Der Fahrstuhl – Kurzgeschichte

Na, ihr Pimmler..

Es ist mal wieder an der Zeit für eine Kurzgeschichte. 
Wer sie versteht, gut. 
Wer nicht, der halt eben nicht. 

Da stand ich im 3. Untergeschoss des Parkhauses, mit den 8 Zwerghamstern in meinem Einkaufswagen. 
Man denkt sich jetzt bestimmt, 8 Zwerghamster im Einkaufswagen?
..ich hätte auch lieber was anderes vor mir hergeschoben
Was willst du tun?

Also stand ich da mit diesen Unnützen Dingern im Wagen und wartete auf den Fahrstuhl. 
Nicht alleine.
Da war noch so ein anderer Typ. 
..warum vergeht Zeit eigentlich immer viel langsamer, wenn man auf etwas wartet?

Dieser Kerl, ich nenne ihn der einfachheithalber Michi, war wohl einer dieser Small Talk Anhänger. 
„Warum haben sie denn soviele Hamster in ihrem Einkaufswagen?“, wollte Michi wissen. 
„Warum haben sie denn keine Hamster in ihrem Einkaufswagen?“
Die Unterhaltung war beendet. 

Dachte ich. 
Er gab nicht auf. 
„Meine Tochter hatte auch einmal Hamster. Früher. Lebten leider nur 2 Jahre.“

Toll. Muss ich mich jetzt 2 Jahre mit diesen Einkaufswagenhamstern rumschlagen?
Was fressen die eigentlich?
Kleinere Tiere?
Wo stehen Zwerghamster in der Nahrungskette?
Wohl kaum sonderlich weit oben. 
Sonst wüsste man das ja. 
Aussehen ist wichtig, aber Allgemeinbildung ist wichtigste. 

Ich holte mein Handy aus meiner Hosentasche und gab Dr. Google einen Auftrag. 
Codewort „Hamster“.
Es war der Tag an dem ich lernte, dass die nicht wirklich zu den Fleischfressern gehören. 
..die Langweiler.

Als ich mein Handy wieder wegsteckte fiel mir auf, dass der andere Typ weg war. 
Hatte ich wohl den Aufzug verpasst. 

Erneut die Taste drücken und warten. 
Eine junge Dame betrat den Raum, sah mich und meine Hamsterfreunde kurz abschätzig an, stellte sich vor uns und drückte mehrmals auf den Knopf beim Lift. 
„Sie wissen schon, dass ein Aufzug nicht auf Dringlichkeitswünsche programmiert ist?“
Sie drehte sich um. „Reden sie mit mir?“
Was eine völlig überflüssige Frage war. 
Stand weit und breit niemand ausser uns vor diesem Fahrstuhl. 
Also ignorierte ich sie. 
Ohne Erfolg.

„Was machen sie eigentlich hier mit diesen Tieren?“ 
„Na, ich warte auf den Fahrstuhl.“
„Arbeiten sie im Zoohandel?“
„Keine Ahnung.“
„Sie wissen das nicht?“ 
Sie sah mich verwirrt an. 
„Wo haben sie diese Hamster denn her?“
„Keine Ahnung.“
„Sie müssen doch wissen wo sie die Hamster her haben?!“
„Nein.“
„Warum wissen sie das denn nicht?“
„Na, die Geschichte fing erst an dem Punkt an, als ich schon hier stand mit den 8 Zwerghamstern.“
Sie wirkte leicht verwirrt. 
„Und wo wollen sie mit den Tieren hin?“
„In den Aufzug.“
„Und weiter?“
„Weiss ich nicht.“
„Das wissen sie auch nicht?“
„Nein. Wenn das schon bekannt wäre, müsste man diese Geschichte nicht erzählen. Eine Zusammenfassung hätte wohl gereicht.“
„Das ist eine Geschichte darüber, wie sie mit einem Einkaufswagen mit 8 Zwerghamstern auf den Fahrstuhl warten?“
„Jap.“
„Ziemlich langweilige Geschichte. Das fehlt doch jeglicher Spannungsbogen.“
„Geht so. Ist schon irgendwie faszinierend, dass wir hier bestimmt 5 Minuten reden und der Lift noch nicht gekommen ist.“
Sie denkt kurz nach. 
„So spannend ist das auch wieder nicht. Ausser, dass diese Geschichte eine Unmenge an Fragen aufwirft, bietet sie null Unterhaltungswert.“ 
Plötzlich stand die Frau in Flammen und schrie: „Was soll das denn jetzt?!“
„Na, jetzt passiert endich mal was.“
„Das ergibt überhaupt keinen Sinn!“
„Muss denn immer alles einen Sinn ergeben?“

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