was ist denn dort besser als hier?“ „Nicht viel. Ehrlich gesagt ist das meiste sogar schlechter als hier … Aber es ist friedlich. Mich kennt da keiner. Bis auf 2, 3 Leute. Ich kann da quasi bei Null anfangen. Kein Ärger. Keine Altlasten die ich dauernd mit mir rumschleppen muss. Ich muss nicht dauernd angespannt durch die Gegend laufen, weil jederzeit irgendeine Scheisse passieren kann … Ich bin da einfach frei. Und das fühlt sich voll gut an. Mein Neuanfang…“ Edona schaut mich skeptisch an. „Das denkst du wirklich oder? … Glaubst du, dass du einfach alles hinter dir lassen kannst und ein neues Leben anfangen kannst? Versteh mich nicht falsch. Ich will ja schon lange, dass du dein Leben in den Griff kriegst. Aber das hat hier auch nicht funktioniert. Immer kam was dazwischen. Meinst du, du kannst dort einfach so tun, als wärst du nicht du? Als wär dort dann plötzlich alles anders?“

Was, wenn das stimmt? Was, wenn es wirklich nicht an dieser Stadt liegt sondern nur an mir? Ziehe ich die ganze Scheisse einfach mit mir mit? Nein. Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. „Ja … es muss einfach. Es fühlt sich richtig an.“ „Wenn du meinst… Das denkst du aber jetzt nicht nur wegen deiner neuen Freundin oder?“ Meint Edona schnippisch. „Was? Welche Freundin?“ „Tu jetzt nicht so. Jasa hat mir erzählt, dass du so eine St. Galler Tusse kennengelernt hast.“ „Bist du etwa eifersüchtig? … Erstens ist sie nicht meine Freundin und Zweites ist sie keine St. Gallerin, sondern eine Appenzellerin und Drittens … warum muss ich mich eigentlich rechtfertigen?“ „Schon gut … du musst nicht rechtfertigen warum du uns einfach den Rücken zuwendest.“ „Du gönnst mir nicht, dass ich es geniesse, dass mein Leben endlich mal etwas abbremst? … ich wende niemandem den Rücken zu. Das bedeutet doch alles nicht, dass ich euch, dich nicht mehr in meinem Leben will. Nur weil sich die Wege etwas ändern, heisst das nicht, dass ich nichts mehr mit dir zu tun haben möchte. Du weisst genau wie wichtig du mir bist.“ „Und doch verlässt du mich für die Schlampe? Wie soll ich das verstehen?“ Edona dreht sich seitlich ab und starrt die Wand an. „Das denkst du? Ich verlasse dich? Du weisst, dass das nicht stimmt … Wer ist letztes Wochenende in der Nacht sofort los um zu dir zu kommen, weil es dir scheisse ging? Wer telefoniert oder schreibt mit dir stundenlang, weil du reden möchtest? … und du weisst, dass ich das grundsätzlich nicht mag. Das tu ich nur für dich.“ Sie ignoriert mich und starrt weiter an die Wand. „Du redest also jetzt nicht mehr mit mir? … ok. Dann kann ich ja gehen … meld dich, wenn du dich wieder eingekriegt hast.“ Etwas angepisst von ihrer Gezicke stehe ich auf, schiebe meinen Stuhl an den Tisch, nehme meinen Rucksack und gehe zur Haustüre. Beim Rausgehen höre ich nur noch ein „Viel Spass mit der Bitch!“.

Ich kapier nicht ganz was hier los ist. Und vor allem ist Lara keine Schlampe. Sie ist ein grossartiges Mädchen. Würde sie verstehen, wenn sie sie kennen würde. Ein gutes. Ein anständigeres als viele die ich so kenne. Sie ist nett, witzig und wunderschön. Es fühlt sich gut und richtig an, Zeit mit ihr zu verbringen. Sie kommt aus einer ganz anderen Welt. Eine Welt in der ich auch gerne sein möchte. Wenn ich bei ihr bin, bin ich glücklich. Das darf ich doch auch sein oder? Jasa hat mir letzte Woche schon gesagt, dass ich mich wohl verliebt habe. Langsam glaube ich das auch. Das ist sie also? Diese Liebe? Ich dachte, ich wär auch schon verliebt gewesen. Hab mich wohl geirrt. Musste ich wohl erst ein kleines, freches Appenzellerchen treffen um das zu erfahren.

Morgen seh ich sie wieder. Sollte ich ihr gestehen, was ich für sie empfinde?

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Gott, Welt, diesdas..

bäh..

Na, ihr Pimmler..

Mag sein, dass ich momentan grundsätzlich ziemlich angespannt und entnervt bin.

..wem mach ich was vor? Ich bin total entnervt, die Menschheit geht mir gehörig auf den Sack und ich wäre so gerne alleine und hätte meine Ruhe vor ihr!

Meiner aktuellen Stimmung zum Trotz, war ich gestern Abend aus.

Zugegeben, mit „lass uns irgendwo Eis essen gehen.“ war es dann doch nicht so schwer mich aus dem Haus zu kriegen.

Wir holten uns Eis, was zu Trinken und wollten dann bisschen am See spazieren.

In dem Laden in dem wir waren, sass ein älterer Herr an einem dieser kleinen Bistro-Tische. Der starrte die ganze Zeit meine Begleitung an.

Klar, ich verstehe, dass man sie sich anschaut. Ich finde sie ja auch sehr attraktiv. Da ist nichts dabei. Aber wenn dir dabei fast schon der Sabber aus den Mundwinkeln tropft, ist das einfach nur noch eklig.

Beim Rausgehen habe ich ihm gesagt, dass er sich zusammenreissen und eventuell doch seinem Alter entsprechend auch benehmen soll. Perplex sah er mich an und wir verschwanden aus dem Lokal.

Sie lachte und sagte, dass ich sie nicht vor alten Säcken beschützen müsse.

Darum ging es mir nicht. Ich fands einfach nur eklig. Und ich hätte ihm das auch gesagt, wenn ich nicht ihre Begleitung gewesen wäre.

Wir schlenderten dem Ufer entlang und da ging es weiter. Ein paar Typen waren bei einer Parkbank, haben getrunken und Musik gehört. Nicht verwerflich. Als wir an ihnen vorbeigelaufen sind, fing es an mit dem Nachpfeifen und primitiven Sprüchen.

Ich möchte allen da draussen, die denken, dass es völlig ok ist einer Frau einfach so nachzustellen, dasselbe fragen, was ich die Jungs gefragt habe:

Was denkt ihr eigentlich was passiert, wenn ihr Frauen so plump anmacht?

Dass sie sich später unter der Dusche selbst befriedigt und dabei an euch denkt, wie geil männlich und animalisch ihr doch wart?

Denkt ihr, dass sie in diesem Fall, deswegen meine Hand loslässt zu euch kommt und sich willig für spontanen Sex anbietet?

..ich denke eher nicht.

Was genau versprecht ihr euch davon, ihr Holzköpfe?

Im Ernst, ich verstehe es ist Sommer. Es ist warm, man bekommt den ganzen Tag, sehr viel Haut von sehr vielen hübschen Frauen zu sehen. Das kann das Kopfkino schon anregen. Got it! Aber das ist keine Begründung, geschweige denn eine Rechtfertigung dafür, sich wie hängengebliebene, notgeile Affen zu benehmen.

..sorry. Wollte keine Affen beleidigen.

Während ich das schreibe, rege ich mich schon wieder auf. Ich finde euch einfach nur peinlich, eklig und das schlimmste ist, weil ich ein Typ bin, gehöre ich automatisch zu eurem Scheisshaufen dazu.

Ich versuche es euch mal zu erklären. Ja, sie trug Hotpants. Ja, sie hatte ein Crop Top und keinen BH an. Aber das müsst ihr verstehen, denn es war heiss und JEDER DARF VERDAMMT NOCHMAL ANZIEHEN WAS ER WILL, BRAUCHT DA KEINE SPEZIFISCHE RECHTFERTIGUNG DAZU UND SELBST WENN SIE NACKT RUMGELAUFEN WÄRE IST DAS KEINE AKZEPTABLE BEGRÜNDUNG FÜR SO EIN GEHABE!

Schau es dir halt einfach an, geniess den Anblick, behalt das Bild meinetwegen in deinem Kopf, aber halt die Fresse und sabber nicht rum! Beherrsch dich!

Ist das wirklich so schwer?

Und bevor hier irgendwer ankommt und mir irgendwas erklären will: Nein, das ist nicht männerfeindlich. Es geht mir hier nur um die Holzköpfe, die sich nicht beherrschen können. Nein, es gibt keinerlei Umstände, dieses Verhalten zu rechtfertigen. Behalt deine Scheisse für dich.

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Das Leben und Ben

#16 Du hast dir ja wirklich Gedanken gemacht

«Hallo Ben, komm oh mein Gott!» Frau Richard, mein Vormund, steht im Türrahmen zu ihrem Büro und schaut mich entsetzt an. «Wie siehst du denn aus? Geht es dir gut? … bitte sag mir nicht, dass du dich wieder geprügelt hast. Wir hatten das doch schon.» «Mir geht es gut.» auf den Rest reagiere gar nicht erst. «Komm, setz dich.» Sie zeigt auf einen der Stühle an ihrem Bürotisch und läuft zu einem kleinen Beistelltisch mit einem Krug Wasser und ein paar Gläsern. «Möchtest du ein Glas Wasser?» Ich schüttle den Kopf und setz mich. «Na gut … erzähl mal. Wo kommen die Blutergüsse in deinem Gesicht her?» Sie sieht mich mit einem ernsten Blick an. «Ist beim Skaten passiert.» «Beim Skaten?» Frau Richard schaut mich skeptisch an. Ich nicke. «Und das soll ich dir glauben?»

Was will sie hören? Dass es gestern eine Gruppenschlägerei gab am Bucheggplatz? Und dann? Dann hält sie mir wieder einen Vortrag darüber, dass ich aufpassen muss, damit ich nicht aus der Wohngruppe fliege, weil die sowas nicht tolerieren können. Dass ich eh schon mit einem Fuss auf der Strasse bin wegen anderen Geschichten und bla bla… Ja ich weiss… Ist mir bewusst… Aber was soll ich denn machen? Wir haben die Schlägerei nicht angefangen. Aber das glaubt uns sowieso wieder keiner. Denn wir sind die verhaltensauffälligen Heimkinder und die anderen die Normalen. Wir sind immer schuld. Egal ob wir was getan haben oder nicht. Und ausserdem waren wir wirklich Skaten am Irchel. Also nur indirekt gelogen, nicht? «Ja. Wir waren Skaten.» «Ok … ich sehe, du willst nicht reden, dann lassen wir das. Wenn du der Meinung bist, dass dir das weiterhilft. Ich möchte nur, dass du weisst was auf dem Spiel steht, wenn du dich nicht an die Auflagen für die Wohngruppe hälst. Die Konsequenzen sind dir bewusst, oder?» Ich nicke. Frau Richard notiert irgendwas auf einen Block, legt den Stift zur Seite und schaut mich fragend an. «Und was gibt es sonst Neues im Leben von Ben? … ausser den Hämatomen und Schürfwunden im Gesicht.» «Weiss nicht…» «Wie läuft es in der Berufsschule?» «Ganz ok.» «Ihr kriegt bald Zeugnisse. Du weisst, dass ich die auch bekomme. Gibt es etwas, das ich wissen sollte?» «Nope.» «Und am Arbeitsplatz? Alles in Ordnung? Am 24. fällt wieder ein Standortgespräch mit deinem Ausbildner an. Gibt es da Themen, über die du gerne sprechen möchtest?» «Nope.» «Und wie läuft es mit deiner Freundin … Vanessa? … seid ihr noch zusammen?» «Larissa. Ja sind wir. Wir denken darüber nach zusammenzuziehen.» «Du willst raus aus der Wohngruppe?» «Irgendwie schon. Ich meine… die ist schon ok. Aber irgendwie nerven mich die anderen.» «Wie nerven die dich denn?» «Daniela zickt die ganze Zeit wegen irgendwas rum, Yasmine blockiert dauernd das Bad und Sven… ist einfach ein Spasst.» «Ich dachte eigentlich, dass du gerne in der Wohngruppe wohnst. Hast du mal versucht mit deinen Mitbewohnern zu reden darüber?» «Worüber? Dass ich sie nicht mag und sie mir auf den Sack gehen? Nein. Hab ich nicht. Die wissen das schon … die Wohngruppe an sich ist ja sonst ganz ok … Besser als im Heim.» «Soll ich mir das notieren und bei der nächsten WG-Sitzung ansprechen?» «Nope. Passt schon.» Frau Richard notiert sich wieder irgendwas. «Haben du und Vanessa denn schon konkrete Pläne bezüglich des Zusammenziehens?» «Larissa. Eigentlich schon. Aber wir haben noch keine Wohnung gefunden und ich muss von ihnen ja noch die Erlaubnis bekommen dann. Oder einfach ein Jahr warten, bis ich 18 bin.» «Wie wollt ihr euch denn eine Wohnung leisten? Dein Ausbildungslohn reicht da wohl kaum aus. Und sie? Verdient sie genug für eine Wohnung?» «Sie verdient gar nichts. Sie geht zur Schule und will dann an die Uni.» «Also ihr habt kein Geld, wollt aber eine Wohnung? Vielleicht solltet ihr das noch einmal überdenken. Meinst du nicht?» «Ich habe nachgefragt. Solange ich in Ausbildung bin, bekomme ich ja noch das Geld für meine Fixkosten und so. Auch wenn ich in eine private Wohnung umziehe. Das ist nicht sonderlich viel, aber reicht für ein paar Dinge. Für die Miete haben wir einen Deal mit ihrem Vater. Er übernimmt den Mammutanteil und ich steuere einen kleineren Teil zur Miete bei. Als Gegenleistung helfe ich ihm, den Garten umzugestalten diesen Sommer.  Und nächstes Jahr bin ich fertig mit der Ausbildung. Dann verdiene ich ja wohl etwas mehr. Dann wird ein neuer Plan gemacht.» Sie schaut mich verblüfft an. «Du hast dir ja wirklich Gedanken gemacht und geplant.» Ich nicke. «Gut Ben. Wenn das wirklich so funktionieren wird, hast du von meiner Seite grünes Licht … Ich sehe mich mal ein bisschen um wegen Wohnungen. Ist es möglich, dass ich mich mal mit ihrem Vater unterhalten kann? Nicht, dass ich dir nicht glaube, aber ich muss mich absichern, damit ich dich guten Gewissens ausziehen lassen kann.» «Klar doch. Reden sie mit ihm doch einfach am 24. darüber.» Frau Richard schaut mich etwas verdutzt an. «Am 24.?» «Jap. 24. … Sie erinnern sich? … Das Standortgespräch? … Mein Chef? … ist Larissas Vater.» «Oh… das wusste ich nicht.» Sie notiert wieder irgendwas. «Na jetzt wissen sie es ja. … kann ich dann gehen?» Frau Richard nickt. «Dann bis in 2 Wochen.» Ich stehe auf und gehe aus dem Büro. «Ben. Warte!» Ruft sie mir nach. «Wir müssen noch einen Termin abmachen für deine Buchhaltung.» «Ach.. ich bringe ihnen meine Einzahlungsbelege einfach am 24. mit.» «Nein Ben. So geht das nicht.» Den Rest von dem was sie sagt, höre ich nur noch als Gemurmel, weil ich gerade die Türe schliesse und schnell durch den Flur ins Treppenhaus gehe, bevor sie mir nachkommt.  

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Gott, Welt, diesdas..

#FCKSVP

Ich wollte das «Extrablatt» der SVP komplett durchlesen, analysieren und einen Faktencheck machen.

Wollte ich wirklich.

Aber die haben ja auch keine Fakten. Also sie tun einfach so.

..aber das sind keine Fakten sonder irgendwas zusammengewursteltes, was sie aus Kontext gerissen und/oder lückenhaft interpretiert haben. Mit grossen Lücke.

..und mit gross, meine ich GROSS.

Da muss ich auch keine Fakten bringen oder? Soll ja auf Augenhöhe stattfinden.

Es war so, erst habe ich mich einfach nur aufgeregt. Doch irgendwann wurde mir schlecht wegen dem ganzen demagogischen Bums, den diese Partei ungefragt in meinen Haushalt scheisst! Und nicht nur in meinen.

Praktisch jeder hat diese Papierverschwendung in seinem Briefkasten.

Ich habe alle Artikel gelesen. Ohne Ausnahme.

..würg

Ich könnte wirklich kotzen beim Gedanken daran, dass das überall verbreitet wird.

..und die auch noch Menschen finden, bei denen sowas auf fruchtbaren Boden stösst.

Warum ich das fast das Kotzen bekommen habe?

Wegen solchen Dingen:

Veränderungen beim Klima bereiten derzeit zahl­reichen Menschen Sorge. Links-grüne Ideologen versuchen, diese Situation schamlos auszunutzen, um ihre untauglichen Rezepte salonfähig zu machen. … Auf die schrille Panikmache soll der sozialistische Umbau unserer Gesellschaft folgen. „ Veränderungen beim Klima bereiten derzeit zahl­reichen Menschen Sorge. Links-grüne Ideologen versuchen, diese Situation schamlos auszunutzen, um ihre untauglichen Rezepte salonfähig zu machen. … „

Wer macht hier wem Angst?

„Mit der Angst vor dem Weltuntergang wurde schon immer Politik gemacht. Umweltschutz ist richtig. Aber die links-grünen Klima­hysteriker wollen vor allem eines: den Mittelstand ökologisch abzocken … „

„Als mein Enkel vor 11 Jahren geboren wurde, hatte die Schweiz eine Bevölkerung von 7,6 Millionen. Heute leben als Folge der ungebremsten Zuwanderung bereits 8,6 Millionen Menschen hier. … „

Ja. Über 8 Millionen, bald 9 Millionen Menschen in unserem Land. Aber der Bevölkerungszuwachs (wohl gemerkt über 11 Jahre! Nicht 3 Tage..) ist nicht bzw. nur zu einem Teil im Zusammenhang mit Zuwanderung. Einem durchaus verkraftbaren Teil.
..Bundesamt für Statistik lässt grüssen!

„Am liebsten würden linke Kreise den Klimawandel zum Fluchtgrund erklären und auf Kosten der Schweizer Steuerzahler weitere Zehntausende Wirtschaftsmigranten ins Land holen. Das wäre wohl das Ende des Sozialstaates: Denn die verfehlte Asylpolitik des Bundes strapaziert bereits heute die Solidarität der Bevölkerung. … „

Du strapazierst die Solidarität der Bevölkerung, lieber Andreas!

Die Schweiz – führend im Umweltschutz

äh.. nein.. nicht so ganz..

Mobility Pricing und mittelalterliche Wegzölle – Abzockerei mit grünem Mäntelchen

Die Folgen link-grüner politik: Autofahren nur noch für Reiche?

„Mit der Stromversorgung wird es in naher Zukunft eng, der Schweiz droht ein Blackout. … „

Zum Frauenstreiktag:

„Gewalt gegen Frauen hat einen Namen: Nichtintegrierte! …“

..und das von einer Frau.

Landwirtschaft zu Unrecht am Pranger

Na das kann man jetzt so oder so sehen..

SVP-Einsatz für die Landwirtschaft im Bundeshaus

..als ob keiner merkt, dass ihr einfach bei einer der mächtigsten Lobbys, der Bauerlobby lutscht!

Lokal einkaufen ist der beste Umweltschutz

Was will man uns damit wohl suggerieren? Na? Irgendeiner?

Das ist nur ein klitzekleiner Teil an Auszügen und Überschriften aus diesem Extramüllblatt.

Liebe Alle,

Hinter solchen Aussagen stecken keine volksnahen Politiker mit einem Interesse am Wohlergehen des Volkes.

Wären sie das, würden sie uns wirklich aufklären, weniger Tatsachen verdrehen, sie würden echte Diskurse führen und nicht einfach immer ihre Merksätzchen abspulen und mit Schlagzeilen um sich werfen in Diskussionen. Dahinter stecken keine eigenen Gedankengänge. Solche Menschen möchten nicht, dass du selber denkst, dass du aufmerksam zuhörst und auch mal Dinge hinterfragst. Solche Menschen plädieren auf Indoktrinierung. Treue Schäfchen wollen gezüchtet werden. Schäfchen die nachlaufen und einfach ihrem Leithammel vertrauen, auch wenn dieser sich eine Klippe hinunterstürzt.

..Schäfchenmetapher war Absicht.

Diese verwaschene Polemik kommt nicht von Menschen, die gemeinnützig denken, deren Horizont weiter reicht als zum eigenen Profit oder die über ihre Selbstdarstellung hinaus agieren.

In braunen Tümpeln fischen ist nicht schwer.

Panik schüren und abseits von jeglicher Evidenz argumentieren grenzt an Machtmissbrauch. ..oder überschreitet diese Grenze sogar.

Glaubt nicht, was euch dieser Verein weis zu machen versucht.

Informiert euch selbst.

Bei den Fachleuten. Nicht bei ein paar verkorksten, faschistoiden Holzköpfen.

Danke.

..Rant off.

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Das Leben und Ben

#15 Kann ich aber nicht

Die Handknöchel meiner rechten Hand sind geschwollen, schimmern bläulichrot, schmerzen und die von Zeige- und Mittelfinger sind blutverkrustet.

Stechende Schmerzen in meinen Rippen bei jedem Atemzug. Ich zieh mein Shirt hoch und sehe die Hämatome und ein paar Schürfwunden auf meinem Brustkorb.

Ich trotte aus dem Schlafzimmer ins Bad. Mein Kopf schmerzt, mein linkes Auge ist blau und angeschwollen. Sehe ich gerade im Spiegel. „Fuck!“.

Wir waren gestern aus.

Eigentlich war alles gut. War mit Larissa im Club. Haben getanzt, getrunken und Spass gehabt. Bis irgendwann Goran mit ein paar seiner seiner Jungs aufgekreuzt ist.

Allesamt Spassten, die einen auf Gang machen und denken, die Stadt gehört ihnen. Richtig behindert. Wir alle haben „Boyz n the Hood“ gesehen. Aber denen hat der Film ins Gehirn geschissen. Das und die Musikclips auf MTV. Gangsta-Rap aus Übersee.

Klar, höre ich auch. Aber ich vergleiche Zürich nicht mit Haarlem oder Compton. Und vor allem komme ich nicht aus gut situiertem Umfeld und mache einen auf Strassengangster. Sag ja, richtig behindert sind die Vollidioten.

Na, jedenfalls sind die plötzlich da aufgetaucht. Habe sie erst bemerkt, als sie Larissa und mich einkreisten.

„Ben? Alles ok?“ Larissa hat sich ins Bad geschlichen. „Ja … geht schon. Tut mir leid. Habe ich dich geweckt? Wollte ich nicht.“ Larissa schüttelt den Kopf. „Magst du einen Kaffee? … Ich mach uns welchen.“ Ich nicke, lächle sie etwas verkrampft an und gebe ihren einen Kuss auf die Stirn, bevor sie in Richtung Küche verschwindet.

Ich gehe ins Schlafzimmer, zieh mich an und gehe auch in die Küche.

„Hier.“ Larissa hält mir eine Tasse mit frischem Kaffee hin. „Danke.“ Ich setze mich an den Küchentisch, während Larissa am Tresen lehnt. Wir sehen uns schweigend an und trinken unsere Kaffees. Larissa unterbricht die Stille. „Du musst zum Arzt und dann zur Polizei.“ Ich sehe sie fragend an. „Über den Teil mit dem Arzt können wir gerne reden … aber ich geh bestimmt nicht zu den Bullen.“ „Aber du musst die Arschlöcher doch anzeigen! Du wurdest von denen verprügelt! … wenn du es nicht machst, mach ich es.“ Eben war sie noch ruhig und entspannt und jetzt ist sie völlig aufgebracht. „Tu das bitte nicht Larissa … das bringt eh nichts … die kriegen dann vermutlich die Kappe gewaschen und ne Ohrfeige in Form irgendeiner kleineren Strafe oder so und dann, dann sind die noch wütender und hassen mich noch mehr … ausserdem weisst du genau, dass ich nicht mit Bullen rede und jemanden verpfeife.“ Larissa starrt in ihre Tasse und tigert in der Küche hin und her. Abrupt bleibt sie stehen, schaut mich an und ich sehe, wie ihre Augen wässrig werden. „Aber es ist das einzig richtige … Warum machst du immer das Falsche?“ Ich schüttle den Kopf. „Ich mache nicht das Falsche.“ Larissa läuft eine Träne über die Wange. „Doch Ben. Tust du.“ Ich steh auf und möchte sie in den Arm nehmen, aber Larissa stösst mich weg. „Lass mich.“ Sie wischt die Tränen weg, geht aus der Küche, setzt sich aufs Sofa, nimmt ein Kissen, drückt es sich ans Gesicht und schreit hinein.

Langsam nimmt sie das Kissen vom Gesicht weg und hält es fest in den Armen. „Es ist der Job der Polizei, sich um solche Dinge zu kümmern. Nicht?“ Sie schaut mich fragend an. „In dem Teil der Welt wo du herkommst vermutlich schon.“ „Was soll denn das jetzt heissen, der Teil wo ich herkomme?“ fragt Larissa wütend. „Na der Teil, in dem alles nach den Regelbüchern läuft. Dort wo alles sauber, gepflegt und der Rasen exakt 4 Zentimeter hoch zu sein hat … da lebt man. In Sicherheit, ruhig und satt. Putzt jedes Wochenende sein Auto, jeder kümmert sich um sich und wenn in dem Gehege irgendwas mal bisschen randaliert, übergibt man die Problemlösung dem Staat.“ „Dein Ernst? So siehst du das?“ „Ja. In etwa.“ Larissa steht auf, stellt sich vor mir auf hämmert mir 3 Mal auf die Brust. „Du bist so ein Idiot!“ Ich beiss mir auf die Zähne und versuche die Schmerzen zu unterdrücken. Nicht, dass sie sonderlich stark zugeschlagen hat. Aber so Schläge auf einen Bluterguss schmerzen ganz schön.

Larissa schaut mich vorwurfsvoll an. „Liebst du mich?“ Ich nicke. „Wenn du mich liebst, dann geh zur Polizei.“ „Das ist nicht fair.“ „Scheiss auf fair! Wenn du nicht alleine drauf kommst das Richtige zu tun, muss man dich eben zwingen.“ „Und wenn ich es nicht mache?“ Larissa senkt ihren Blick gegen Boden und nimmt einen tiefen Atemzug. „Dann muss ich wohl zurück … in meine Welt … Ich kann das nicht mehr. Ich komme nicht klar mit dieser ganzen Scheisse immer…“

Das ist wohl der Moment, in dem ich ihr sagen sollte, dass sie recht hat, ich ein Trottel bin und wir zusammen die Scheisse abhaken und ein neues Leben anfangen oder sowas … kann ich aber nicht

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Gott, Welt, diesdas..

SPOILER! ..hat was mit Musik zu tun

Na, ihr Pimmler..

Es war einmal eine Challenge.

Eine 30-Day Song Challenge.

Und was soll ich sagen, ich weiss doch auch nicht, warum man aus jedem Scheiss eine Challenge machen muss.

..egal.

Da ich bei solchen Sachen ja gewohnt immer ganz vorne mit dabei bin, habe ich auch bei dieser Challenge nicht erst ein paar Tage (Monate) gewartet, bis ich sie dann auch mache.

Und natürlich setzte ich sie auch genau so um, wie es ursprünglich gedacht ist.

Die 30-Days Song Challenge Regel besagt, dass man 30 Tage lang, jeden Tag einen Song postet, der den erwähnten Kriterien des jeweiligen Tages entspricht.

Sprich, ich haue jetzt einfach alle 30 Songs auf einmal raus.

..ha!

Was denn?

Der Universal-Hugo hat das schliesslich auch gemacht!

Genug gelabert. Zeit für Musik!

Tag 1: Schwarze Nelken – Morlockk Dilemma

Tag 2: N 2gether Now – Limp Bizkit

Tag 3: Corona and Lime – Shwayze

Tag 4: Just Drop Dead – Limp Bizkit

Tag 5: Baby (T.U.M.H.) – Eskimo Callboy

Tag 6: Never Lose – Deluxe

Tag 7: The Luck You Got – The Highg Strung

Tag 8: Feel Good Hit of the Summer – Queens oft he Stone Age

Tag 9: What`s My Age Again? – Blink 182

Tag 10: Michael X – Casper

Tag 11: Here We Go Again – A

Tag 12: Claudia hat nen Schäferhund – Die Ärzte

Tag 13: I Put A Spell On You – Screamin` J Hawkins

..ja, ja ..der ist von 1956. FRESSE!

Tag 14: Te Quiero Puta! – Rammstein

..was denn?!

Tag 15: Behind Blue Eyes – Limp Bizkit

Tag 16: Nashorn – Olli Banjo

..ich definiere «Klassiker» noch immer selber, ja.

Tag 17: Whiskey in the Jar – Metallica

Tag 18: Do You Really Want to Hurt Me – Culture Club

Tag 19: Treibjagd – Audio88

Tag 20: God Save the Queen – Sex Pistols

Tag 21: Mike – Morlockk Dilemma

Tag 22: Was würde Lemmy tun? – DNP

Tag 23: Mer Sötted Schiebe – EKR

Tag 24: London Calling – The Clash

Tag 25: Hit `Em UP – 2Pac

Tag 26: Fanpost – Clueso

Tag 27: Vogel flieg – Silla

Tag 28: Black Jesus – Everlast

Tag 29: Teenage Mutant Ninja Turtles Theme

Tag 30: A Little More Time – CXT

So. Das wars..

Natürlich habe ich mir auch noch die Mühe gemacht und euch die Songs in eine Playlist gepackt.

Hab leider keine Spotify.

..sorry, not sorry gell. Tschau!

Hier gehts zur Playlist†

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Das Leben und Ben

#14 „Zieh dich an. Du musst uns fahren!“

„Darf ich reinkommen?“

Es ist spät. Wollte eigentlich gerade ins Bett, als die Hausglocke sturmgeläutet hat.

Edona steht vor der Türe. Ihr Make-up ist tränenverschmiert und sie zittert am ganzen Körper.

„Klar. Komm rein.“ Ich schliesse die Türe hinter ihr. Sie packt mich, schliesst ihre Arme fest um mich und weint. „Was ist denn passiert?“ frage ich sie, während ich meine Arme um sie lege. Edona antwortet nicht.

„Was ist denn hier los?“ Der unerwartete Besuch hat Larissa geweckt, die ihren Kopf aus dem Schlafzimmer streckt und uns fragend ansieht.

Ich schaue zu ihr rüber und zucke mit den Schultern.

Sie kommt auf uns zu und streicht Edona sanft über dem Rücken. „Hey, wollen wir uns auf Sofa setzen? … magst du einen Tee? … ich mach dir einen Tee.“ Larissa geht in die Küche. Ich löse meine Arme von Edona und wir gehen langsam zur Couch. „Kannst du mich bitte einfach wieder in den Arm nehmen?“ Erst jetzt sehe ich, dass ihr rechtes Auge blutunterlaufen ist und sie eine Schramme an der Wange hat. In dem Moment steigt Wut mit einem übermächtigen Druck in mir auf. Es fällt mir schwer ruhig zu bleiben. „Wie ist das passiert? Wer war das?!“ „Beruhig dich Ben.“ Larissa legt eine Hand auf meine Schulter und stellt die Tasse mit dem Tee vor Edona auf den Tisch. „Trink Süsse … und dann erzähl in aller Ruhe … wenn du möchtest.“

Edona setzt sich langsam aufrecht hin, greift nach der Tasse und nippt an dem frischen Tee.

„Ich hab dir doch von Michael erzählt. Ich war ihn besuchen.“ „Der Typ aus dem Kurs?“ „Ja, der…“

Michael ist ein Junge aus einem Kaff ausserhalb. Sie haben sich in einem Kurs der Berufsschule kennengelernt. Ich selber habe ihn erst ein Mal gesehen, als ich mich mit Edona nach diesem Kurs getroffen habe. Ein komischer Vogel. Aber fairerweise muss ich einräumen, dass ich das von sehr vielen Menschen denke die ich so treffe.

Edona erzählt uns was an diesem Abend alles passierte. Wie sie mit der S-Bahn da rausgefahren ist, dass sie in dem Haus wo er wohnt, im Keller zusammen was getrunken haben und eigentlich alles nach einem gemütlichen Abend aussah, bis 2 Kumpels von ihm aufgetaucht sind. Plötzlich geriet alles aus den Fugen. Sie fingen an sie zu beschimpfen als Zigeunerschlampe. Sie dachte erst, dass das einfach sowas wie deren Humor wäre und habe gekontert. Sie hörten aber nicht mehr auf sie weiter zu beleidigen und wurden immer ausfallender. Als sie aufstand und gehen wollte, wurde sie zurückgehalten. Sie haben sie rumgeschubst, betatscht und fortlaufend mit rassistischen Äusserungen beleidigt. Der eine hat sie dann festgehalten und versuchst seine Hand in ihre Hose zu stecken. Da hat sie ihn, so fest sie konnte, gebissen. Er liess ab, verpasste ihr eine Faust und sie knallte gegen die Wand. Das war der Moment in dem sie davonlaufen konnte. Sie sind ihr noch ein Stück nachgerannt, aber gaben irgendwann auf.

„ … und jetzt ist meine Tasche mit meinen Sachen noch da … und ich weiss nicht, was ich machen soll.“ Edona starrt apathisch die Tasse an, die sie fest in ihren Händen hält.

Die Wut in mir kochte weiter und weiter hoch, während Edona erzählt hat. „Wir sollten zur Polizei und die Arschlöcher anzeigen!“ meint Larissa, während sie einen Arm um Edona legt.

„Sag mir wo dieses Stück Scheisse wohnt!“ Ich steh auf, gehe ins Schlafzimmer und hole meine Kleider. „Nein! Beruhig dich!“ ruft Larissa mir hinterher. „Sag mir wo dieses Dreckschwein wohnt! Dafür werden die büssen!“ „Jetzt beruhige dich Ben! Das ist keine Lösung!“ schreit Larissa mich an. Edona sitz noch immer regungslos auf dem Sofa und starrt die Tasse an. „Keine Polizei.“ sagt sie leise. Larissa und ich schauen zu ihr. „Was hast du gesagt?“ fragt Larissa. „Keine Polizei.“ wiederholt sie.

Ich setze mich neben Edona und lege meinen Arm über ihre Schultern. „Dann sag mir wo er wohnt.“

Edona kramt einen Zettel aus ihrer Hosentasche. Darauf ist eine Telefonnummer, eine Adresse und unten rechts steht Michael mit einem kleinen Herzchen verziert.

Ich gebe Edona einen Kuss auf den Kopf, fahre ihr mit meiner Hand über den Rücken und stehe auf. Larissa stellt sich vor mich hin und legt mir ihre Hand auf die Brust. „Lass das. Bitte!“ Ich nehme ihre Hand und zieh sie von mir weg. „Nein.“ Ich zieh mir meinen Pullover über und ziehe mir meine Schuhe an. „Bitte Ben! Ich flehe dich an! Das ist keine Lösung! … du bekommst nur Ärger! Überlass das der Polizei. Bitte!“ Larissa hält mich fest. „Du hast sie gehört. Sie will nicht zur Polizei. Ausserdem, was machen die schon? Die unfähigen Bastarde.“ „Ich will nicht, dass dir was passiert! Verstehst du das denn nicht?“ Larissa fängt an zu weinen. „Es ist scheissegal was mit mir passiert. Niemand misshandelt meine Lieblingsmenschen. Niemand!“ Ich reisse mich von Larissa los und öffne die Haustüre. „Ich muss einfach … Du musst das verstehen.“ sage ich beim Rausgehen. „Ich verstehe es aber nicht!“ ruft Larissa mit hinterher.

Dann verstehst du es eben nicht, denke ich mir. Das spielt keine Rolle.

Ich warte an der Haltestelle auf die Tram und fahre mit, in Richtung Irchel.

Während ich dort durch das Quartier gehe, schwirrt mir pausenlos durch den Kopf, was diese Ratten, Edona angetan haben.

Ich klingle. Nochmal. Nochmal. Beim vierten Mal ertönt das Geräusch des Türöffners. Ich drücke die Türe auf und gehe in den 3. Stock. Mike, der Mitbewohner von Jasa, steht in der Türe. „Alter, was klingelst du denn hier so wild rum, wie so ein geistig behinderter Postbote?“ er lacht. „Fresse Kurwa! Ist Jasa da?“ „Chill Alter! Nicht so aggro, Dicker … ja der ist da … Jasa!“ ruft Mike in die Wohnung. Jasa kommt zur Türe. „Was schreist du denn hier so rum? Nen Plan wie spät es ist, Kurac?“ Jasa verpasst Mike einen Nackenklatscher. Während dieser seinen Hinterkopf reibt, schaut mich Jasa an „Wasn los Dicker?“ „Michael. Sagt dir was?“ Er sieht mich fragend an. „Welcher Michael?“ „Michael aus Edonas Berufsschule.“ „Ah der..“ „Er dachte, es wäre eine gute Idee, mit 2 Freunden deine Schwester zu erniedrigen und misshandeln … die sind fällig!“ Ich sehe wie sich die Kiefermuskulatur von Jasa anspannt und sich seine Nasenlöcher weiten, während er tief einatmet. „Die haben was?!“ er unterdrückt ein Schreien. Er schüttelt den Kopf. „Fuck! Fuck! Fuck!“ Jasa zieht sich Schuhe an und sagt zu Mike, der etwas überfordert im Türrahmen steht: „Zieh dich an. Du musst uns fahren!“ Mike zögert kurz, nickt dann aber. Er zieht sich ebenfalls an und wir gehen runter auf die Strasse zu Mikes Auto.

Während der Fahrt erzähle ich den beiden ins Detail alles, was ich von Edon darüber weiss.

In dem Kaff angekommen, parkt Mike den Wagen auf der gegenüberliegenden Strassenseite. „Endstation.“ Wir steigen aus. „Du bleibst hier Mike.“ sagt Jasa. „Was? Nein. Ich komme mit. Ben hat gesagt die waren zu dritt. Ihr könnt da nicht zu zweit rein.“ „Wir wollen dich da nicht mit reinziehen.“ „Hey! Ich kenne Edona auch! Und diese Schweine kotzen mich an! … Mir egal was ihr meint. Ich komme mit!“ Jasa schaut mich an. Ich zucke gleichgültig mit den Schultern. „Na dann komm mit.“

Wir überqueren die dunkle Strasse. In den Haus brennt noch Licht. Jasa klingelt lange. Ein Typ öffnet die Türe. „Michael?“ fragt Jasa. „Äh.. Ja? Und ihr seid?“ Die Frage beantwortet Jasa umgehend mit einer gerade durchgezogenen Faust in sein Gesicht. Der Typ torkelt rückwärts ins Haus. „Jebem!“ schreit Jasa, geht ihm nach und verpasst ihm einen Tritt. Er fällt zu Boden. Ich hole aus und trete ihm in den Bauch. „Na?! Findest du das geil?! Stehst doch drauf! Gib es zu! Erniedrigung. Missbrauch. Quälen! Dass doch genau dein Ding! Skurvysyn!“ Mike schnappt sich einen Schirm von der Garderobe und zieht ihn damit eine über. „Liebe Grüsse von Edona du Drecksau!“. Ein Poltern ertönt hinter der einen Türe. Sie geht auf. 2 andere Typen stehen plötzlich im Flur. „Was ist denn hier.. oh scheisse!“ ruft der eine aus. Sie sehen uns erschrocken an und verschwinden wieder hinter der Türe. Man hört, dass sie sie von innen abschliessen und irgendein aufgeregtes Gemurmel. Ich hämmere mit der Faust gegen die Türe. „Macht sofort dieses scheiss Ding auf!“ brüll ich sie an.

Nichts tut sich.

„Mach Platz!“ Jasa drückt mich zur Seit und fängt an, gegen die Türe zu treten. Sonderlich stabil ist dieses Ding nicht. Nach ein paar Mal treten und sich dagegen Stürzen hat Jasa sie aufgebrochen. Wir gehen die Treppe runter und da stehen die zwei Anderen. „Hört zu. Keine Ahnung was ihr wollt von uns. Wir haben nichts getan.“ sagt der eine und kommt langsam ein paar Schritte auf uns zu. „wollt ihr Geld? Ich hab nicht viel, aber ihr könnt alles haben.“ Er wirft uns seinen Geldbeutel vor die Füsse. „Nichts getan? Ihr habt nichts getan?!“ Jasa fängt an zu lachen. „Das sehen wir anders!“ schreit Jasa ihn an, während er auch ihm eine verpasst. In diesem Moment rumpelt es über uns. „Drecksack!“ ruft Mike und rennt nach oben. In diesem Moment versucht der dritte Typ über ein Kellerfenster abzuhauen. „Hier geblieben, Kurwa!“ brüll ich und versuche ihn aufzuhalten, krieg aber nur einen seiner Schuhe zu fassen. Ich trete den Typ im Keller beim Vorbeirennen und laufe die Treppe hoch. Dort ist Mike mit diesem Michael beschäftigt. Ich sprinte raus, ums Haus rum und sehe wie der dritte davonrennt. So schnell ich nur kann, renne ich ihm nach. Ein paar Häuser weiter habe ich ihn eingeholt und trete ihm gegen ein Bein. Er fällt zu Boden. Er sieht mich verängstigt an, streckt mir seine Arme und Beine entgegen und fleht: „Bitte, bitte tu mir nichts! Ich habe dir doch nichts getan. Bitte, bitte … ich mach auch alles was du willst.“ „Nichts getan, ja? … Du erniedrigst andere Menschen. Du behandelst sie wie ein Stück Dreck und fühlst dich dabei wohl auch noch überlegen … Nein, du hast bestimmt nichts getan!“ schreie ich ihn an. In diesem Moment sehe ich die Bissspuren an seinem Linken Unterarm.

„Ich zeige dir jetzt wie sich das anfühlt, wenn man misshandelt wird!“

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Gott, Welt, diesdas..

Was muss denn eigentlich erst alles passieren?

Na, ihr Pimmler..

Mir schiessen eigentlich immer sehr viele Dinge durch den Kopf.

Gerade, dass ich nicht weiss, wo das alles hinführen soll.

Und mit «das», meine ich die Welt.

Gefühlt, werden nur noch Lügen und Halbwahrheiten verbreitet.

Der Profit von ein paar Wenigen, steht über dem Wohl von allen.

Diejenigen, welchen wir die nötige Macht zugesprochen haben sind taub oder haben aus irgendeinem anderen dummen Grund den Knall nicht gehört!

Keine Ahnung wie es weitergeht.

Meine subjektive Wahrnehmung sagt mir, dass es immer mehr Leute gibt, die sich für gute Dinge einsetzten.

Gleichberechtigung auf verschiedensten Ebenen, Tierschutz, Naturschutz, Nachhaltigkeit und einiges mehr.

Das möchte ich nicht schlecht reden.

Wirklich nicht.

Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass das bald keine grosse Rolle mehr spielen wird.

Dann ist es sowas von peripher, ob Homosexuellen endlich die längst überfällige Gleichstellung mit Heterosexuellen zugesprochen wird oder wir kaum noch Kunststoffprodukte im Umlauf haben.

Denn die existenziellen Ressourcen werden knapper, gewisse Gebiete werden unbewohnbar, neue Krankheiten werden der Menschheit belastend zum Verhängnis und von den letalen Konsequenzen für Flora und Fauna fange ich gar nicht erst an zu reden.

Zahlreiche Menschen werden die Gebiete verlassen müssen, in denen sie aktuell noch leben.

Wir rücken näher zusammen.

Nicht auf die gute, empathische Weise.

Auf die gezwungenermassen und beengende Weise.

Der Streit um Platz und Ressourcen wird auf Dauer unumgänglich.

Einige von uns Holzköpfen haben es ja jetzt schon nicht mit Nächstenliebe und Teilen.

Was denkt ihr, wie es in diesem Szenario erst aussehen wird?

Ob ich das in diesem Ausmass noch miterleben werde?

Ich weiss es nicht.

Aber mit Sicherheit die Generationen nach mir.

Das Problem mit dem Klima lässt sich nicht mehr beheben.

Aber wir können noch schlimmeres abwenden oder wenigstens ausbremsen.

Die Wissenschaft versucht uns schon lange zu sagen, wie wir das anstellen müssen.

Wenn man schon die Hilferufe, Bedenken und Zukunftsängste tausender Kinder und Jugendlicher nicht ernstnehmen will, dann wenigsten die Meinungen und Prognosen von Experten.

Und mit Experten meine ich Fachleute aus den entsprechenden Gebieten.

Nicht selbsternannte Experten, die mal eine Doku über Laubfrösche gesehen haben.

Ihr lasst euch doch auch kein Haus bauen von einem Metzger.

Auch wenn sowas immer mehr den Anschein macht.

Nicht nur beim … ich spar mir jetzt den Witz über den BER.

Auf mich muss man nicht hören.

Das erwarte ich auch nicht.

Ich bin kein Experte.

Ich vertraue einfach nur der Wissenschaft und ihren Fakten.

Darüber mach ich mir Gedanken, Sorgen und gebe lediglich das weiter, was die mir sagen.

Das sollten wir alle.

Denn ich will den zukünftigen Generationen nicht erklären müssen, dass wir noch eine Chance hatten, diese aber einfach nicht nutzen wollten, weil … warum eigentlich?!

..nennt mir auch nur einen einzigen plausiblen Grund.

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Das Leben und Ben

#13 „Na, als erstes könntet ihr einfach mal mit dem ganzen illegalen Scheiss aufhören.“

„Denkst du nicht, dass wir was Besseres hinkriegen als das alles?“ will Edona von mir wissen. Den ganzen Nachmittag gammeln wir schon auf der Chinawiese am See rum. Sie sitzt an einen Baum gelehnt, ich liege neben ihr, mit meinem Kopf auf ihrem Schoss. „Was sollen wir denn Besseres hinkriegen?“ stelle ich die Gegenfrage. „Na, im Leben muss es doch noch mehr geben, als immer von der Hand in den Mund zu leben. Ich würde gerne mal wegfahren in Urlaub. Nach Italien ans Meer oder so … und es stört mich, dass du und mein Bruder immer irgendwas ausheckt, was ihr eigentlich nicht tun solltet. Ihr seid ja nicht dumm. Ihr müsst doch auch mit weniger Ärger verursachen durchs Leben kommen.“ „Dass Jasa nicht dumm ist, kann ich so nicht unterschreiben.“ sag ich und muss lachen. Sie boxt mir auf den Oberarm. „Du Vogel.“ sie lacht mit. „Du weisst genau was ich meine.“ Wir schweigen einen Moment, bis ich es unterbreche. „Eigentlich nicht. Was sollen wir denn anderes machen?“ „Wie wär es mit Zielen im Leben? Irgendwas muss man doch haben, was man erreichen möchte…“ „Und was soll das sein? Frau, Kinder, Haus, Garten und einen Hund?“ Der Gedanke daran ekelt mich irgendwie an. „Zum Beispiel … wenn man sowas mag. Ich hätte nichts dagegen. Ich stelle mir das schön vor. Ruhig. Weniger Stress. Meinst du nicht?“ „Ich denke nicht, dass das so funktioniert … denke nicht, dass wir die besten Startvoraussetzungen bekommen haben … und was aufbauen versuchen? Je mehr man hat, desto mehr kann man auch wieder verlieren … und irgendwie verliere ich einfach zu oft in diesem Spiel namens Leben. Ich hab nicht wirklich bock, den Einsatz auch noch zu erhöhen.“ „Aber wenn man nichts riskiert, passiert ja nie etwas. Willst du ewig in der Scheisse hier leben?“ „Funktioniert doch soweit…“ Ehrlich gesagt, denke ich da gar nie darüber nach. „Ja aber wie lange noch? Meinst du, ihr kommt ewig immer mit blauen Augen davon? Eines Tages kriegen die euch mal richtig ran für etwas … oder noch schlimmer.“ „Sollen sie uns doch dran kriegen. Gehen wir halt mal eine Weile in Staatsurlaub. Dadurch ändert sich die Welt auch nicht. Die interessieren sich jetzt nicht wirklich für uns und danach wohl auch nicht. Oder denkst du, irgendwer will, dass wir irgendwas Grosses erreichen in unserem Leben?“ Man sieht ihr an, dass sie nachdenkt. „Und was ist, wenn ihr euch so in die Scheisse reitet, dass ihr mal dabei draufgeht? … ich hasse diese Vorstellung.“ Sie streichelt mir durch die Haare und sieht mich traurig an. „Ich … wir … wir gehen schon nicht drauf.“ Ich setze mich auf und nehme sie in den Arm. „Denk nicht sowas Edona.“ Ich geb ihr einen Kuss auf die Stirn. „Wir machen schon nichts Gefährliches, was tödlich enden könnte oder so.“ „Und warum habt ihr dann immer Messer und so Zeug dabei, wenn es nicht gefährlich ist was ihr so treibt?“ Ich weiss darauf keine Antwort. Denn alles was ich dazu sagen könnte, würde auf die eine oder andere Art wohl bloss ihre Befürchtungen bestätigen. Vielleicht hat sie recht? Sind wir wirklich so schlimm? Sind wir das Problem und gar nicht die Gesellschaft? Bis anhin haben wir immer alles auf die und das System geschoben. In beides passen wir nämlich aus unserer Sicht nicht rein. „Siehst du Ben. Das kannst du mir nicht beantworten … denk doch mal nach. Was für Zukunftsaussichten habt ihr, wenn ihr weiter macht wie bisher? … ich mache mir Sorgen um euch. Ich will euch nicht im Knast besuchen müssen und schon gar nicht auf einem Friedhof. Ich brauch euch lebend. Ich brauch euch bei mir … ich brauch dich bei mir.“ Sie dreht sich in meinen Armen zu mir hin und umarmt mich ganz fest. „Was soll ich denn machen? Ich mach doch schon eine Ausbildung … die ist zwar scheisse, aber ich soll eine machen sagen alle … aber das Geld reicht halt hinten und vorne nicht.“ „Mein Lehrlingslohn reicht auch nur knapp. Aber irgendwie kriegt man das schon hin … man muss halt ein paar Jahre unten durch, bevor man genug Geld verdient mit Arbeiten. Das geht allen so.“ „Allen? … dann gehen also alle auch die Jahre vor ihrer Ausbildung schon unten durch?“ Der Gedanke, dass ich noch länger kaum einen Krümel vom Kuchen abbekommen soll, macht mich wütend. „So hab ich das doch gar nicht gemeint.“ „Wie auch immer du das gemeint hast, ich verstehe es nicht … warum willst du unbedingt bei denen dazugehören, die uns die ganze Zeit immer wie Dreck behandelt haben? Wir waren immer die Aussenseiter. Wir waren immer an allem Schuld. Die dummen, bösen Heimkinder, die keiner will. Das Pack… Und da willst du jetzt mitmachen?“ Ich löse mich aus der Umarmung und rutsche ein kleines Stück von ihr weg. „Ich verstehe dich nicht Edona.“ „Was verstehst du daran nicht, dass ich raus aus dem ganzen Müll, in ein schöneres, geregelteres Leben will und euch dabeihaben möchte? … du kannst nicht immer alles was passiert in die Schuhe der kompletten Welt schieben.“ Sie rutsch zu mir auf und umarmt mich wieder.

Was sie sagt, ist ja nicht per se falsch, aber… ok, es ist gar nicht falsch. Aber die Gesellschaft ist so eklig egoistisch und oberflächlich. Ich mag das nicht. In meiner Welt ist man für einander da. Man hilft sich gegenseitig und … Moment … das versucht sie gerade oder? Mir zu helfen. Oder nicht?

„Dann sag mir, wie ich das anstellen soll. Wie komme ich aus dem Scheiss hier raus? Wie kriege ich denn was Besseres? … wie?“ Edona schaut mir tief in die Augen. „Na, als erstes könntet ihr einfach mal mit dem ganzen illegalen Scheiss aufhören.“

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#12 Und wie verklickere ich das jetzt den anderen, dass ich seit einer Weile den Feind date?

Ich weiss nicht genau was da zwischen Larissa und mir läuft, aber wir sind wohl jetzt zusammen. Sie ist 17. Ein Jahr älter als ich. Haben uns in dem Skateshop kennengelernt, in dem wir manchmal rumhängen. Der gehört Dan. Er ist ein voll korrekter Typ. Manchmal bekommen wir so Promo-Sachen von ihm geschenkt. Und er kann dir einfach alles auftreiben. Er hat mir das Flip Deck besorgt, dass ich bei Geoff Rowley in einem Magazin gesehen habe. Naja egal. Da habe ich sie jedenfalls kennengelernt. Ich sass vor dem Laden, hab Musik gehört und hantierte gerade mit meinem neuen Setup rum. Sie setzte sich zu mir und hat einfach nur zugesehen. Irgendwann kamen wir dann ins Gespräch. Bisschen über Skaten und Musik gequatscht. Sie gefiel mir und ich habe ihr sogar verziehen, dass sie Anti-Flag, die ich gerade gehört habe, mit ihrer Lieblingsband, NOFX verglichen hat. Wir verabredeten uns zum Skaten und jetzt wissen wir ja, wo das hingeführt hat. Zu meiner ersten, festen Freundin.

Gerade laufe ich durch den Kreis 8 und suche die Hausnummer, die sie mir angegeben hat. Ich bin zum Abendessen eingeladen. Ihre Eltern wollen mich kennenlernen. Und so langsam werde ich nervös. Sie hat mir schon gesagt, dass sie im Riesbach wohnt, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Wie ich hier so lang laufe und ihrer Wegbeschreibung folge, werden die Häuser immer bonziger. Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier richtig bin. Es fühlt sich nicht so an. Aber da vorne ist das Haus. Die richtige Strasse und die richtige Nummer.

Ein letztes Mal tief durchatmen bevor ich klingle. Es dauert keine Minute und die Türe geht auf. Da steht Larissa und lächelt mir an. „Komm rein.“ Ich sehe nirgends ein Schuhgestell oder so. „Wo soll ich meine Schuhe hinstellen?“ frage ich sie, während ich mich bücke um sie auszuziehen. „Lass nur. Musst sie nicht ausziehen. Komm mit. Ich stell dich meiner Mutter vor. Mein Vater kommt etwas später.“ Ich nicke und gehe ihr hinterher. Irgendwie sieht für mich in diesem Haus alles alt und wertvoll aus. Wir gehen durch das Esszimmer, ich gehe wegen dem riesigen, gedeckten Tisch davon aus, dass es das Esszimmer ist, in die grösste Küche, die ich bis dato in einem privaten Haus gesehen habe. Im Ernst, ich kenne Wohnungen, die etwa so gross sind wie diese Küche. Es riecht ziemlich lecker nach Essen. „Mama?“ „Oh Hallo.“ Eine blonde Frau, ich schätze sie mal so um die 40, stellt ihr Weinglas neben der Spüle ab und kommt auf uns zu. „Du musst Ben sein. Herzlich willkommen Ich bin Felis.“ Sie lächelt, umarmt mich und gibt mir 3 Küsschen auf die Wangen zur Begrüssung. Sie riecht gut. Und sie scheint auch ganz nett zu sein. „Schätzchen, Papa hat gerade angerufen, er ist etwa in einer halben Stunde hier. Möchtest du ihm nicht das Haus zeigen in der Zwischenzeit?“ Larissa nickt und greift nach meiner Hand. „Komm mit.“ Sie zieht mich aus der Küche. Warum ich ihrer Mutter kurz zugewinkt habe beim Rausgehen? Keine Ahnung…

Larissa zeigt mir einen Raum nach dem anderen. Da wo ich herkomme, würden mehrere Familien auf soviel Platz verteilt wohnen. Das ist also Reichtum. Platz verschwenden.

In einem Zimmer haben sie voll viele Bücherregale. Und die sind vollgepackt mit Büchern. Ein paar so komische Sessel, wie ich sie ihn Filmen schon gesehen habe und mitten im Raum steht ein Billardtisch. „Spielst du Billard?“ „Manchmal… mit Freunden oder meinem Paps.“ Wir gehen weiter in das Wohnzimmer. Denke ich. Eine riesige Couch, eine Bar in einer Ecke und der grösste Fernseher, den ich ausserhalb eines Elektronikgeschäftes je gesehen habe. Auf derselben Etage ist noch ein Büro, da gehen wir aber nicht rein. „Das ist Tabu.“ meint Larissa. Wir gehen nach oben. Zwei Badezimmer, das Elternschlafzimmer, Zwei Gästezimmer und das „Atelier“ der Mutter. Sieht für mich aus wie ein Bastelzimmer. Aber Atelier klingt wohl einfach besser. Zu letzt zeigt mir Larissa ihr Zimmer. Damit kann ich was anfangen, denke ich. Ein Zimmer, dass auch meins sein könnte. Vorausgesetzt, ich wär ein Bonzenkind. Schicke Stereoanlage, ein Fernseher, Schrank, Regale, Pult, ein riesiges Bett und viele Poster an der Wand. „Hübsch.“ sag ich. „Gefällt dir mein Zimmer?“ fragt Larissa leicht verlegen. „Ja… Nur das mit dem Backstreet Boys Poster musst du mir noch erklären.“ ich lache. „Was denn? Darf ich nicht auch Backstreet Boys hören?“ sie grinst. „Klar. Du darfst die immer hören. Einfach nicht in meiner Gegenwart.“ Wir lachen.

„Larissa! Essen!“ ruft ihre Mutter hoch. Ich habe mich in der letzten halben Stunde wieder einigermassen entspannt, aber jetzt schiesst die Nervosität wieder rein. Ich werde gleich ihrem Vater begegnen. Ich bin nervös. „Hey, dein Vater… gibt es irgendwas, was ich auf keinen Fall sagen oder machen sollte?“ „Oh wie süss…“ Larissa grinst und kneift mich in die Backe. „Bist du etwa nervös? Ich dachte du bist immer so cool und gelassen… knuffig … mach dir keinen Kopf. Redet einfach nicht über Politik und Religion und sei einfach wie du bist. Komm jetzt.“ Wie ich bin? Wie bin ich denn? Darüber denke ich nach, während wir nach unten ins Esszimmer gehen. Ihr Vater sitzt am Tisch und mir stockt kurz der Atem, als ich ihn das erste Mal sehe. Fuck! Denke ich mir. Er sieht mich mit seinem strengen Blick an. „Na wen haben wir denn da?“ „Guten Abend… ich … ähm … ich hatte ja keine Ahnung…“ stammle ich. Larissa und ihre Mutter sehen uns fragend an. „Ihr kennt euch?“ „Seit über einem Jahr. Darf ich vorstellen, das ist Ben. Einer unserer Lehrlinge.“ Der Moment, wenn du an einem Ort bist, an den du gefühlt nicht hingehörst und realisierst, dass du die Tochter deines Chefs fickst… Jackpot.

Felis unterbricht das etwas peinliche Schweigen. „Setzt euch. Das Essen wird kalt.“

Das Essen bringe ich relativ angespannt hinter mich. Larissas Mutter hat sporadisch ein paar Fragen gestellt, die ich ihr kurz und knapp beantwortet habe. Ihr Vater und ich haben und konsequent ignoriert. Ein schrecklich ungemütliches Abendessen.

Ich ziehe es vor, nicht noch länger zu bleiben und verabschiede mich bei ihren Eltern und bedanke mich für den leckeren Braten. Larissa begleitet mich zur Türe. „Das haben wir doch halbwegs gut überstanden.“ Meint sie und lächelt. „Ja… überstanden.“ sag ich und versuche zu grinsen. „Sehen wir uns morgen?“ Ich nicke. Wir küssen uns zum Abschied und ich trotte los. „Ben! Warte kurz.“ ruft plötzlich ihr Vater hinter mir. Ich drehe mich um. Er schliesst die Haustüre hinter sich und kommt auf mich zu. „Hör zu, es tut mit leid, dass das etwas komisch war … ich war wohl genauso überrumpelt wie du … lass uns versuchen, Arbeit und privates zu trennen. Verstehst du was ich meine?“ Ich nicke. Auch wenn ich es nicht genau verstanden habe, was er mir versucht hat zu erklären. „Ich weiss, du bist ein guter Junge und Larissa mag dich anscheinend wirklich. Sie hat nur den besten Freund verdient, den es überhaupt geben kann … sei dieser Freund und alles ist gut.“ Ich schaue ihn an und nicke. Er gibt mir einen Klopfer auf die Schulter. „Komm gut nachhause.“ „Danke.“ Ich spaziere los. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das nett gemeint war oder ob er mir eine Drohung mit auf den Weg gegeben hat.

Eigentlich mochte ich reiche Menschen nie. Und jetzt habe ich plötzlich eine Freundin aus guten Haus. Eine Welt, in die ich irgendwie so gar nicht reingehöre. Dass sie die Tochter vom Chef ist, entspannt die Gegebenheiten auch nicht gerade. Toll… Und wie verklickere ich das jetzt den anderen, dass ich seit einer Weile den Feind date?

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Das Leben und Ben

#11 2b, da muss ich hin. 2. Stock, 3. Türe Links, haben sie gesagt.

Ich rolle auf meinem Skateboard in Richtung Schule. Heute ist ein richtig guter Tag. Gestern war ich mit meinem Onkel bei einem Polizisten und einer Frau vom Amt. Die haben mich voll viele Dinge gefragt. Habe ihnen alles erzählt, was in dem Dorf mit den Würfelhäusern so passiert ist und wie ich Vorgestern dann alleine wieder hergekommen bin. Und warum. Der Polizist war irgendwie komisch, aber die Frau war ganz nett. Sie hat mich nicht zurechtgewiesen und mir auch keinen Vortrag gehalten, weil ich abgehauen bin. Im Gegensatz zum Polizisten. Der war gar nicht begeistert. Es sei viel zu gefährlich so etwas zu machen und dass ich sowas nie wieder tun dürfe. Ach egal. Jetzt bin ich wieder hier, darf wieder in meine alte Schule, seh endlich meine Freunde wieder und nach der Schule geh ich mit Onkel Jan und der Frau vom Amt ins Heim. Ich darf wieder da hin und muss nie wieder zu der Pflegefamilie. Am liebsten würde ich zwar zu Onkel Jan, aber das geht halt nicht. Das sei kein guter Ort für Kinder zum aufwachsen meint das Amt wieder Mal. Ist ok. Ich komm klar im Heim. Jasa und Edona sind da. Und meinen Onkel kann ich ja besuchen.

Hab ich schon erwähnt, dass heute ein guter Tag ist? Auch wenn ich in eine neue Klasse komme. Anscheinend ist kein Platz mehr in meiner alten. Muss jetzt in eine Parallelklasse. Mal sehen wie das wird.

Ich rolle zwischen anderen Kindern durch, über den Schulhof zum Eingang, poppe mein Skateboard hoch, klemme es unter den Arm und suche mein neues Klassenzimmer. 2b, da muss ich hin. 2. Stock, 3. Türe Links, haben sie gesagt. Da ist es auch. Die Türe steht offen. Der Mann an dem Lehrerpult ist wohl mein neuer Klassenlehrer. Unterricht hat noch nicht begonnen. Bin heute ungewohnt zu früh dran wie es scheint. Ich hänge meine Jacke an der Garderobe auf und gehe ins Zimmer. „Das bleibt draussen, Junger Mann.“ meint der Lehrer und zeigt auf mein Board. Ich gehe raus, stecke es unter die Bank der Garderobe und trotte wieder ins Zimmer. „Du musst Ben sein. Ich bin Herr Roth. Der Platz da vorne ist noch frei.“ Er zeigt auf den Platz in der hintersten Reihe am Fenster. Ich setze mich dort hin und packe mein Schreibzeug auf den Pult.

Laut der Uhr im Klassenzimmer bin ich 10 Minuten zu früh. Langsam trudelt auch der Rest der Klasse ein und die freien Plätze füllen sich.

Die Schulglocke meldet sich. „Guten Morgen Kinder.“ sagt der Lehrer. „Guten Morgen, Herr Roth.“ antwortet die Klasse. „Kinder, ihr habt ab heute einen neuen Mitschüler. Ben, kommst du kurz vor und stellst dich der Klasse vor?“ Ich gehe zwischen den Pulten nach vorne zum Lehrer. Ein paar Mädchen schauen mit an und kichern. Vorne angekommen, drehe ich mich zur Klasse. „Hallo. Ich bin Ben.“ Die Mädchen von eben, kichern wieder. Der Grossteil sieht mich ganz normal, ein paar Andere eher komisch an. „Du bist doch eins von den Heimkindern.“ meldet sich ein Junge. „Mein Vater sagt, dass man sich vor euch in Acht nehmen soll.“ „Warum?“ frag ich ihn. „Jonas, das stimmt nicht, was dein Vater da behauptet.“ Geht Herr Roth dazwischen. „Aber meine Mutter sagt das auch. Ihr seid schlecht erzogen und gefährlich.“ Ich werde wütend und will gerade meinem Unmut, Luft verschaffen, aber Herr Roth reagiert schneller. „Das ist Humbug Jonas. Du wirst sehen, dass Ben ein ganz normaler Junge ist. Wie du … Nimm diese Bücher und setzt dich wieder an deinen Platz Ben … lasst uns mit dem Unterricht anfangen.“ Er hält mir ein paar Schulbücher hin. Ich nehme sie ihm ab und gehe zu meinem Platz zurück. „Ich glaube das nicht. Ich behalte dich im Auge, Heimkind.“ meint Jonas zu mir und schaut mich abschätzig an, während ich an seinem Platz vorbeigehe.

Neben und direkt vor mir sitzt jeweils ein Mädchen. Das eine blond, das andere brünette. Das blonde hat ganz glatte, lange Haare. Das brünette eher welliges, schulterlanges. Während ich mir noch ein paar Frisuren der restlichen Schüler anschaue, meldet sich Herr Roth zu Wort. „So, Kinder. Lasst uns mit einer kleinen Gruppenarbeit anfangen. Sucht euch einen Partner, lest die Geschichte auf Seite 13 in eurem Lesebuch und beantwortet dann zusammen die Fragen auf diesem Blatt … Gebt die bitte weiter nach hinten durch.“ Er gibt den Schülern in der vordersten Reihe jeweils einen kleinen Stapel und die Blätter kursieren von Pult zu Pult. Das brünette Mädchen dreht sich zu mir und reicht mir ein Blatt. „Hey, möchtest du das mit mir machen?“ Sie lächelt. „Ja, ok.“ sag ich. Sie steht auf und kommt zu mir ans Pult. „Rutsch mal rüber.“ Sie stupst mich an. Ich rutsche auf meinem Stuhl so, dass sie sich zu mir setzen kann. Sie nimmt ein Buch von meinem Stapel und Blättert zu Seite 13. Die Geschichte vom hohlen Baum.

Ich bin fertig mit Lesen und nehme das Blatt mit den Fragen. „Bist du schon fertig mit Lesen?“ fragt sie mich. „Äh.. Ja.“ „Krass. Du bist ja voll schnell … ich bin nicht so schnell. Tut mir leid.“ Sie lächelt nicht mehr. „Na und? Das ist doch egal, wie schnell man lesen kann.“ „Geht so… ein paar machen sich immer lustig darüber.“ „Ich nicht. Mir ist das egal.“ Jetzt lächelt sie wieder. „Danke.“ „Bitte … aber du solltest jetzt wohl trotzdem lieber noch zu Ende lesen.“ „Ja.“ sie schaut wieder ins Buch. Mit ihrem Zeigefinger rutscht sie ganz langsam von Wort zu Wort. Sie ist wirklich voll langsam, denke ich. Irgendwann ist sie dann fertig und wir fangen an den Fragebogen zu beantworten. Voll die einfachen Fragen. Aber egal. So ist halt Schule. Keine Herausforderung für mich. Der Schulstoff zumindest. „Darf ich dich was fragen?“ „Ja, was denn?“ „Stimmt das was Jonas sagt? Dass Heimkinder gefährlich sind, mein ich.“ „Das ist totaler Käse. Jonas ist ein Idiot. Und seine Eltern auch.“ „Dachte ich mir … du scheinst nämlich ganz nett zu sein … und ja, Jonas ist schon ein Idiot.“ Sie rückt ein bisschen näher an mich ran und flüstert mir ins Ohr. „Ich mag dich.“ Sie steht kichernd auf und geht zurück zu ihrem Platz. Ich bin gerade etwas überfordert. Ein leichtes Kribbeln macht sich in meinem Brustkorb breit und ich merke, wie mein Gesicht irgendwie wärmer wird. „Schaut euch den Tomatenkopf an!“ ruft Jonas und zeigt auf mich. In der Klasse bricht schallendes Gelächter aus. „Ruhig! Kinder! Man lacht andere nicht aus!“ Versucht Herr Roth die Klasse wieder zu beruhigen. Am liebsten würde ich im Boden versinken.

Die Klasse hat sich wieder beruhigt und der Unterricht geht weiter, bis sich die Schulglocke zur grossen Pause meldet. Mit allen anderen gehe ich aus dem Klassenzimmer und will raus auf den Pausenhof. Jasa und Edona suchen. Plötzlich greift jemand von hinten meine linke Hand. „Hey Ben. Warte.“ Es ist das brünette Mädchen mit dem welligen Haar. Sie schaut mich mit ernster Miene an und sagt „Ich habe nicht gelacht.“ „Das weiss ich. Danke.“ Sie hält noch immer meine Hand. „Dann ist ja gut.“ Jetzt lächelt sie wieder. „Sag mal, wie heisst du eigentlich?“ „Sandra.“ Ich bin mir nicht sicher, aber ich lächle glaube ich auch gerade. Und da kommt dieses Kribbeln wieder über meinem Magen. Ich muss eingreifen, bevor ich wieder zum Tomatenkopf werde! „Hey, ich wollte eigentlich meine Freunde suchen gehen. Kommst du mit? … also du musst nicht … wenn du zu deinen Freunden gehst ist das auch ok.“ stammle ich vor mich hin. Fehlschlag. Da ist wohl der Tomatenkopf wieder. „Du bist doch jetzt auch mein Freund oder? Ich komme mit.“ Sie hält noch immer meine Hand und wir laufen die Treppe runter zum Pausenplatz. „Hey Ben!“ höre ich jemanden rufen. Die Stimme kommt mir bekannt vor. Ich drehe mich um und sehe, wie Edona auf mich zu rennt. Sie rammt mich fast um mit ihrer freudigen Umarmung. Sandra lässt meine Hand wieder los. Das fühlt sich richtig gut an, Edona nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen. „Wie geht es dir? Wo warst du? Was ist passiert? Oh, du musst mir unbedingt alles erzählen! … ich freu mich so, dass du wieder hier bist. Was für eine Überraschung!“ Edona lacht und drückt mich immer wieder. „Ihr habt mir gefehlt.“ Vor Freude drücken Tränen in meine Augen. „Wo ist denn Jasa?“ „Der liegt mit Grippe im Bett. Aber wenn der hört, dass du wieder da bist, wird der sicher gleich wieder gesund.“ Edona lacht. „Das kann ich ihm heute Abend selber sagen.“ „Was? Kommst du wieder zurück ins Heim?“ Ihr eben noch freudiges Lachen weicht einem leicht betrübten Gesichtsausdruck. „Hey, alles gut. Das Heim ist besser, als da wo ich vorher war.“ Edona lächelt wieder. „Oh hey, das ist übrigens Sandra. Sie ist in meiner Klasse.“ „Aha.. Sandra.“ Edona mustert sie gründlich. „Freut mich, dich kennenzulernen Edona.“ sagt Sandra. „Äh ja. Hallo.“ antwortet Edona etwas schnippisch. Ich habe absolut keine Ahnung was hier gerade los ist. „Komm. Wir gehen hinters Schulhaus. Du musst mir voll viel erzählen.“ Edona packt meine Hand und will mich wegziehen. „Ja klar … komm mit Sandra.“ Sandra schaut mich verunsichert an. „Na komm schon mit Sandra.“ meint Edona mit einem tiefen Seufzer.

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#10 jetzt, wo sich mein Kreislauf wieder etwas gefangen hat, steigt dieses flaue Gefühl wieder meinen Magen hoch.

„Scheisse Alter! Lass uns abhauen! Komm schon!“ schreit Jasa und versucht mich an meinem Pullover von Goran runter zu zerren.

Ich hatte wohl einen Aussetzer. Ich weiss noch, dass ich Goran eine verpasst habe, aber ich kann mich nicht daran erinnern was zwischen meinem Box und dem jetzt passiert ist. Ich knie über ihm und sein Gesicht ist blutverschmiert. Meine rechte Hand auch. Was habe ich getan?! Jasa zerrt noch immer an meinem Pullover. „Mach hin! Komm jetzt!“ Ich stehe langsam auf, schau zu Jasa, der mich weiter anbrüllt und dann wieder zu Goran. Wie er regungslos da liegt. „Scheisse Mann … ist der tot?“ Ein flaues Gefühl überkommt mich. Ich glaube, ich muss gleich kotzen. „Nein, der Kurac lebt schon noch. Komm jetzt endlich. Lass uns hier abhauen! Wenn du nicht kommst, lass ich dich hier alleine stehen!“ schreit Jasa mich an. Ich seh mir Goran nochmal an. Sein Brustkorb bewegt sich. Also atmet er noch. Ich schaue zu Jasa, der gerade ansetzt um davon zu laufen. Ich seh mich kurz um. Weit und breit keiner zu sehen ausser uns. Ich zieh mir meine Kapuze über den Kopf und renne ebenfalls los.

Es muss irgendwas nach 23.00 Uhr sein. Abgesehen von ein paar Lichtern in dem Quartier ist es dunkel. Von der Kälte, zieht ein stechender Schmerz durch meine Lunge bei jedem Atemzug. Jasa hat gute 50 Meter Vorsprung. Wir rennen in Richtung Stadt runter.

Gegenüber vom Platzspitz hält Jasa an und beugt sich über das Geländer zur Limmat. Ich hole ihn ein, bleibe ebenfalls stehen und stütze mich am Geländer ab. Erst einmal verschnaufen. „Alter … was zum Teufel … war das gerade?“ Wir sind beide völlig ausser Atem. „Alter … ich weiss es nicht … ich … keine Ahnung was da passiert ist.“ „Ich hatte voll Panik, dass du den gleich umbringst … nicht falsch verstehen … er ist ein dreckiger Hurensohn … und juckt mich nicht, wenn der abkratzt … aber ich will nicht, dass wir jemanden töten, ja.“ Langsam stellt sich wieder eine normale Atmung ein bei uns. „Alter, ich will auch niemanden umbringen. Irgendwie hab ich voll ausgeklinkt. Ich erinnere mich echt nicht mehr, was ich getan habe … als du an mir rumgezerrt hast, bin ich irgendwie wieder zu mir gekommen. Das war voll der kranke Scheiss!“ „Voll der kranke Scheiss.“ Jasa nickt. „Scheisse Mann, was machen wir denn jetzt? Sollen wir einen Krankenwagen rufen oder so? … wenn der da lange liegt, krepiert er vielleicht wirklich.“ Ich bin gerade total überfordert und jetzt, wo sich mein Kreislauf wieder etwas gefangen hat, steigt dieses flaue Gefühl wieder meinen Magen hoch. „Ja, lass uns einen Krankenwagen rufen. Hurensohn hin oder her. Wir sind keine Mörder, ja. Der Kurac soll nicht wegen uns sterben.“

Wir gehen über die Strasse in ein Restaurant und beim Reingehen fällt mir auf, dass meine Hand ja noch immer blutverschmiert ist. Das sieht auch die Kellnerin und kommt sofort auf mich zu. „Oh mein Gott! Was ist denn mit dir passiert? Geht es dir gut?“ Sie greift nach meiner Hand um sie sich anzusehen. Ich zieh sie sofort weg und versuche sie in meinem Pullover zu verstecken. „Ich ähm… ich habe mich verletzt. Darf ich kurz ihr Telefon benutzen?“ Sie schaut uns etwas skeptisch an. Aber wenn ich ihr meine Hand gezeigt hätte, hätte sie bestimmt gesehen, dass das Blut nicht von mir ist. „Ok. Du kannst kurz telefonieren. Komm mit.“ Sie läuft vor, durch einen Flur, in einen Raum, der laut Schild, nur für das Personal bestimmt ist. „Da ist das Telefon. Halt dich kurz. Ich muss wieder nach vorne zu den Gästen.“ „Ja ich beeil mich. Danke.“

Sie verlässt den Raum und ich wähle den Notruf. Ich geb denen die Adresse und sag ihnen, dass ein verletzter Junge da liegt. Die Frau am anderen Ende der Leitung wiederholt die Angaben und ich bestätige. Als sie fragt, wer denn am Apparat ist, teile ich ihr mit, dass das unwichtig ist und sie sich einfach beeilen sollen. Ich hänge den Hörer auf, bevor sie noch weitere Fragen stellen kann.

Ich verlasse den Raum, gehe zur Toilette nebenan und wasche meine Hände. Das alles nur, weil der Wichser uns bei seiner Mutter verpfiffen und die uns die Bullen und unsere Heimleitung auf den Hals gehetzt hat. Weil das Muttersöhnchen seinen Arsch retten wollte, als seine Mom, Gras bei ihm gefunden hat. Man verpfeift niemanden einfach so! Aber warum hat uns das überhaupt verwundert. Er ist keiner von uns. Ehrenloser Hundesohn. Immer die Fresse aufreissen und einen auf harten Ficker machen, aber wehe Mama erwischt dich mal. „Spasst!“ murmle ich vor mich hin, trockne meine Hände ab und gehe wieder nach vorne ins Restaurant. Ich schau zu Jasa, der am Tresen lehnt und nicke ihm zu. „Vielen Dank. Meine Mutter kommt uns gleich abholen.“ lüge ich die Kellnerin an und verlasse das Lokal. Jasa verabschiedet sich mit einem kurzen Winken und kommt mir nach.

„Kippe?“ Jasa holt eine Schachtel Zigaretten aus seiner Hosentasche und hält sie mir hin. „Wo hast du die denn her?“ „Na, die lagen da rum. Als ihr zwei nach hinten gegangen seid, hab ich sie eingesteckt. Willst du jetzt eine oder nicht?“ Er holt sich eine raus und streckt mir die Packung wieder hin. „Klar.“ Ich nehme mir eine raus und zünde sie an.

Wir spazieren der Limmat entlang nachhause. „Denkst du, Goran wird uns wieder verpfeifen?“ fragt Jasa. „Was denkst du denn? … wenn der Hund überlebt, wird er das mit Garantie. Skurwysyn…“ „Bestimmt, Kurac. Ehrenloser Bastard … meinst du, dann landen wir im Jugendknast oder so?“ „Nein… war doch Notwehr. Er wollte auf uns los, weil er sauer war, weil seine Mutter ihn bestraft hat oder sowas.“ Jasa legt seinen Arm um mich und grinst. „Stimmt. Ganz vergessen. War ja Notwehr.“

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#9 Dieses Bild muss man sich mal geben. Erwachsene Männer liegen völlig verpeilt auf einem Sofa.

Ich sitze auf dem Sofa und beobachte den Typen, der etwa einen Meter neben mir völlig weggetreten irgendwelches Zeug murmelt. Jasa reicht mir seinen Joint. Ich nehme einen tiefen Zug und geniesse den Duft des Rauches. Er überlagert diesen komischen, eklig süsslichen Geruch im Wohnzimmer von Tim. Tim ist der Typ, der gerade mit einem Feuerzeug, das Zeug auf seiner Alufolienkonstruktion zum dampfen bringen will. Den Dampf ein paar mal tief einatmen und kurze Zeit später ist man Tschüss. Das hab ich bei dem Murmel-Typ vorhin gesehen. Und jetzt macht Tim es ihm gleich.

Schwierig, aber ich schätze die so um die 30 Jahre alt. Locker das Doppelte von uns.

Eigentlich sind wir nur hier, weil wir was für Onkel Jan abholen sollten. 300.- um genauer zu sein.

Davon haben wir genau 200.- gekriegt. Nicht unser Problem. Um den Fehlbetrag kümmern sich später dann andere.

Nur weil sie uns was zu Rauchen angeboten haben, sind wir noch hier. Sie hätten uns auch nen Hit abgegeben. Aber bei dem Junkiescheiss machen wir nicht mit.

Dieses Bild muss man sich mal geben. Erwachsene Männer liegen völlig verpeilt auf einem Sofa. Der eine starrt die Decke an und murmelt nach wie vor vor sich hin. Der andere hat die Augen geschlossen und atmet voll schnell.

Ich drücke den Joint aus. „Lass uns abhauen Jasa. Von dem Geruch wird mir langsam schlecht …. und von den Typen auch.“ Jasa steht auf, läuft zum Fenster und öffnet es. „Alter, die sind ja mal komplett weggetreten … dämliche Junkies … meinst du, dass sie wissen, dass sie am Arsch sind, weil sie uns nicht die ganze Kohle gegeben haben?“ Ich schüttle den Kopf. „Denke nicht.“ Jasa nimmt eine Zigarettenschachtel vom Tisch und steckt sie ein. „Hey Ben. Wenn wir eh hier sind und die nichts mitkriegen, lass mal kucken, ob die ausser Kippen noch was anderes haben, was brauchbar ist.“ Ich nicke.

Ein paar Päckchen Gras habe ich gerade eingesteckt und überlege, ob ich das hässliche Zeug der Typen auch mitnehmen soll. Jasa, der in der Zwischenzeit in einem anderen Raum verschwunden ist ruft. „Ben! Komm her!“ Ich werfe die anderen Grips auf den Tisch zurück und geh zu Jasa. „Kuck! Decks!“ freudig streckt er mir zwei Skateboard Decks entgegen. „Welches willst du? … ich will das blaue.“ „Mir egal. Beide cool.“ antworte ich und greife nach dem schwarzen. Es hat eine Rose und einen Totenkopf drauf. „Oh! Meins!“ ruf ich und schnapp mir den Discman, der hinter ein paar Zeitschriften auf dem Boden liegt. „Ah fuck! … den hab ich gar nicht gesehen.“ meint Jasa etwas enttäuscht. „Ach, was haben wir denn hier?“ Jasa bückt sich nach einer kleinen Schatulle neben der Matratze und öffnet sie. Er greift rein und ein Bündel Geldscheine kommt zum Vorschein. „Wieviel ist das?“ will ich wissen. Jasa löst das Gummiband ab und zählt das Geld. Währenddessen gehe ich zurück um nach den Typen zu sehen. Scheinen sich nicht bewegt zu haben. „Yo! Die sind noch immer Banane!“ ruf ich nach drüben zu Jasa. „280 Tacken!“ ruft dieser zurück. „90.- für jeden.“ antworte ich ihm. „Genau.“ meint Jasa, der gerade wieder nach vorne kommt. „hier.“ er streckt mir Geld hin. Ich nehme es und verstaue es in meiner Hosentasche. „Lass uns abhauen und Onkel Jan die Kohle bringen.“ „Moment.“ Jasa geht zu Tim und tastet seine Hosentaschen ab. Er greift in eine rein. „Ein Feuerzeug.“ Er geht zum anderen rüber und macht dasselbe bei ihm. „Brieftasche … leer … noch ein Feuerzeug … mau.“ In diesem Moment greift der Typ nach Jasas Arm. „Lass los du Pisser!“ Jasa schüttelt die Hand des Typen ab. Dieser brabbelt irgendwas unverständliches. „Hauen wir ab.“

Wir laufen im Treppenhaus nach unten. „Die werden ganz schön sauer sein, wenn die wieder runterkommen und realisieren, was passiert ist.“ Jasa lacht. Ich muss auch lachen „Bestimmt! … aber eigentlich können sie es als Provision für uns betrachten. Schliesslich retten wir ihnen gerade den Arsch, weil wir die kompletten 300.- übergeben.“ „Hach, wir sind schon nette Jungs.“ Jasa lacht und hüpft die restlichen Stufen runter. „Die netten Nachbarjungs. Die guten Seelen des Kreises.“ lach ich und gehe Jasa nach.

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Gott, Welt, diesdas..

Hey, haste mal ein paar Minuten?

Na, ihr Pimmler..

Sgeht bei euch so?

Hakuna los tatas! Es hat unsagbar viele Aufrufe gehagelt für «Das Leben und Ben». Danke dafür!
I love you 3000!
..ach und Ka-ching!
Ausserdem schön, dass ein paar neue Follower dazugekommen sind. Seid gegrüsst ihr Kackbratzen.

Ich möchte heute, so kurz und knapp wie ich das hinkriege, ein paar Dinge abarbeiten.

Bist du ein treuer Leser oder hast vor es zu werden? Denn lies bitte weiter.

Ich habe keine Lust mehr auf die BBP Facebookseite.

Einen kleiner Dorn im Auge. Und das schon eine Weile.
Facebook.
..grmpf.
Einige haben mir mitgeteilt, dass sie öfters die Beiträge auf FB gar nicht angezeigt bekommen. Trotz abonnieren der Seite.
Vermutlich müsste ich fleissiger was posten. Da habe ich aber nicht so wirklich Lust drauf im Moment. Denn ich habe auch noch andere, sehr, sehr wichtige Dinge zu tun in meinem Leben.
..Rumgammeln, Rumtrödeln, Schlafen, Essen, Zocken, Sex, Drogen und Rock `n` Roll.
Ich bin wohl für Facebook einfach zu irrelevant.
Aber ist ok.
..hab dich auch lieb, Mark!

Was man auch machen kann, ist Werbung. Das hilft jetzt nicht direkt euch, damit ihr meine Beiträge angezeigt bekommt. Aber immerhin lässt sich dadurch die Reichweite erhöhen.
Das habe ich vor einer Weile auch mal getestet.
Unter uns, ich habe absolut nichts gegen Asien, aber laut Statistik kamen die durch Werbung erzielten Aufrufe mehrheitlich von einem Teil der Erde, der definitiv nicht zu meinem Einsatzgebiet gehört. Daher fällt auch das für mich weg.

Ich habs halt nicht so mit sinnvollem, strategischem nutzen von Social Media.
..nur falls das irgendwer noch nicht mitgekriegt haben sollte.

Zurück zu meinem eigentlichen Anliegen. Ich möchte nicht, dass Leute, die sich für meine geistigen Eskapaden interessieren, nicht mitbekommen, wenn hier was Neues veröffentlicht wird.
Daher lege ich allen, die nichts mehr verpassen und mich hier wirklich unterstützen möchten, ans Herz, dass sie dem Big Bear Planet per Mail folgen.
Das ist ganz simpel.
..versprochen.
Auf der Startseite www.wotsefak.com findet ihr das entsprechende Feld, um eure Mailadresse einzutragen. Dann auf «folgen» klicken und fertig ist die Laube.
..so einfach.
Und da ich mir wirklich überlege, die BBP-Facebookseite zu löschen, wäre das wohl auch die einfachste Option, auch danach auf dem Laufenden zu bleiben.
Das Feld findet ihr auch auf allen anderen Seiten vom BBP, meistens aber nicht ganz so schnell.
..falls ihr also auf Suchrätsel steht, haut rein!

Ich danke euch jetzt schon mal für euren Support! ❤

«Das Leben und Ben»

Das Leben und Ben

Läuft ja wie Sau!
..zumindest für meine Verhältnisse.
..wie, du hast das noch nicht gelesen? Dann hol das gefälligst nach. Jetzt! Hopp!
Wie gefällt es euch bisher?
Das hier ist nicht einfach so ein Clickbait Gelaber, mich interessieren eure Meinungen dazu wirklich.
Gerne dürft ihr mir auch Kritikpunkte mitteilen und Fragen stellen.
Ich bin offen für alles, was ihr mitzuteilen habt.

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Das Leben und Ben

#8 „Ich habe doch alte Freunde. Die sind noch gut. Brauch keine neuen.“

„Was wünschst du dir zum Geburtstag Ben?“ Will Frau Nater von mir wissen. Wir sitzen gerade beim Abendessen. Es gibt Nudeln mit Tomatensauce und Rosenkohl. Ich mag Rosenkohl nicht. Aber ich muss ihn essen. Ich darf erst vom Tisch weg, wenn mein Teller leer ist. Habs getestet. Ich hocke dann manchmal alleine noch lange am Tisch, weil ich nicht aufgegessen habe. Am Abend werde ich dann zwar schon irgendwann ins Bett geschickt, aber rate mal, was ich am nächsten Tag wieder aufgetischt bekomme.

Ich hab da jetzt aber so eine Technik. Blind essen nenn ich das. Ich mache meine Augen zu, halt die Luft an und würge es ohne gross zu kauen einfach runter. Dann schmeckt zum Beispiel Rosenkohl nicht mehr ganz so eklig.

„Ben? Hörst du mir zu? Bist du wieder am Tagträumen?“ Sie stupst mich ziemlich doll. „Hä? Was ist?“ ich erschrecke oft, wenn mich jemand aus meinen Gedanken holt. Das ist unangenehm. „Das heisst nicht hä sondern wie bitte?“ sagt Frau Nater mit erhobenem Zeigefinger. „Entschuldigung. Wie bitte?“

„Was du dir denn zum Geburtstag wünschst, wollte ich wissen. Möchtest du eine Geburtstagsparty?“

Ich weiss nicht so wirklich, was eine Geburtstagsparty ist. War noch nie auf einer. Geburtstag ist für mich ein bisschen Kuchen und manchmal ein Geschenk bekommen. Mehr nicht. „Ich weiss nicht was eine Geburtstagsparty genau ist… und … was kann ich mir den wünschen?“

„Auf eine Geburtstagsparty lädt man seine Freunde ein, dann gibts Kuchen für alle, man macht Spiele und hat Spass zusammen.“ Sie lächelt mich an. „Und wünschen darfst du dir was immer du möchtest.“

„Meine Freunde? Dann können Jasa und Edona mich besuchen?“ Meine Freude wird gleich wieder gedämpft. „Das geht wohl nicht Ben. Ich dachte eher an Freunde aus deiner Klasse.“

„Dann kann ich Pedro einladen?“

„Pedro? Das ist doch dieser Portugiesenjunge oder?“ Sie schüttelt leicht den Kopf. „Lieber nicht… ich dachte, du könntest zum Beispiel Kai, Matthias und Sandro einladen. Und vielleicht noch Celine?“ „Nein. Die mag ich alle nicht. Die sind doof … dann will ich keine Party.“ Kurz dachte ich, eine Geburtstagsparty wäre was Schönes. Jetzt würge ich aber lieber den Rosenkohl in mich rein. „Ich verstehe. Aber möchtest du denn keine neuen Freunde?“ Sie schaut mich fragend an.

„Ich habe doch alte Freunde. Die sind noch gut. Brauch keine neuen.“ sag ich schnippisch. „Ben … du solltest langsam einen Neuanfang starten. Es ist nicht gut für dich, wenn du dich hier so abkapselst. Ich weiss ja, dass das schwierig ist. Aber du musst dir Mühe geben um Anschluss zu finden.“

„Warum muss ich immer neu anfangen?! Warum muss ich mich mit Kindern anfreunden, die ich nicht mag? Und was ist mit Pedro? Warum darf ich mir meine Freunde nicht selber aussuchen?!“ Wütend schmettere ich meine Gabel auf den Teller. „Pedro ist einfach kein guter Umgang für dich.“ „Pedro ist ein sehr guter Umgang für mich!“ schrei ich sie an, packe mein Geschirr und trage es in die Küche zur Spüle.

„Hier wird nicht rumgeschrien junger Mann!“ werde ich mit scharfem Ton ermahnt.

„Ich schrei so oft rum wie ich will! … ich gehe jetzt ins Bett! Das darf ich ja wohl. Denn ich habe den SCHEISS ROSENKOHL AUFGEGESSEN!“ Ich gehe in Richtung Treppe. Ich will in mein Zimmer. „Ben, warte! Du solltest nicht wütend ins Bett. Lass uns reden.“

„Wegen dir bin ich ja wütend! Ich rede nicht mehr mit dir! Ich hasse dich!“ schreie ich, renne die Treppe hoch in mein Zimmer und verschliesse die Türe hinter mir.

„Wünsch dir was immer du möchtest…“ murmle ich vor mich hin. „Was immer du möchtest…“ Keiner will, dass ich möchte was ich möchte. Neuanfang. Immer wieder Neuanfang. Erst im Heim und jetzt hier im Würfelhaus. Warum muss eigentlich ich immer neu anfangen? Warum fangen die nicht mal neu an? Und was ist falsch an meinen Freunden? Aus meiner Wut heraus, trete ich meinen Ball durchs Zimmer.

Es klopft an der Türe. Die Falle geht nach unten. Ins Leere. Weil ich mich eingeschlossen hab. Frau Nater steht davor. „Ben? Bitte mach die Türe auf.“ Ihre Stimme klingt gerade ganz lieb. „Nein mache ich nicht. Lass mich in Ruhe!“ „Bitte Ben. Mach die Türe auf und lass uns reden. Wir finden eine Lösung. Ok?“ „Lass mich! Ich will nicht mit dir reden! Du bist eine gemeine Hexe! Geh weg!“

Ich weiss nicht, ob sie noch vor der Türe steht. Es ist ruhig.

Wie komme ich hier nur weg? Ich könnte vielleicht zu Pedro. Aber seine Eltern würden mich bestimmt bei Herr und Frau Nater verpfeifen. Aber ich muss hier weg. Ich halte es nicht mehr aus.

Ich steige auf meinen Pult, strecke mich am Schrank hoch und hol meinen Rucksack runter.

Aus dem Schrank nehme ich ein paar Kleider und fang an zu packen. Meine Kassetten, meine Zwille und meinen Plüschpinguin packe ich als letztes ein. Den Walkman zieh ich unter dem Kopfkissen vor, klemme ihn an meinem Hosenbund fest und lege mir die Kopfhörer um den Hals.

Ich schliesse meine Zimmertüre auf und öffne sie einen Spalt. Die Luft ist rein. Unten höre ich den Fernseher im Wohnzimmer. Wenn ich leise bin, kann ich da durchschleichen.

Langsam gehe ich die Treppe runter. Ich husche an der offenen Türe zum Wohnzimmer durch. „Ben?“ ruft Frau Nater aus den Zimmer.

Verdammt!

„Ich … ich hole mir nur etwas zu Trinken.“ „Hast du dich wieder beruhigt?“ „Ja… beruhigt.“ „Gut. Möchtest du noch ein bisschen Fernsehen mit mir?“ „Äh… klar. Komme gleich.“

Ich schleiche zur Garderobe, zieh mir meine Schuhe und meine Jacke an. Vorsichtig öffne ich die Haustüre und geh raus. So geräuschlos wie möglich mache ich sie wieder zu. Das wäre geschafft. Nichts wie weg!

Ich spaziere mit meinem Rucksack umgeschnallt und meinem Ball in den Armen ins Dorfzentrum. Denn da fährt diese komische Bahn.

Ich warte noch nicht lange, da kommt sie auch schon an. Ich steige ein.

Bei jeder Haltestelle schau ich nach draussen um zu sehen, ob ich irgendwas erkenne. Tu ich nicht.

„Endstation Frauenfeld.“ Das kenne ich. Hier war ich mal Einkaufen mit Herr Nater. Ich steige aus. Dass das hier ein Bahnhof mit richtigen Zügen ist, erkenne ich an den Tafeln mit den gelben Abfahrts- und den weissen Ankunftsplänen. Und da ist eine grosse Uhr. Es ist ein paar Minuten nach 7. Ich kenne die Uhr und kann Fahrpläne lesen, aber meine Lehrerin denkt, ich bin dumm..

In 15 Minuten fährt ein Zug nach Zürich! Ich freue mich auf Zuhause.

Das richtige Gleis gefunden, warte ich auf den Zug.

Zwischen anderen Menschen steige ich in den Zug ein und setze mich in einem Abteil ans Fenster. Der Zug fährt los. Viel mehr als vereinzelte Lichter erkenne ich aber nicht im Dunkeln. Ich setze mir meine Kopfhörer auf und höre die Drei Fragezeichen.

Kurz nach Winterthur geht die Türe zum Wagon auf und ein Kontrolleur kommt rein. „Alle Fahrkarten bitte!“

Stimmt. Da war ja noch was. Ich habe keine Fahrkarte. Als er sich seitlich dreht um die ersten zu kontrollieren, schleiche ich mich davon und schliess mich ein paar Wagons weiter, auf einer Toilette ein. Es stinkt bestialisch. Aber ich bleibe hier drin und harre aus, bis wir in Zürich sind.

Nach einer gefühlten Ewigkeit in dieser Kloake, ertönt endlich die Erlösung. „Nächster halt, Zürich Hauptbahnhof.“

Ich warte bis der Zug zum stehen kommt, verlasse die Toilette wieder und steige mit anderen Reisenden aus. Da stehe ich jetzt auf dem Gleis und schaue zur Bahnhofshalle. Ich spüre, wie sich eine Anspannung in mir anfängt zu lösen.

Ich spaziere durch die Stadt zu dem roten Haus, in dem mein Onkel Jan wohnt. Es ist dunkel und überall sind Lichter. Von den Strassenlaternen, den Autos, von einigen Fenstern und Leuchtreklamen. Ich mag all diese Lichter. Wenn sie weiter weg sind, sehen sie aus wie Sterne. Da wo ich vorher war, gab es nicht so viele davon.

Endlich angekommen. Ich drücke die schwere Türe auf und geh rein.

«Kinder haben hier nichts verloren! Du darfst dich hier nicht aufhalten. Wo sind deine Eltern?» Meint ein grosser, bulliger Kerl zu mir, während er mich in zurück zur Eingangstüre begleitet. «Aber ich suche meinen Onkel Jan … ich bin Ben … ist er nicht hier?» Der Mann bleibt stehen und mustert mich gründlich. «Dein Onkel sagst du?» fragt er. Ich nicke. Er mustert mich weiter. «Warte hier.» Er läuft davon und verschwindet hinter der Bar, hinter einer Türe. Ich warte eine gefühlte Ewigkeit.

«Ben! Mein Junge!» Onkel Jan und der Riese von vorhin kommen aus der Türe hinter der Bar hervor und auf mich zu. «Was machst du denn hier mein Grosser? Ich dachte, du bist bei einer Pflegefamilie untergekommen?» Er nimmt mich zur Begrüssung in die Arme. Ich muss weinen. «Was ist denn los Junge?» Will er von mir wissen. «Komm. Wir gehen hoch zu mir. Da kriegst du eine Milch und dann kannst du mir in aller Ruhe erzählen, warum du weinen musst.» Er nimmt mich an der Hand und geht mit mir durchs Treppenhaus nach oben in seine Wohnung.

Oben angekommen, lege ich meinen Ball und den Rucksack neben das Sofa und gehe Onkel Jan nach, in die Küche. «Komm.» sagt er, greift mich unter den Armen, hebt mich hoch und setzt mich auf die Küchenkombination. Er dreht sich zum Kühlschrank, holt die Milch raus und füllt mir eine Tasse auf damit. «Jetzt erzähl mal. Was ist los bei dir, dass du so spät und allein noch um die Häuser ziehst?» Er hält mir die Tasse hin. Ich nehme einen grossen Schluck. Diese Milch schmeckt nach der besten Milch, die ich seit langem hatte. «Ich… ich bin mit dem Zug gefahren.» Ich erzähle ihm alles. Von dem Würfelhaus, Frau Nater, Herr Nater, seinen Ohrfeigen, der Schule, der Lehrerin, Pedro, dass ich meine Freunde nicht sehen darf, einfach alles was mich dazu getrieben hat, von dort abzuhauen. Wieder laufen mir Tränen über die Wangen.

Onkel Jan hört mir aufmerksam zu. Nach meinem Vortrag atmet er tief durch und nimmt mich in den Arm. «Das klingt schrecklich Ben … jetzt bist du ja hier. Du schläfst heute erst mal bei mir auf dem Sofa. Und Morgen kümmern wir uns darum, diese Probleme zu lösen. Ok?» Ich nicke.

Ich habe mich gerade auf der Couch in eine Decke eingekuschelt und will meinen Walkman einschalten, da klingelt das Telefon. Mein Onkel geht ran. „Ja … am Apparat … ja, der ist bei mir … können wir das auf Morgen verschieben?“ Onkel Jan schaut zu mir rüber und fängt an etwas leiser zu sprechen. „Hören sie. Er ist gerade eingeschlafen. Als er hier ankam war er völlig aufgelöst … ach, können sie das? … wie sie meinen … wir melden uns morgen Mittag dort … weil ich verdammt nochmal ausschlafen werde. Schönen Abend noch.“ Er hängt den Hörer ein. „Wer war das Onkel Jan?“ „Ich dachte du schläfst? … das war die Polizei. Die haben dich gesucht.“ „Die Polizei hat mich gesucht? … weil ich weggelaufen bin?“ Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. „Deine Pflegeeltern haben sich wohl Sorgen gemacht, als sie bemerkt haben, dass du verschwunden bist … hast ihnen bestimmt einen amtlichen Schrecken eingejagt.“ Er lacht. „Ich wollte niemandem einen Schrecken einjagen. Ich wollte einfach nur weg von dort. Das ist alles.“ Onkel Jan setzt sich neben mir auf die Kante des Sofas und fährt mir mit seiner Hand durch die Haare. „Mach dir da mal keine Gedanken. Du bist heil hier angekommen und das ist im Moment alles was zählt. Morgen sehen wir weiter. Schlaf jetzt erst mal.“ Er macht den Fernseher an und stellt ihn ganz leise. Ich zieh mir meine Kopfhörer über und drücke an meinem Walkman auf Play. Ungewohnt schnell schlafe ich ein.

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Das Leben und Ben

#7 Noch so ein Ort auf dieser Welt, wo wir nicht hingehören.

Mit Skateboard an den Rucksack geschnallt und Ghettoblaster unterm Arm, steh ich ganz hinten im Tram.

Ich will zur Uni hoch. Nicht, dass ich da studieren würde. Ich mache eine Ausbildung im Detailhandel. Ich will da hin zum Skaten.

Jasa und Goran sollten schon da sein.

Ich konnte nicht eher. Musste noch einem Betreuer unserer WG, meine Zahlungsbelege vorlegen. Hätte sonst wieder Sanktionen gehagelt.

Jetzt nicht falsch verstehen, diese betreute Wohngruppe ist ganz ok. Verpflichtungen finde ich halt einfach anstrengend.

Neumarkt. Ich muss raus und schlendere die Künstlergasse hoch, am Hauptgebäude der Uni vorbei.

Ich seh die beiden etwa 50 Meter vor mir. Jasa wurstelt irgendwas an seinem Board rum und Goran unterhält sich mit einem älteren Mann.

Beim Näherkommen merke ich, dass die sich nicht einfach unterhalten, sondern streiten.

„Lassen sie uns doch einfach hier bisschen rumfahren. Wir machen doch nichts Schlimmes.“ sagt Goran zu dem Alten. „Nein! Es ist verboten hier mit Rollbrettern rumzufahren. Ihr macht hier alles kaputt damit!“ Jasa atmet tief durch und prustet gelangweilt die Luft wieder aus. Goran wirkt ziemlich angepisst. Der Alte weist mit seiner Hand weg vom Platz und schimpft Goran an. „Geht jetzt oder ich rufe die Polizei!“

Mittlerweile stehe ich auch da. „Was ist denn los?“ will ich wissen.

Jasa steht auf, wirft sein Skateboard auf den Boden und rollt hinter mir, an uns vorbei. „Der nette Herr hat uns gesagt, dass wir hier nicht rumfahren dürfen.“ Er lacht laut, während er zum Sprung die Treppe runter ansetzt.

„Das reicht! Ihr wolltet es nicht anders. Ich rufe jetzt die Polizei!“ schreit der Alte während er davonläuft. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube er murmelt im Davonlaufen noch irgendwas wegen der heutigen Jugend vor sich hin.

Jasa läuft gerade die Treppe wieder hoch. „Was jetzt? Verduften bevor die Schlümpfe kommen?“ „Na besser wärs..“ meint Goran. „Toll. Dafür bin ich jetzt hier hochgekommen? Es kotzt mich an. Praktisch überall in dieser Stadt, wo