Tagged Trauer

Irgendwas is kaputt..

Ich weiss nicht was mit mir los ist.

Seit einigen Tagen bin ich immer wieder traurig und wütend.

Ohne einen speziellen Grund.

..zumindest keinen der mir bewusst wäre.

Ok, das ist jetzt nicht wirklich neu. Ich kenne das. Aber für gewöhnlich hält das nicht tagelang an.

Ich hocke hier in diesem Loch und komme einfach nicht weiter.

Nein, warte. Ist kein Loch.

Ich sitze eher in einer Ecke, eines sehr komischen Raumes. Und ich komme nicht aus dieser Ecke raus.

Ich kann einfach nicht.

..oder ich will nicht?

Nein, an wollen liegt es glaube ich nicht.

Ich versuche mich ja auf positive Dinge zu konzentrieren. Versuche meine Freizeit so zu gestalten, dass ich Dinge unternehme und mache, die mir Spass machen.

..zumindest für gewöhnlich.

Aber Eis schmeckt grad nicht so gut, Motorradfahren macht mir aktuell auch keine Freude und ich habe nicht einmal Bock auf Sex.

..sorry. 

Ich frage mich, ob ich mein Kontingent an «Aushaltbarem» aufgebraucht habe.

Habe echt keine Nerven mehr, bin total gereizt und extrem nahe am Wasser gerade.

Ich habe mich mit anderen getroffen in der Hoffnung, dass mich das ein wenig ablenkt. Aber ich war wohl mehr ein unwillkommener Downer, als dass irgendwer von diesen Treffen profitiert hätte.

..tut mir leid.

Früher hätte ich mir in solchen Phasen einfach die Birne zugedröhnt. ..mit irgendwas.

Aber das mache ich nicht mehr.

..zumindest kaum noch.

Und gerade jetzt in diesem Moment, wo ich schon wieder losheulen könnte, weil ich mich verlassen fühle, nicht weiss wohin mit mir selbst und die ganze Welt hasse, frage ich mich, warum ich mich nicht einfach betrinke? 

Hat früher ja auch geholfen.

..zumindest kurzfristig.

Warum mache ich nicht einfach einen Anruf und spätestens in ein paar Stunden flüchte ich einen Moment aus der Realität?

Warum? 

Ich weiss es nicht.

Vielleicht weil ein Teil in mir der Meinung ist, dass er nicht wieder alles vor die Wand fahren möchte?

Trümmerhaufen gab es schon genug in meinem Leben.

..und in nicht selten Fällen habe ich die mitzuverantworten.

Ein paar bereue ich wirklich.

Einen gerade im Moment besonders.

Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es einfach anders machen als ich es damals gemacht habe. Einfach anders sein, als ich damals war.

Warum denke ich über sowas überhaupt nach verdammt?!

Vielleicht weil ich dich in diesem Moment gerade vermisse?

Was voll dumm ist. Ich weiss. Es ist so lange her.

Vielleicht versuche ich gerade vor irgendwas zu flüchten und in meinem Kopf ist das der nächstgelegenste Zufluchtsort?

..ich könnte kotzen.

Nein, nicht wegen dir. Wegen mir. Meinen Gedanken und Gefühlen, die mich gerade durchdrehen lassen.

..so fühlt sich das zumindest gerade an.

Du hast mir gesagt, dass es dir gut geht. Und das ist die Hauptsache. Hauptsache dem Krümel geht es gut. Das ist das was zählt. Denn ich wollte seit ich dich kenne, nie etwas anderes.

..leider habe ich das nicht hingekriegt.

Der Teil in mir, der normalerweise die Oberhand hat und rational denken kann, weiss das. Aber gerade leitet mich der verwirrte, chaotische Teil.

Alles nicht so einfach.

Alles anstrengend.

Ich schreibe dieses Selbstgespräch auf, weil ich immer alles aufschreiben muss. Schreiben hilft mir.

Schon immer. Manchmal bilde ich mir ein, ich sende mir selbst Kontext zwischen meinen Zeilen, der mir weiterhilft.

Klingt bescheuert, nicht?

..aber ich funktioniert ja auch nicht «normal»

Wenn du das hier liest, bedeutet das, dass ich es dir gezeigt habe. Vielleicht sogar auf meinem Blog oder sonst wo veröffentlicht.

Dann wollte ich das so.

Aus irgendeinem Grund.

Was das sein könnte?

..frag mich nicht.

So oder so, damit wir uns beide keine Sorgen machen müssen, rufe ich gleich meine Therapeutin an. Ok?

Besser ist das wohl.

..auch wenn ich das nicht mag.

 

 

Werbeanzeigen

Von Zeit heilt vielleicht Wunden, ..aber auch nur halbpatzig

Na, ihr Pimmler..

Zeit für ein bisschen Ballast den ich loswerden muss.
Kann gut sein, dass das jetzt ein bisschen emotional wird.
Aber wer nicht will, muss es ja nicht lesen.
..im Ernst. Ihr müsst das nicht lesen. Auch wenn ich das hier öffentlich raushaue. Es bleibt eine totale Egonummer.

Ich bin heute Morgen aufgestanden und musste an dich denken.
Vielleicht lag es am Chai Tee den ich getrunken habe.
Weiss nicht, warum ich einen Tee getrunken habe.
Das mache ich sonst nie am Morgen.
Der Geruch hat mich wohl dazu gebracht, dass du mir weiter im Kopf rumgeschwirrt bist.
Du mochtest diesen Tee so gerne.

Kann sein, dass mein Leben gerade mal wieder ziemlich turbulent ist.
Ich weiss auch nicht, warum ich das nicht für mich behalten kann.
Ich muss es einfach rauslassen.
An und für sich glaube ich ja nicht an ein Leben nach dem Tod oder sowas in diese Richtung.
Bin da eher pragmatisch veranlagt und wissenschaftlich verankert.
Wobei die Wissenschaft diversen Theorien aus dieser Schublade nicht widerspricht, weil sie nicht eindeutig widerlegt werden können.
..ach egal.
Worauf ich eigentlich gerade hinaus wollte ist, egal wie sehr ich mich davon distanziere, bei dir will ich den Gedanken einfach nicht haben, dass es dich so wirklich endgültig nicht mehr gibt.
Und es kann noch so sein, dass der Tod wirklich die definitive Endstation ist. Ich werde mir in deinem Fall dennoch weiter einreden, dass du in irgendeiner Form noch irgendwo da bist und mich hörst.
Ich brauch das.
..ich brauch dich.

Aber zurück zu heute nach dem Aufstehen.
Ich musste an den einen Abend auf der Chinawiese denken.
Da waren wir so um die 18 Jahre alt.
Wir lagen da am Wasser und haben bisschen rum geträumt und rum gesponnen.
..wie so oft.
Auch wenn dieser Abend schon ziemlich lange zurück liegt, weiss ich noch was du zu mir gesagt hast.
Du hast gemeint, dass ich mein Leben verschwende. Dass ich in eine völlig falsche Richtung unterwegs bin.
Dass du dir wünschst, dass ich mich von der ganzen Scheisse, die damals so präsent war, distanzieren kann.
Damals sah ich das nicht wie du. Ein bisschen vielleicht. Aber nicht so richtig.
..kannte halt nichts anderes.
Nachträglich hattest du natürlich Recht.
..wie so oft.

Es dauerte ziemlich lange und 1, 2 wichtige Menschen auf meinem Lebensweg, aber deine Wünsche gingen wohl zu einem grösseren Teil in Erfüllung.
Entgegen jeglichen Prognosen aus Schul- und Lehrzeit, verrotte ich nicht Gefängnis und am leben bin ich auch noch.
..ätsch.

Leider kann ich die Erfolge nicht mehr mit dir feiern und geniessen.
Aber ich weiss und wusste immer zu schätzen was ich an dir hatte.
Bedauernder Weise habe ich nicht einmal eine Handvoll Menschen in meinem Leben getroffen, die so super sind wie du.
..geschweige denn, die ich so lieb haben könnte wie dich.
Ich würde locker die komplette Menschheit opfern, damit du hier sein könntest.
..mit 2, 3 Ausnahmen vielleicht.
Aber was soll dieses hypothetische Gerede. Geht ja ohnehin nicht.

Klar komme ich mittlerweile besser mit dieser Situation klar als noch vor ein paar Jahren.
Habe mich daran gewöhnt, dass ich dich nicht mehr einfach anrufen oder treffen kann.
Aber auch wenn es mir nicht mehr jedes Mal das Herz zerreisst wenn ich an dich denke, vermisse ich dich trotzdem.

Funestus – Kurzgeschichte

Gewisse Beträge von Legolady und Hugobansi haben mich zum Entschluss gebracht, dass ich doch auch mal ein paar Kurzgeschichten auf diesem Blog veröffentlichen werde. Nicht dass ich den beiden jetzt einfach etwas nachmachen möchte, weil ich selber keine Ideen habe, aber vielleicht ja schon. Diese Entscheidung dürft ihr für euch selber treffen und behalten.

 

Wenn das Telefon zu dieser Uhrzeit, die drückende Stille zerberstet, bedeutet das für gewöhnlich nichts gutes.
Von Alkohol leicht sediert lag er auf seinem Bett, starrte die Decke an und fragte sich, wer und vor allen Dingen warum, man seine Nachtruhe stört?

Mit einer Trägheit, als wäre seine Muskulatur aus Blei gegossen, streckte er sich nach dem Hörer des Apparates.
Vergeblich. Das Klingeln setzte aus.
Da war sie wieder. Die Stille.
Seine Stille.

Nacht für Nacht liess er sich in die offenen Arme der Dunkelheit fallen.
Stets mit der Wärme des Vodkas in seiner Brust.
Und so lag er in seinem Morast aus Trauer und windete sich in diesem Sumpf aus Gefühlen.

Acht Wochen ist es her.
Acht Wochen voller Leiden.
Er dachte, es hätte eine Ende, wenn sie endlich die Qualen ihres irdischen Seins, ablegen könne.
Dass die Schmerzen auf ihn überspringen werden, damit hatte er nicht gerechnet.

Weggenommen hat man sie ihm.
Es war absehbar.
Dennoch wollte er es nicht wahrhaben.

Sein Herz zeigt ihm in langsamen, aber bestimmten Schlägen, dass er noch hier ist. Dass es noch weitergehen muss.
Nacht für Nacht holen ihn alle diese Fragen ein.
Nacht für Nacht besuchen ihn diese Vorwürfe.
Nacht für Nacht sucht ihn dieser Hass heim.

Der Hass ist es, der ihn wach hält.
Die fehlenden Antworten rauben ihm den Verstand.

Am Anfang war ihre Hoffnung noch stark. Sie glaubten daran, den Kampf zu gewinnen.
Von Woche zu Woche schmälerte sich ihre Zuversicht.
Die Therapie zeigte nicht die gewünschte Wirkung.
Sie ist in der Schlacht gefallen.
Nur sein Kampf geht weiter.